Die Eisenbahn in Sachsen und der Sächsischen Schweiz
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Bad Schandau-Lichtenhainer Wasserfall (Straßenbahn)   Vorgeschichte der Kirnitzschtalbahn    

 

       

Vorgeschichte
Streckenverlauf
Betrieb 1898-1945
Betrieb 1945-1985
Rekonstruktion
Die 90er Jahre
Träger der Bahn

Kartenmaterial

Haltestellen >>

 

Bereits in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts beabsichtigte man den Bau einer Pferdebahn durch das Kirnitzschtal. Auslöser war der zunehmende Fremdenverkehr. Das Projekt scheiterte zunächst an unterschiedlichen Schwierigkeiten. In den 90er Jahren zeigte sich jedoch erneut Interesse. Ein "Executiv-Comite zum Bau und Betrieb einer Straßenbahn mit Motorantrieb von Schandau über den Lichtenhainer Wasserfall bis zur Kirnitzschschänke" gründeten 1893 3 Herren namens Klaus, Manzer und Hönicke.

Das Ministerium des Inneren genehmigte am 22.Dezember 1893 Bau und Betrieb der Bahn. Am 7. März 1894 stimmte der Schandauer Stadtrat zu. In einem Abkommen wurde die "Continentale Gesellschaft für elektrische Unternehmungen Nürnberg" zum sofortigen Bau der Strecke verpflichtet. Man trug sich zu dieser Zeit auch mit dem Gedanken, die Strecke der Bahn noch zu verlängern, über die tschechische Grenze hinweg. An der Elbe von Hrensko sollte sie nach Schandau zurückführen, so daß eine Kreisbahn entstand. Unklarheit gab es noch über die Art des Antriebs der Bahn.

Die Sächsische Regierung lehnte den Betrieb mit Dampflokomotiven ab, der Schandauer Stadtrat schloß ihn aber nicht aus. Alternativ wurde der elektrische Antrieb mit oberirdischer Stromzuführung vorgeschlagen. Der Bahnbau mußte nach den Auflagen bis zum 1. April 1897 begonnen haben. Der Schandauer Stadtrat verpflichtete die Gesellschaft, bis Mitte Mai 1897 die Gleise von der Stadtmühle bis zur Stadtgrenze zu verlegen.

Die endgültige Entscheidung über die Antriebsart zog sich bis 1898 hin. Am 10. Januar 1898 begann die "Electrizitäts AG Nürnberg" mit dem Bau des Elektrizitätswerkes in Schandau. Am 21. und 23. Mai 1898 trafen die ersten 6 Triebwagen aus der "Waggon- und Maschinenfabrik AG" Bautzen ein. Am 25. Mai begann der Probebetrieb. Die Fahrzeugführer machten vorher eine Schulung bei der Straßenbahn in Zwickau. Die Strecke war insgesamt 8,3 km lang. 1,6 km Rillenschienen wurden im Schandauer Stadtgebiet verlegt, der Rest bekam Vignolschienen.

Ausweichstellen gab es jeweils an den Endpunkten und an 4 weiteren Stellen der Strecke. Vor der Haltestelle Waldhaus (km 2,3) entstand die Wagenhalle mit Werkstatt - das Depot - , das Kraftwerk und ein Wohngebäude. Die Fahrleitung bestand aus Hartkupferdraht. Die Stromversorgung geschah in 3 Abschnitten. Die Höchstgeschwindigkeit im Stadtgebiet betrug 6 km/h, auf freier Strecke 15 km/h. Warnposten wurden an gefährlichen Streckenabschnitten aufgestellt.

Am 27. Mai 1898 erfolgte die behördliche Probefahrt, am 28. Mai war die feierliche Eröffnung. Dieser Pfingstsonnabend war ein riesiges Fest. Punkt 12.00 Uhr nahmen die ersten 3 Wagen die Fahrt auf. Trotz mehrerer Entgleisungen trafen sie gegen 13.00 Uhr, unter Böllerschüssen, am Wasserfall ein, wo es ein kaltes Buffet für die 100 Festteilnehmer gab.

 

 

 

Kirnitzschtalbahn in Bad Schandau

Kirnitzschtalbahn in Bad Schandau
Die gelben Wagen der Kirnitzschtalbahn an der Endhaltestelle in Bad Schandau. An diesem 1. Juni 1998 fanden zum 100jährigen Jubiläum der Strecke Fahrten mit Wagen verschiedener Epochen statt.

Abfahrt in Bad Schandau
(RealVideo 164 kB)

         
    von Sascha Fritzsche