| Die Eisenbahn in Sachsen und der Sächsischen Schweiz | ||||||||||||
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| Heidenau-Altenberg | Museumsanlage im Bahnhof Bärenstein | |||||
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Auf dem Gelände des Bahnhofes Bärenstein an der Strecke will der Förderverein der Müglitztalbahn eine museale Außenanlage schaffen. Sie soll an die wechselvolle Geschichte der Müglitztalbahn erinnern und diese auch erlebbar machen. Da der Güterverkehr in der Geschichte der Müglitztalbahn eine bedeutende Rolle für die Entwicklung der regionalen Wirtschaft spielte, arbeitet der Verein an der Wiederherstellung eines alten Ladestraßengleises in Bärenstein und der Rekonstruktion historischer Güterwagen. Diese könnten in Zukunft hier ausgestellt werden.
blau dargestellt
ist der geplante Museumsbereich Zur Zeit laufen noch Verhandlungen
mit der Deutschen Bahn AG, die die Genehmigung für die Nutzung
des Geländes erteilt. In Anbetracht der anstehenden Arbeiten ist der Förderverein für jede Hilfe dankbar. Nähere Informationen zur Museumsanlage, zu Förderungsmöglichkeiten und den Einsatz von Spendengeldern sind beim Verein erhältlich: Förderverein für
die Müglitztalbahn e.V. Arbeiten für Ausstellung laufen auf Hochtouren (April 2000) Eine 18 Tonnen schwere Lok schwebt über dem Boden. Langsam, ganz langsam senkt sich das Schmuckstück. Das alte blaue Gefährt mit den farbbeschmierten Wänden diente vor 30, 40 Jahren als Rangierlok im Müglitztal. Jetzt erhält sie ihr neues Domizil - im Vereins- und Begegnungszentrum Bärenstein. Die neue Ausstellung über die Müglitztalbahn befindet sich gerade im Aufbau. Jörg Köhler aus Glashütte, Vorsitzender des Fördervereins für die Müglitztalbahn, hatte die Idee für das Museum. Er rettete damit die Lok aus Dresden-Friedrichstadt vor der Verschrottung. Stolz schaut er auf das Exemplar aus alten Zeiten: "Leider weiß ich nicht genau, wann sie gebaut wurde. Die entsprechenden Papiere fehlen. Aber in den 50er, 60er Jahren wurde sie gern eingesetzt, wie in der Peschelmühle in Burkhardtswalde-Maxen." Die Kosten für das Projekt teilen sich der Förderverein und die Stadt Bärenstein. Von beiden Geldgebern schauen sich Vertreter aufmerksam das Szenario an. Hans Rau aus Röhrsdorf, Mitglied im Förderverein, freut sich über die Lok: "Die Müglitztalbahn ist ein Stück Nostalgie, das für die Nachwelt erhalten bleiben muss." "Mit der Ausstellung soll der Tourismus in Bärenstein wieder belebt werden. Die meisten fahren nur durch unseren Ort durch, ohne anzuhalten", sagt Peter Hebler von der Stadtverwaltung Bärenstein. Auch Bärensteins stellvertretender Bürgermeister, Helmut Richter, schaut sich vor Ort um, wirft auch einen Blick auf das Bahnhofsgebäude. "Das steht seit 1994 leer. Über Fördermittel bringt die Stadt das Haus in seinen ursprünglichen Zustand von 1938 zurück. In den Räumen wird die Geschichte der Bahn dokumentiert", erzählt Richter. Gleich ist es geschafft. Andreas Vogel von der Chemnitzer Transportfirma dirigiert die Lok in die richtige Position. Behutsam setzen die Kranführer das historische Stück auf den Boden. Gespannt blicken die Leute auf die Lok, schießen Fotos, filmen das Ereignis. Wieder wird die Lok vorsichtig in die Luft gehoben. Träge hängt sie an Stahlketten über den Schienen. Im Schneckentempo lassen die Kranführer die Ketten tiefer und tiefer sinken. Andreas Vogel und ein paar Helfer schieben und ziehen das Gefährt millimetergenau über die Schienen. Die Lok sinkt immer weiter. Ein Quietschen ist zu hören. Das erste Ausstellungsstück steht auf seinem Platz. Die Zuschauer klatschen spontan. Die Mitarbeiter der Transportfirmen machen sich mit dem Tieflader und einem Kran auf den Weg zum Bahnhof Dohna-Köttewitz. Dort stehen schon seit 30 Jahren zwei alte Waggons ungenutzt herum. Sie stammen aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Alt sehen die Waggons wahrhaftig aus: Die Bretter der Wände sind modrig, der Unterbau ist verrostet, die Dachpappe völlig abgenutzt. Der Spezial-Unimog - ein Fahrzeug, das auf der Straße und auf Schienen fährt - schiebt einen Waggon auf Metallschienen. Über diese soll der auf den Laderaum gelangen. Aber da scheint jemand die acht Tonnen Gewicht unterschätzt zu haben. Unter dem schweren Waggon biegen sich die Schienen wie Gummi. Etwas ratlos stehen die Männer vor der Misére. Aber sie haben ja einen Telekran mit nach Dohna gebracht. Um den Waggon herum bringen die Transportarbeiter zwei breite Seile an. 16 Tonnen kann jedes einzelne Seil halten, ohne zu reißen. Der Kran hebt den Waggon in die Luft. Wieder gibt Andreas Vogel die Richtung an. Ziehen und Schieben, Unterleghölzer platzieren - wenige Minuten später steht der Waggon auf dem Tieflader, wird mit Eisenketten gesichert. Kurze Zeit später wollen die Männer aufbrechen. Aber der Tieflader streikt. Der Reparaturdienst muss her. Die Arbeiter stehen wartend auf dem Bahnhofsgelände. Matthias Oehmichen, der Fahrer des Tiefladers, entpuppt sich als echter Eisenbahnfan: "Ich habe eine ganze Vitrine voller Züge, besuche viele Ausstellungen. Mein Vater war Eisenbahner. Ich habe dort zwei Jahre als Kraftfahrer gearbeitet. Jede Aktion für die Bahn finde ich prima. Nur leider scheitert vieles am Geld." "Ich habe immer gehofft, dass die Waggons noch einmal verwendet werden. An solchen alten Stücken hängt man ganz einfach", sagt Klaus Noack mit funkelnden Augen. Der Mitarbeiter der Chemiefabrik, die den Bahnhof Köttewitz nutzt, übergibt die Waggons gern nach Bärenstein. Nach reichlich zwei Stunden ist der Tieflader wieder fit. Zügig folgt er dem Transporter mit den orangefarbenen Signalleuchten über die Landstraße. An die Bahnbrücke zwischen Glashütte und Bärenhecke fährt Matthias Oehmichen langsam heran. 3,90 Meter ist sein Auto hoch - die Brücke auch. Nur über der Straßenmitte ragt sie etwas höher. Knapp passt der Tieflader hindurch. Wenig später steht der Waggon ebenfalls in Bärenstein auf den Schienen. Am Abend ist das Trio komplett. Zur Eröffnung des Museums werden die drei Zeitzeugen wieder im alten Glanz erstrahlen. Quelle: Sächsische Zeitung |
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| von Sascha Fritzsche |