Die Eisenbahn in Sachsen und der Sächsischen Schweiz
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Bad Schandau-Lichtenhainer Wasserfall (Straßenbahn)   Die Bahn in der 90er Jahren    

 

       

Vorgeschichte
Streckenverlauf
Betrieb 1898-1945
Betrieb 1945-1985
Rekonstruktion
Die 90er Jahre
Träger der Bahn

Kartenmaterial

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Am 1. Januar 1992 wurde die Oberelbische Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz mbH gegründet. Ihr wurde neben der Kirnitzschtalbahn auch der Busverkehr und die Elbfähren der Region zugeordnet. Die Gesellschaft setzte sich zum Ziel, den Straßenbahnverkehr im Kirnitzschtal attraktiver zu gestalten. Zunächst sollte der Fahrzeugpark erneuert werden. Trotz Verbesserungen im Komfort und Service sollte der Charakter erhalten bleiben. Die Wahl bei der Neubeschaffung der Triebwagen fiel wieder auf 2-Achser. Sie entsprachen am ehesten dem Erscheinungsbild der Bahn und paßten zu den vorhandenen Beiwagen.

Übernommen wurden gebrauchte Wagen vom Typ Gotha aus Plauen und Zwickau. Die ersten beiden trafen am 1. November 1992 in Bad Schandau ein. Im Winterhalbjahr 1992/93 begann man mit den umfangreichen Rekonstruktions- und Modernisierungsarbeiten an den Fahrzeugen. Technische Ausrüstung, Innenausstattung wurden erneuert. Neulackierung und Beschriftung verbesserten ihr Aussehen. Am 30. September 1993 erfolgte die Abnahmefahrt des ersten komplett rekonstruierten Triebwagens. Erstmals seit 1985 war der Betrieb mit Beiwagen wieder möglich.

Komplette Gotha-Dreiwagenzüge verkehrten jetzt im Kirnitzschtal. Großes Interesse aber auch Verwunderung erregte die Erprobung und Präsentation eines DUEWAG-Niederflur-Gelenkwagens auf den Gleisen der Kirnitzschtalbahn. Vom 13. Juli bis 19. August 1993 lieh man sich das Fahrzeug von der "Halleschen Verkehrs AG". Als Ersatzinvestition schied es aus, da es nicht so recht in die Landschaft paßte und auch die Kosten erheblich wären.

Ab 5. Oktober 1993 stellte man den Betrieb der Bahn für 7 Monate ein. In dieser Zeit wurden die Verkehrsanlagen einschließlich Straßenbahnhof, Werkstatt und Stromversorgungsanlagen modernisiert. Eine historische Radsatzdrehbank aus dem Jahre 1899 blieb betriebsfähig erhalten. 1,6 km Gleis wurden erneuert. Die Endhaltestelle Lichtenhainer Wasserfall baute man neu und ein Abstellgleis bis zum Buswendeplatz wurde angelegt.

Die wohl bedeutendste Neuerung der Bahn stellte die Errichtung und Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung für den Bahnbetrieb dar. Aus Sonnenenergie sollte ein Teil des benötigten Bahnstroms gewonnen werden. Nach bisherigen Erfahrungen erzeugt die Anlage 30 Prozent des durchschnittlichen Jahresbedarfes an Fahrstrom. Die Kirnitzschtalbahn ist damit das zweite Schienenverkehrsmittel der Welt, das teilweise mit Sonnenenergie betrieben wird.

Nach umfangreichen Bauarbeiten an den Fahrleitungsanlagen der Bahn konnte am 1. Mai 1994 der planmäßige Fahrbetrieb wieder aufgenommen werden. Zuvor am 30. April feierte man den Abschluß der umfangreichen Erneuerungsmaßnahmen. Vertreter von Bundes- und Landesregierung nahmen als Gäste teil. Der sächsische Wirtschaftsminister Schommer erwähnte in einer Ansprache die umfangreichen Fördermittel des Landes in Höhe von 4,6 Mio DM.

Im Laufe des Jahres 1995 erfolgte die Übernahme weiterer 2 gebrauchter Triebwagen aus Plauen und Zwickau und 2er gebrauchter Beiwagen aus Zwickau vom Typ Gotha. In der eigenen Werkstatt wurden sie wieder aufgearbeitet. Der aufgestockte Wagenbestand sichert seit 1997, daß 3 Drei-Wagen-Züge bei Bedarf im 30-Minuten-Takt verkehren könnten. Anfang Juni 1998 fand eine Festwoche zum 100jährigen Bestehen des kleinsten öffentlichen Straßenbahnbetriebes Deutschlands statt.

 

Ein moderner Wagen der Verkehrsbetriebe Halle

Ein moderner Wagen der Verkehrsbetriebe Halle
Während der Festwoche zum 100jährigen Bestehen der Bahn anfang Juni 1998 verkehrte dieses moderne Fahrzeug aus Halle auf der Strecke.

         
    von Sascha Fritzsche