In diesem Teil der Privatbahnseite soll kurz auf existierende und ehemalige Hersteller von
Eisenbahn-Fahrzeugen eingegangen werden.
Die ABB Daimler Benz Transportation (ADtranz) war
ein 1996 erfolgter Zusammenschluß der Verkehrstechnik-Sparten von Asea Brown Boveri (ABB) und
Daimler-Benz.
Durch bereits vorangegangene Fusionen und Zukäufe versammelten sich letztlich die folgenden
früheren Einzelfirmen unter das Dach von ADtranz: AEG Schienenfahrzeuge GmbH Hennigsdorf,
AEG Bahnfahrwegsysteme GmbH, Allmänna Svenska Elektriska Aktiebolaget (ASEA) Schweden, August
Thyssen Hütte AG, Brown, Boveri & Cie (BBC) Baden, Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) Zürich Oerlikon,
IVV GmbH Braunschweig (als Adtranz Signal), Henschel AG Kassel, Rheinstahl AG, Schindler Waggon AG
(SWG/SWP) Pratteln, Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) Winterthur, Waggon Union
Berlin und Netphen. 2001 ging ADtranz schließlich selbst in den Firmen Bombardier und Stadler
auf.
Zum Bild: Noch 1995 begann die Zusammenarbeit von ADtranz und GE Transportation Systems
(GETS) mit der Fertigung dieselelektrischer Lokomotiven. Daraus ging der Prototyp des Blue
Tigers, der inzwischen von Bombardier weitergebaut wird, hervor.
Der internationale Konzern
Alstom
faßte ab 1997 auch in Deutschland Fuß, indem er sich in die alteingesessene Eisenbahnschmiede LHB
einkaufte sowie 2002 unter der Bezeichnung
ALSTOM Lokomotiven Service GmbH ein
Gemeinschaftsunternehmen mit der Deutschen Bahn AG einging. Während in Salzgitter Elektro- und
Dieseltriebwagen, Güterwagen sowie Regionalstadtbahnen gefertigt werden, befaßt sich der Firmensitz
in Stendal mit der Aufarbeitung gebrauchter Loks, Renovierung von Komponenten sowie Systembetreuung
für Loks und unterhält einen Mietpool für Loks.
Recht häufig sitzt man in Deutschland bereits in ein- oder zweiteiligen
Leichten innovativen
Nahverkehrs-Triebwagen LINT27 bzw. LINT41 (Bild), weniger in den
LIREX-Zügen.
Hier noch ein Verweis auf das
Alstom-Museum Salzgitter
Der 1974 in Kanada gegründete Transporttechnik-Konzern
Bombardier konnte sich durch Ankäufe
in Deutschland (Talbot 1995, DWA 1998 und ADtranz 2001 zu einem recht großen Konzern entwickeln,
welcher die gesamte Eisenbahnfahrzeug-Produktpalette ziemlich abdeckt. 2004 machte
Bombardier
jedoch dann Negativschlagzeilen, da man zurückrudern und einige Standorte in Europa schließen
mußte ...
Besonders bekannt sind hierzulande der
Talent- und der
Itino-Triebwagen (Bild) aber
auch die bei der DB verkehrende
Baureihe 425 sowie die S-Bahn-Züge der
Reihe 481.
Eine große Zukunft wird den modular aufgebauten Lokomotiven der
TRAXX-Familie zugetraut, die
es immerhin in 700 Tagen vom Reißbrett auf die Schiene gebracht hat: Die weltweit erste
Lokomotive P160 DE ist Anfang September 2007 an die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) als
Eigentümerin und an den Betreiber metronom Eisenbahngesellschaft übergeben worden.
Das 1898 in Uerdingen gegründete Unternehmen hieß zunächst Waggonfabrik Uerdingen AG. Nach
Übernahme der Düsseldorfer Waggonfabrik 1935 wurden in Uerdingen hauptsächlich Eisenbahn-Fahrzeuge
wie der berühmte Uerdinger Schienenbus gefertigt, während in Düsseldorf insbesondere
Straßenbahnen hergestellt wurden. Seit 1981 trägt das Unternehmen offiziell den Namen
DUEWAG. 1989 wurde
DUEWAG an den
Siemens-Konzern veräußert; die DUEWAG AG veräußerte 1999 ihr gesamtes operatives Geschäft an die
Siemens Duewag Schienenfahrzeuge GmbH, Krefeld, eine hundertprozentige Tochter der Siemens AG.
Neben unzähligen Straßenbahnen tragen vorallem viele Fahrzeuge der DB-Baureihe 628/928
DUEWAG-Firmenschilder. Auch der MR/MRD-Treibwagen der DSB auf diesem Bild ist aus dem Hause
DUEWAG ...
1913 erfolgte die Gründung der Steinmetz Gmeinder KG
durch Anton Gmeinder und August Steinmetz, 1919 dann die Umwandlung in A. Gmeinder & Cie. Im selben
Jahr wurde dann die erste Benzol-Lokomotive hergestellt, viele weitere Diesellokomotiven folgten
in den nächsten Jahrzehnten, darunter viele der wohlbekannten Köf-Maschinen für die DB.
2003 kam es dann zur Trennung in
Gmeinder Lokfabrik und
Gmeinder Maschinenfabrik GmbH,
aber auch letzere der beiden benachbarten Firmen ist weiterhin eng mit Eisenbahnfabrikation
verbunden.
1810 gründete Georg Christian Carl Henschel seine eigene Gießerei in Kassel. 1816 begann die
Produktion von Dampfmaschinen, konsequenterweise wurde dann 1848 wurde die erste Dampflokomotive
ausgeliefert. 1910 feierte man dann schon im Rahmen der 100-Jahrfeier die Herstellung der 10000.
Lokomotive. Natürlich ist der Firmenname auch mit anderen Dingen verbunden - jahrzehntelang gehörten
Henschel-Laster zum gewohnten Bild in unserer Straßen und auch der berühmte Panzer Tiger II stammte
aus dem Kasseler Werk.
Später ging der Henschel-Lokbau in der ADtranz-Gruppe auf. Zwar exisitieren noch Gesellschaften,
die den Namen Henschel tragen, doch mit Eisenbahn haben die lange nix mehr am Hut ...
Hier noch ein Verweis auf das Henschel-Museum Kassel
Die Arnold Jung Lokomotivfabrik war Hersteller von
(Feldbahn-)Lokomotiven und in Kirchen (Sieg) ansässig. Gegründet wurde die Firma 1885, imm selben Jahr
wurde die erste Lokomotive ausgeliefert. Nachdem in all den Jahren mehr als 12000 Lokomotiven das
Werk verließen, darunter auch zahlreiche Maschinen für die Staatsbahn, wurde 1976 die
Lokomotivproduktion zugunsten anderer Metallerzeugnisse aufgegeben. Das Werk verschwand dann 1993.
1838 erwarb Joseph Anton von Maffei den im Norden Münchens gelegenen Eisenhammer und gründete die
Firma J. A. Maffei. Daraus geht 1841 die erste, noch nach englischem Vorbild gebaute Lokomotive
hervor.
1866 gründet Georg Krauss die zweite Münchner Lokomotivfabrik Krauss & Comp. deren Spezialität
einfache und robuste Lokomotiven für Lokal- und Feldbahnen wird.
1931 vereinigt ma beide Werke per Übernahme der Firma J. A. Maffei durch Krauss & Comp. 1935
lieferte Krauss-Maffei die erste Großdiesellok mit hydraulischer Kraftübertragung, 1952
erbaute die Firma mit der elektrischen Prototyp-Lokomotive E10 001 die Urahnin aller
Bundesbahn-Elloks und blieb auch bei der Produktion aller bekannten DB-Baureihen stets
präsent, auch Komponenten für die ICE-Züge wurden gefertigt.
1999 übernahm der Siemens-Konzern die Mehrheit an Krauss-Maffei Verkehrstechnik - mit der
Abgabe des Lokomotivbaus entließ der Krauss-Maffei-Konzern sein angestammtes
Kern-Arbeitsgebiet.
Bild: 65 018 verließ am 03.04.1956 als letzte KM-Dampflok das Werk in Allach, auf dem Foto
vom 13.05.2006 ist sie aber längst im Besitz niederländischer Dampflokfreunde.
Linke-Hoffmann-Busch hat seine Wurzeln in Breslau, wo bereits ziemlich
zu Beginn der Eisenbahnzeit in Deutschland, ab 1839, erste Güterwagen hergestellt wurden. Durch
Zusammenschluß mit den Gebrüdern Hofmann 1912 und der Waggon- und Maschinenfabrik AG Busch 1928
enstand dann die Linke-Hofmann-Busch AG. Nach Annektion der Ostgebiete 1945 mußte auch
LHB im Westen neu anfangen und bezog seinen Standort in Salzgitter, wo ab den 50er Jahren
wieder Waggons und Triebwagen produziert wurden.
Wer genau hinschaut, findet das LHB-Firmenzeichen an/in zahllosen Reisezugwagen, aber auch in den
markanten Privatbahn-Triebwagen der AKN und der
HLB ...
Anfang der 1920er-Jahre die damaligen Deutschen Werke Kiel AG
mit der Fertigung von Motortriebwagen, bald darauf folgten die ersten Diesellokomotiven. Diese
Tradition des seinerzeit für fortschrittliche Konstruktionen bekannten Unternehmens wurde von der
Maschinenbau Kiel am 25. Mai 1948 übernommen. 1994 wurde MaK an Siemens verkauft und
in Siemens Schienenfahrzeugtechnik (SFT) umbenannt, um dann bereits schon 1998 wieder an Vossloh AG
verkauft zu werden.
Wie auch immer, die Kieler Lokschmiede lieferte und liefert weiterhin hervorragende Lokomotiven in
alle Welt. Hier noch ein ergiebiger Link zu den
Loks aus Kiel ...
Die Ursprünge der Maschinenfabrik Esslingen reichen ins Jahr 1846 zurück,
bereits 1847 verließ die erste Lok das Werk. Diesel- und Dampfloks, speziell Zahnrad-Dampfloks,
standen fortan auf dem Lieferprogramm. Und nicht zu vergessen der noch vereinzelt bei Privatbahnen
aber auch bei Museumsbahnen anzutreffende Esslinger Triebwagen!
Längst ist die Produktion eingestellt, die Firma existiert nurmehr als Grundbesitz. Der
Esslinger auf dem Foto dient heute noch weitgehend im Originalzustand bei der Museumsbahn
Mellrichstadt-Fladungen.
Heute stellt Orenstein&Koppel im wesentlichen nur noch Bau- und Baggerfahrzeuge her.
Das war nicht immer so. 1892 wurden in Berlin-Schlachtensee erste Schmalspur-Lokomotiven gebaut.
Später wurde die Produktion am Standort Dortmund weitergeführt und erst 1980 eingestellt.
Die Christoph Schöttler Maschinenfabrik GmbH, kurz
SCHÖMA, ist ein Hersteller von
Schienenfahrzeugen mit Sitz in Diepholz.
Nachdem Christoph Schöttler aus der väterlichen Diepholzer Maschinenfabrik Fritz Schöttler (DIEMA)
wegen Meinungsverschiedenheiten um das Produktprogramm ausgestiegen ist, gründete er 1930 auf einem
ehemaligen Betriebsgelände der DIEMA seine eigene Maschinenfabrik
Schon bald wurde er zu einem der wichtigsten Hersteller von Feldbahnen, Grubenbahnen,
schmalspurigen Diesellokomotiven und Bahndienstfahrzeugen. Heute produziert
SCHÖMA
vorallem Tunnellokomotiven, die für den Bau von U-Bahnen, Verkehrstunneln oder Versorgungstunneln
eingesetzt werden. Daneben hat
SCHÖMA auch Rangierlokomotiven und Lokomotiven für Museums-
oder Inselbahnen im Programm. Am Tage des 75jährigen Jubiläums der Firma wurde die 6000. Lokomotive
ausgeliefert.
Auch der Mischkonzern
Siemens
mischt im Bahngeschäft traditionell kräftig mit ;o). Bereits 1865 zeigte Werner von Siemens auf der
Berliner Gewerbeausstellung seine erste elektrische Lokomotive. 1881 präsentierte man die erste
elektrische Straßenbahn und schließlich erreichte ein Siemens-Triebwagen 1903 die in jenen Tagen
spektakuläre Geschwindigkeit von 201 km/h.
Heute macht Siemens' Transport-Sparte vorallem Umsatz mit der Beteiligung am Bau der
ICE-Züge
sowie mit Lokomotiven der
Eurosprinter- und
Eurorunner-Familie. Der Eurorunner gehört
zu den innovativsten Lokomotiven seiner Klasse und setzt neue Maßstäbe in punkto Umweltschutz.
Niedriger Treibstoffverbrauch und reduzierte Abgas- und Lärmbelastungen machen das Fahrzeug zu
einer der umweltfreundlichsten Lokomotiven auf den Markt. Auch der Triebwagen
Desiro mit
seinen diversen Varianten ist bei DB, Privatbahnen und in verschiedenen Ländern gut positioniert.
Der bereits 1942 in Zürich gegründete kleine und flexible Schweizer Schienenfahrzeug-Hersteller
Stadler
mit weiteren Standorten in Deutschland und Ungarn hat vorallem Triebwagen aber auch Straßen- und
Zahnradbahnen im Programm.
So liefert die Firma u.a. den in verschiedenen Varianten erhältlichen Gelenktriebwagen (GTW) und,
nach Abwicklung von ADtranz, exklusiv das einteiligen Regioshuttle (Bild). Ferner stellt Stadler
seit 2004 die elektrischen Triebwagen vom Typ FLIRT her, die neben der SBB auch bei der
Cantus-Verkehrsgesellschaft laufen ...
Voith, der schwäbische

Turbinen-Experte, will mit der Gründung der Voith Turbo Lokomotivtechnik die Lokbau-Erfahrung von
Generationen am Traditionsstandort Kiel und jahrzehntelanges Komponenten-Know-how in einem neuen
Unternehmen bündeln: Erstmals entwickelt und baut Voith Turbo hier komplette Lokomotiven und wird
endgültig vom Komponenten- zum Fahrzeuglieferanten. Ziel ist es zu zeigen, dass die zuverlässige
dieselhydraulische Traktion bis in die höchste Leistungsklasse eine wettbewerbsfähige Antriebslösung
mit großem Zukunftspotenzial ist, nachdem in den letzten zwei Jahrzehnten wieder einige Hersteller
aus verschiedenen Gründen wieder vermehrt auf dieselelektrische Kraftübertragung setzten. Die
sechsachsige Maxima ist über 23 Meter lang, rund 130 Tonnen schwer, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160
km/h. Sie besteht aus 70000 Einzelteilen und für den Bau werden 4000 Konstruktionszeichnungen benötigt.
Im April 2007 wurde die Maschine die erste Lokomotive weltweit, die den international renommiertesten Designpreis,
den „Red Dot Award“ erhielt. Die Maxima wurde als Preisträger unter mehr als 2500 Einsendungen aus 43 Ländern
ausgewählt.
Die Maxima® 40 CC, hier auf der Innotrans am 23.09.2006 von
Reinhard Meißner fotografiert, ist die stärkste dieselhydraulische Lok
der Welt und soll wieder entsprechende Akzente setzen.
Die Vossloh AG

ist ein Verkehrstechnologiekonzern mit Schwerpunkt Eisenbahn mit Sitz im westfälischen Werdohl, der
zunächst Schienenteile fertigte. In den 1990er Jahren expandierte die Firma: 1995 wurde die
Maschinenfabrik Deutschland gekauft, 1998 die Siemens Schienenfahrzeugtechnik (SFT) ex MaK in Kiel.
Damit sichert sich Vossloh einen guten Anteil am Lokomotivmarkt.
Die G2000 ist eine Neukonstruktion, die sich nicht an den Mittelführerstandsloks orientiert.
Reinhard Meißner knipste den Brummer auf der Innotrans 2004.
Die Waggon-Union ist ein 1896 gegründeter und seit 1906 in Berlin-Wittenau und Siegen
ansässiger Hersteller von Bahn-Waggons und Maschinen. Zu Beginn stellte die anfangs als
Deutsche Waffen- und Munitionsfabrik (DWM) benannte Firma nur Kriegsgüter her. Erst ab 1952 nahm
man sich dem Bau und der Reparatur von (Bahn-)Fahrzeugen an, so U-Bahnfahrzeuge und
Doppeldeckerbusse für die BVG. Bekanntestes Erzeugnis für den Privatbahner ist aber zweifellos
der Triebwagen vom Typ NE 81, der in vier Bauserien bis in die 90er-Jahre hergestellt wurde und
es nach Betriebsaufgabe bei der KVG sogar zur DB-Baureihe brachte.
Die
WU wurde 1990 von ABB Henschel aufgekauft, die wiederum später in die Firma ADtranz
überging und die ihrerseits später in Bombardier aufging. Auf Betreiben des Kartellamtes mußten
Teile der
WU abgespalten werden, so ging das Berliner Werk letzlich an die Firma Stadler.
Das Werk in Netphen ging im Bombardier-Konzern auf und fertigt Drehgestelle.