| Die Eisenbahn in Sachsen und der Sächsischen Schweiz | ||||||||||||
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| Bad Schandau-Lichtenhainer Wasserfall (Straßenbahn) | Das Schicksal der Bahn nach dem II.Weltkrieg (1949-1985) | |||||
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Die Bahnanlagen überstanden den Krieg relativ unbeschadet. Der Fahrbetrieb konnte bereits am 7. Juni 1945 wieder aufgenommen werden. Am Gleis machte sich jedoch in der Folgezeit zunehmender Verschleiß bemerkbar. Unterhaltungsmaßnahmen wurden im Krieg unterlassen. In der Nachkriegszeit waren weder Schienen noch anderes benötigtes Gleismaterial aufzutreiben. Der Gleiskörper aus Vignolschienen außerhalb des Schandauer Stadtgebietes war mittlerweile einseitig abgefahren. Kurzerhand behalf man sich mit dem Wenden der Schienen. Langfristig brachte das jedoch keinen Erfolg. 1959 begann man mit dem Einbau von gebrauchten Rillenschienen sowie mit solchen aus russischer Produktion. Eine notwendige Gesamtrekonstruktion ersetzte das aber nicht. Persönliches Engagement der Bahnmitarbeiter half, den Gleiskörper betriebsfähig zu erhalten. Schlechte Abschnitte reparierte man soweit es ging selbst. Unterstützung kam auch von den Dresdner Verkehrsbetriebe. Die alte Endhaltestelle am Lindenhof an der Fernverkehrsstraße F 172 führte zunehmend zu Verkehrsbehinderungen. 1963 verlegte man sie deshalb um 100 m vor das Hotel "Erholung". Im Stadtpark von Bad Schandau entstand später eine neue Umsetzanlage, die am 23. Mai 1969 in Betrieb ging. Gleichzeitig verkürzte man die Strecke bis dahin. Die moderne Umsetzanlage bekam einen Bahnsteig, zwei Weichen und ein Stumpfgleis. Der Gleiszustand der Gesamtstrecke verschlechterte sich jedoch weiter. Zu einer folgenschweren Entgleisung kam es am 21. Juli 1969 wegen einer Spurerweiterung. Oberhalb der Station Waldhäus'l kippte ein Triebwagen um und stürzte die Kirnitzschböschung hinab. 20 Personen wurden verletzt. Nach der Entdeckung weiterer Spurerweiterungen sperrte die Bahnaufsicht die gesamte Strecke. Der VEB Kraftverkehr Pirna übernahm den Scheinenersatzverkehr. Wieder stellte sich die Frage nach der Weiterexistenz. 1,8 km Gleiskörper mußten erneuert werden, was 800 000 DM kosten sollte. Am 3. Dezember 1969 fiel auf der Stadtverordnetenversammlung von Bad Schandau die Entscheidung für die Straßenbahn. Ausschlaggebend war dabei die Bedeutung der Bahn für den Fremdenverkehr in der Region. Während des Schienenersatzverkehr gingen die Fahrgastzahlen zurück. Der Rat des Bezirkes Dresden beschloß am 4. März 1970 einen Maßnahmeplan. In den nächsten 3 Jahren erfolgte der äußerst komplizierte Bahn-Ausbau. Materialengpässe und fehlende Baukapazität brachten immer neue Terminverzögerungen. Der VEB Kraftverkehr Pirna mußte durch den Transportbetrieb der SDAG Wismut ab Pfingsten 1972 beim Schienenersatzverkehr unterstützt werden. Die Betriebsangehörigen beteiligten sich an der Instandsetzung. Aufgenommen wurde der Betrieb wieder am 25. Juli 1972. 2,6 km Gleis waren neu verlegt. Endhaltestelle war vorläufig der neue Halt Nasser Grund. Am 24. Mai 1973 war Inbetriebnahme für den Streckenabschnitt bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Die Umsetzanlage dort wurde im Juni 1973 fertig. Trotz dieser Tatsachsen war eine umfassende Sanierung des gesamten Gleisnetzes wieder unterlassen worden. Die nicht erneuerten Gleisabschnitte verfielen weiter. Betriebsstörungen, Einschränkungen und Notreparaturen waren an der Tagesordnung. Nur der unermütliche Einsatz der Bahnangestellten hielt die Bahn betriebsfähig. Lange Zeit gab es nur 3 Stammfahrer, die vom Werkstattpersonal unterstützt wurden. Trotzdem stiegen die Fahrgastzahlen bis 1953 auf 579 000. Bis in die 80er Jahre pendelten sie sich auf 300 000 ein. Überlastungen und Verschleiß waren die Folgen. Nach der Stillegung der Lockwitztalbahn Dresden 1977 wurden von dort 5 Triebwagen übernommen und weitergenutzt. Von 1978 bis 1996 verkehrten sie auf der Strecke. Die MAN-Triebwagen verkehrten letztmalig 1979. Ersetzt wurden sie durch Gotha-Wagen B 2-62. Der großzügige Fahrzeugpark ließ einen 30-Minuten-Verkehr zu. Eine große Feier gab es zum 85jährigen Bestehen der Kirnitzschtalbahn 1983. Historische Triebwagen fuhren und im Depot wurde eine Ausstellung gezeigt. Ein Kuriosum der Bahn war die Signalstabübergabe. Da es auf der Strecke keine einzige Signalanlage gibt, kam es deshalb wahrscheinlich kurz nach dem 75jährigen Jubiläum zu einen Frontalzusammenstoß zweier Triebwagen in der Nähe des Depots. So wurde der Signalstab zur besseren Sicherung eingeführt. Für jeden der 3 geschaffenen Streckenabschnitte gab es einen farbigen Stab - rot, grün, blau - und jeder zusätzlich mit Kerben versehen. Nur wer den passenden Stab hat, darf den entsprechenden Streckenabschnitt befahren. Der Gleiszustand auf der gesamten Strecke verschlechterte sich zusehends. Seit 1973 wurden keine Gleiserneuerungen mehr durchgeführt. Aufgrund des desolaten Zustandes wäre es 1982 fast wieder zur Einstellung des Betriebes gekommen. Ein besonders kritisches Kurvengleis konnte im letzten Augenblick instand gesetzt werden. Große Unterstützung kam dabei von den Dresdner Verkehrsbetrieben und den Freunden des Modelleisenbahnverbandes. Als während der Saison 1985 infolge Gleisschadens am Ortseingang von Bad Schandau ein Wagenzug einfach aus den Schienen fuhr, wurde am 5. Dezember des Jahres der Fahrbetrieb ganz eingestellt. Auch der Rost brachte mehrere Fahrleitungsmasten zum Einsturz. Und wieder wird über eine Stillegung nachgedacht. Ersatzweise soll eine Buslinie die Beförderung übernehmen. |
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| von Sascha Fritzsche |