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Vorgeschichte
Seit ungefähr 1870
verlangte die Gemeindevertretung von Hohnstein eine bessere Anbindung
an das Verkehrsnetz. Sämtliche Güter von auswärts mußten
mit Pferdegespannen von Schandau auf steilen Wegen hinauf befördert
werden. Ein erstes Ersuchen der Stadt vom November 1883
an den Sächsischen Landtag über einen Bahnanschluß, enthielt
den Bau einer Eisenbahn von Dürrröhrsdorf über Stürza
ins Polenztal. Viele Orte schlossen sich dem Gesuch an. Die Landtagskammer
bezweifelte den Nutzen und so geschah 3 weitere Jahre nichts.
Am Neujahrstag 1888
trafen sich im Gasthaus "Zur Sächsischen Schweiz" unter dem Vorsitz
des Hohnsteiner Bürgermeisters Kriebel 63 Interessenten für
den Bahnbau. Das Ergebnis der Aussprachen war ein Vorschlag
für die Streckenführung: Krumhermsdorf (Strecke Sebnitz-Neustadt),
Ehrenberg, Hohnstein, Zeschnig, Rathewalde bis Lohmen. Das weitere Geschehen:
| 7.
Januar 1888 |
Petition an Regierung
und Ständekammer |
| 1.
Juni 1888 |
Haltestelle Porschdorf
(Strecke Sebnitz-Schandau) dem Verkehr übergeben |
| 30.
Januar 1889 |
Versammlung in Hohnstein
mit Forderung nach Streckenführung durch das Polenztal |
| 28.
April 1889 |
Wahl des Ausschusses |
| 27.
Oktober 1889 |
Einstimmige Annahme der
Petition und Unterzeichnung durch Gemeindevertreter aller interessierten
Ortschaften |
| 12.
Dezember 1889 |
Deputation (Abordnung)
bei Regierung und Landtag |
| 10.
März 1890 |
Weitere Deputation bei
der 1. Kammer des Landtages |
| 18.
März 1890 |
2. Kammer überweist
Vorlage zum Bau einer Schmalspurbahn "zur Erwägung" an die 1.
Kammer |
In der 1. Kammer wurde die
Vorlage durch den Einspruch des damaligen Prinzen (später König)
Georg abgelehnt, um die Romantik des Polenztales nicht zu stören.
Nach mehrmaligem Hin und Her und Verhandlungen zwischen 1. und 2. Kammer
befaßte man sich noch einmal mit einer Bahn Krummhermsdorf-Hohnstein
ohne Weiterführung durch das Polenztal. Und es sollte zum Erfolg
führen:
| 13.
März 1891 |
Neue Sitzung und Erweiterung
des Eisenbahnkomitees; 2 Gruppen stritten um ihre Interessen: a) eine
war für die Route durch das Polenztal b) die andere für
die Strecke von Krumhermsdorf nach Hohnstein |
| 12.
Juni 1891 |
Nach aussichtslosem Kampf
fällt der Vorschlag für eine Schmalspurbahn von Kohlmühle
nach Hohnstein |
| 17.
Juni 1891 |
Neues Gesuch an den Finanzminister
mit der Bitte zur Prüfung einer Verkehrsanbindung Hohnsteins
durch das Schwarzbachtal mittels einer Schmalspurbahn nach Kohlmühle
(Strecke Schandau-Sebnitz) |
| 20.
Juni 1891 |
Deputation beim Ministerium
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| 28.
Oktober 1891 |
Petition vom 17. Juni
an die Kammern überreicht |
| 20.
April 1892 |
Der zuständige Amtshauptmann
in Pirna teilt mit, daß Regierungsbaumeister Schurig und Ingenieur
Eikennass mit den Vorarbeiten zum Bahnbau Kohlmühle-Hohnstein
beauftragt sei |
| 23.
Juli 1893 |
Linienführung durch
das Schwarzbachtal wird durch den Abgeordneten May als einzig machbare
Lösung vorangetrieben, da immer wieder Gegenstimmen laut werden |
| 19.
August 1893 |
Deputation beim Finanzminister |
| 6.
Februar 1894 |
Antrag für Anschluß
an den Bahnhof Kohlmühle |
| 15.
Februar 1894 |
Dresden: "Bahnvorlage
Hohnstein-Kohlmühle soeben einstimmig bewilligt !" |
| 15.
April 1894 |
Die Gemeinden Hohnstein,
Ehrenberg und Lohsdorf senden ihren Dank an die Regierung mit der
Bitte um baldigen Baubeginn |
Unstimmigkeiten gab es nun
jedoch wegen der Lage des Bahnhofes in Hohnstein. Entgegen der
Regierungsvorlage wollte der Gemeinderat Hohnsteins die Station weiter
in der Stadt haben. Einzelne Privatpersonen waren gegen diese Verlängerung
durch das Stadtgebiet, andere wollten die Lage so, daß eine spätere
Verbindung mit Lohmen möglich war. Letztendlich kam es wegen der
Verlängerung am 4. März 1895 zur Vorsprache beim Finanzminister.
Unter bestimmten Bedingungen wurde am 17. April 1895 der Verlängerung
zugestimmt.
- 1. unentgeldliche Abtretung
des nötigen Geländes aus Stadtbesitz
- 2. Erwerb des anderen erforderlichen
Geländes für die Bahnanlagen durch die Stadt
- 3. Bau einer Zufahrtsstraße
auf Kosten der Stadt
- 4. Unterhaltung der Straße
auf Kosten der Stadt
Der Gemeinderat war einstimmig
bereit.
Die Strecke wurde ab dem Bahnhof Kohlmühle das Schwarzbachtal
hinauf gebaut. Durch die Orte Lohsdorf und Ehrenberg. Nach
einer Bauzeit von nur einem Jahr konnte sie im April 1897 fertiggestellt
und am 30. April abgenommen werden. Sie war eine der zuletzt gebauten
750mm-Schmalspurstrecken in Sachsen. Besonderheiten der Strecke waren
die 2 Tunnel - einer bei Goßdorf-Kohlmühle unter dem Goßdorfer Raubschloss
mit 63 m und einer bei Lohsdorf mit 39 m Länge.
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Eines der zwei Tunnel auf der alten Strecke

Auszug des Sommerfahrplans
der Deutschen Reichsbahngesellschaft von 1931
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