Die Eisenbahn in Sachsen und der Sächsischen Schweiz
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Kohlmühle-Hohnstein (stillgelegt)   Die einzige Schmalspurstrecke der Sächsischen Schweiz    

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Die Strecke 1997
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Vorgeschichte

Seit ungefähr 1870 verlangte die Gemeindevertretung von Hohnstein eine bessere Anbindung an das Verkehrsnetz. Sämtliche Güter von auswärts mußten mit Pferdegespannen von Schandau auf steilen Wegen hinauf befördert werden. Ein erstes Ersuchen der Stadt vom November 1883 an den Sächsischen Landtag über einen Bahnanschluß, enthielt den Bau einer Eisenbahn von Dürrröhrsdorf über Stürza ins Polenztal. Viele Orte schlossen sich dem Gesuch an. Die Landtagskammer bezweifelte den Nutzen und so geschah 3 weitere Jahre nichts.

Am Neujahrstag 1888 trafen sich im Gasthaus "Zur Sächsischen Schweiz" unter dem Vorsitz des Hohnsteiner Bürgermeisters Kriebel 63 Interessenten für den Bahnbau. Das Ergebnis der Aussprachen war ein Vorschlag für die Streckenführung: Krumhermsdorf (Strecke Sebnitz-Neustadt), Ehrenberg, Hohnstein, Zeschnig, Rathewalde bis Lohmen. Das weitere Geschehen:

7. Januar 1888 Petition an Regierung und Ständekammer
1. Juni 1888 Haltestelle Porschdorf (Strecke Sebnitz-Schandau) dem Verkehr übergeben
30. Januar 1889 Versammlung in Hohnstein mit Forderung nach Streckenführung durch das Polenztal
28. April 1889 Wahl des Ausschusses
27. Oktober 1889 Einstimmige Annahme der Petition und Unterzeichnung durch Gemeindevertreter aller interessierten Ortschaften
12. Dezember 1889 Deputation (Abordnung) bei Regierung und Landtag
10. März 1890 Weitere Deputation bei der 1. Kammer des Landtages
18. März 1890 2. Kammer überweist Vorlage zum Bau einer Schmalspurbahn "zur Erwägung" an die 1. Kammer

In der 1. Kammer wurde die Vorlage durch den Einspruch des damaligen Prinzen (später König) Georg abgelehnt, um die Romantik des Polenztales nicht zu stören. Nach mehrmaligem Hin und Her und Verhandlungen zwischen 1. und 2. Kammer befaßte man sich noch einmal mit einer Bahn Krummhermsdorf-Hohnstein ohne Weiterführung durch das Polenztal. Und es sollte zum Erfolg führen:

13. März 1891 Neue Sitzung und Erweiterung des Eisenbahnkomitees; 2 Gruppen stritten um ihre Interessen: a) eine war für die Route durch das Polenztal b) die andere für die Strecke von Krumhermsdorf nach Hohnstein
12. Juni 1891 Nach aussichtslosem Kampf fällt der Vorschlag für eine Schmalspurbahn von Kohlmühle nach Hohnstein
17. Juni 1891 Neues Gesuch an den Finanzminister mit der Bitte zur Prüfung einer Verkehrsanbindung Hohnsteins durch das Schwarzbachtal mittels einer Schmalspurbahn nach Kohlmühle (Strecke Schandau-Sebnitz)
20. Juni 1891 Deputation beim Ministerium
28. Oktober 1891 Petition vom 17. Juni an die Kammern überreicht
20. April 1892 Der zuständige Amtshauptmann in Pirna teilt mit, daß Regierungsbaumeister Schurig und Ingenieur Eikennass mit den Vorarbeiten zum Bahnbau Kohlmühle-Hohnstein beauftragt sei
23. Juli 1893 Linienführung durch das Schwarzbachtal wird durch den Abgeordneten May als einzig machbare Lösung vorangetrieben, da immer wieder Gegenstimmen laut werden
19. August 1893 Deputation beim Finanzminister
6. Februar 1894 Antrag für Anschluß an den Bahnhof Kohlmühle
15. Februar 1894 Dresden: "Bahnvorlage Hohnstein-Kohlmühle soeben einstimmig bewilligt !"
15. April 1894 Die Gemeinden Hohnstein, Ehrenberg und Lohsdorf senden ihren Dank an die Regierung mit der Bitte um baldigen Baubeginn

Unstimmigkeiten gab es nun jedoch wegen der Lage des Bahnhofes in Hohnstein. Entgegen der Regierungsvorlage wollte der Gemeinderat Hohnsteins die Station weiter in der Stadt haben. Einzelne Privatpersonen waren gegen diese Verlängerung durch das Stadtgebiet, andere wollten die Lage so, daß eine spätere Verbindung mit Lohmen möglich war. Letztendlich kam es wegen der Verlängerung am 4. März 1895 zur Vorsprache beim Finanzminister. Unter bestimmten Bedingungen wurde am 17. April 1895 der Verlängerung zugestimmt.

  • 1. unentgeldliche Abtretung des nötigen Geländes aus Stadtbesitz
  • 2. Erwerb des anderen erforderlichen Geländes für die Bahnanlagen durch die Stadt
  • 3. Bau einer Zufahrtsstraße auf Kosten der Stadt
  • 4. Unterhaltung der Straße auf Kosten der Stadt

Der Gemeinderat war einstimmig bereit.
Die Strecke wurde ab dem Bahnhof Kohlmühle das Schwarzbachtal hinauf gebaut. Durch die Orte Lohsdorf und Ehrenberg. Nach einer Bauzeit von nur einem Jahr konnte sie im April 1897 fertiggestellt und am 30. April abgenommen werden. Sie war eine der zuletzt gebauten 750mm-Schmalspurstrecken in Sachsen. Besonderheiten der Strecke waren die 2 Tunnel - einer bei Goßdorf-Kohlmühle unter dem Goßdorfer Raubschloss mit 63 m und einer bei Lohsdorf mit 39 m Länge.

 

Tunnel - Link zur Strecke heute
Eines der zwei Tunnel auf der alten Strecke


Auszug des Sommerfahrplans der Deutschen Reichsbahngesellschaft von 1931

         
    von Sascha Fritzsche