| Die Eisenbahn in Sachsen und der Sächsischen Schweiz | ||||||||||||
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| Sachsen | Göltzschtal- und Elstertalbrücke | ||||||||||||||||||
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Die Vorgeschichte Im Zuge der Bauarbeiten für die Strecke der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn von Leipzig nach Hof mußten äußerst schwierige Geländeverhältnisse gemeistert werden. Zu den auch heute noch bedeutendsten Bauwerken der Strecke gehören die 2 gigantischen Viadukte im Vogtland zwischen den Städten Reichenbach und Plauen (siehe beide Karten unten). Bei dem Bau der Strecke mußte eine Möglichkeit gefunden werden, die Täler der Flüsse Göltzsch und Elster mit Breiten von etwa 560 m und 270 m und einer Höhe von 70 m zu überwinden.
Zunächst wurde das Projekt einer Dammaufschüttung geprüft, wenig später jedoch wieder verworfen. Also mußten jetzt Entwürfe für geeignete Brücken erarbeitet werden. Der Oberingenieur für den Streckenbau Robert Wilke sah den Bau solcher gewaltiger Brücken voraus. Mit einem Preis-Wettbewerb wurden Vorschläge für eine Göltzsch- und eine Elstertalbrücke gesucht. Für den Aufruf vom 27.1.1845 waren 1000 Taler Preisgeld für den besten Entwurf ausgesetzt. Zur damaligen Zeit gab es zwar bereits große Eisenbahnbrücken, so über die Mulde bei Wurzen, die jetzt geforderte Dimension überstieg jedoch alles bisher dagewesene. Zusätzlich mangelte es damals noch an theoretischen Berechnungsgrundlagen. Die Prüfungskommission unter dem Dresdner Ingenieur Johannes Andreas Schubert ließ Gutachten über den Baugrund anfertigen. Schubert selbst stellte daraufhin die "Theorie der Konstruktion steinerner Bogenbrücken auf", da die Kommission einen Pfeilerbau mit Rundbögen als geeignete Bauform ansah. Die Konstruktion sollte aus Mauerwerk entstehen. 81 Entwürfe gingen ein, die alle Mängel aufwiesen. Das Preisgeld wurde aufgeteilt an 4 Einreicher. Aus ihren Arbeiten konstruierte die Kommission selbst einen Brückenentwurf, der sich leicht abgewandelt für beide Täler eignete. Pfeilerbrücken mit Rundbögen sollten es werden, mit Ziegelsteinen als Baumaterial, was für die damalige Zeit außergewöhnlich war. Die GöltzschtalbrückeAm 31. Mai 1846 legten die Bauarbeiter den Grundstein für die Göltzschtalbrücke an einem Pfeiler des mittleren Halbbogens. Das geschah gerade in der Zeit, als die Eisenbahnstrecke Werdau-Reichenbach eröffnet wurde. Da unerwartet Probleme mit weichem Boden auftraten, mußten die Mittelbögen vergrößert und die benachbarten Bögen enger stehend errichtet werden. So erhielt die Brücke auch ihr imposantes Aussehen. 1500 Bauarbeiter waren auf einem riesigen Bauplatz tätig. Transportwege, Ziegeleien und andere Betriebe in nächster Nähe wurden eingerichtet. Granit holte man aus der nahen vogtländischen Umgebung, Sandstein mußte aus Altenburg, Rochlitz und Pirna beschafft werden. Die unterste Ebene der Göltzschtalbrücke besteht aus 10 Pfeilern mit einer Höhe von 23 m, die zweite hat 17 Pfeiler mit 20 m Höhe, das dritte Stockwerk steht auf 22 Pfeilern mit 17 m und das letzte auf nocheinmal 22 Pfeilern mit 16 m bis zur Schienenebene. Um die Brücke bei Reparaturen begehen zu können, erhielten alle Pfeiler Öffnungen. Aus Granit und Sandsteinblöcken bestehen unter anderem die Gründungen, Deckplatten und Sockel der Brücke. Daneben wurden insgesamt rund 20 Mio Ziegelsteine vermauert. Am 29. September 1849 wurde der große Mittelbogen geschlossen, am 14. September 1850 der Schlußstein gelegt und am 15. Juli 1851 konnte die Göltzschtalbrücke mit der Elstertalbrücke für den Zugverkehr freigegeben werden. Die ElstertalbrückeBis zu 800 Bauarbeiter waren an dieser Brücke beschäftigt. Der Grundstein wurde am 7. November 1846 gelegt. Die Unterschiede zur Göltzschtalbrücke bestehen in der Anzahl der Etagen, hier gibt es nur 2, der Anzahl der Pfeiler und der Mittelbögen. Letztere sind fast gleichgroß. Das untere Stockwerk hat 5 Pfeiler, wovon 4 zu Doppelpfeilern verbunden sind. Für Durchfahrten wurde auf der Landseite Richtung Plauen eine Öffnung von 11 m gelassen. Baumaterial ist hier unter anderem Granit für die Gründungen, Pfeiler und Deckplatten sowie Bruchsteine für die Landmauern und Gründungen der Landpfeiler. Dazu kommen noch mehr als 12 Mio Ziegelsteine. Auch diese Brücke erhielt Pfeileröffnungen in der Längsrichtung, um die Begehung zu ermöglichen. Ein Meisterleistung war die Organisation der Bauarbeiten für die beiden gewaltigen Brücken. Das Baumaterial lagerte an der inzwischen bis Reichenbach fertiggestellten Eisenbahnstrecke. Die Arbeiten kamen manchmal ins stocken, so z.B. während der Revolutionstage von 1848/49 oder der ungewissen Zeit, in der der Verkauf der gesamten Strecke an den sächsischen Staat anstand.
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| von Sascha Fritzsche |