Die Eisenbahn in Sachsen und der Sächsischen Schweiz
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Heidenau-Altenberg   Nachrichten zur Strecke 1997 bis 2000    

 

       

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Müglitztalbahn fährt jetzt mit neuen Triebwagen 23.09.2000

Für die traditionsreiche Müglitztalbahn zwischen Heidenau und Altenberg bricht am Sonntag ein neues Zeitalter an. Dann sind erstmals die neuen Triebwagen vom Typ VT 642 im Einsatz. Am Montag wird nach Auskunft des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO) zudem der Stundentakt eingeführt. Der neue Regiosprinter legt die 38 Kilometer lange Strecke durch das Müglitztal ins Osterzgebirge in 55 Minuten zurück und kostet 3,6 Millionen Mark. Der Freistaat übernimmt für die Anschaffung von insgesamt 46 dieser Triebwagen in Sachsen 147 Millionen Mark, das sind 90 Prozent der Kosten. Insgesamt fünf der Triebwagen, die in Krefeld gebaut werden, sind ab Sonntag auf der Müglitztalbahn im Einsatz, sagte VVO-Geschäftsführer Knut Ringat gestern in Dresden. Ursprünglich sollten sie bereits zum Fahrplanwechsel Ende Mai fahren, doch Lieferschwierigkeiten seitens der Industrie sorgten dafür, dass bisher noch die alten Züge mit Diesellok und nach altem Fahrplan fahren. Der neue Regiosprinter hat eine Länge von knapp 42 Metern und wiegt lediglich 64 Tonnen. Das führt nach Auskunft der Deutschen Bahn AG zu erheblich niedrigeren Betriebskosten und Personaleinsparungen. Der Triebwagen erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde. Auf der kurvenreichen und gebirgigen Strecke durchs Müglitztal sind es immerhin siebzig "Sachen". Der Zug hat 123 Sitzplätze, davon zwölf in der ersten Klasse. Die Einstiegshöhe der Eingänge liegt nur knapp über dem Niveau der Bahnsteige. Durch Niederflurbereiche kann der Triebwagen auch von Behinderten genutzt werden. Die Triebwagen fahren werktags zwischen 4.33 und 20.33 Uhr tagsüber fast durchgängig im Stundentakt von Heidenau bzw. Altenberg ab. An Sonnabenden, Sonn- und Feiertagen ist durchgängiger Zwei-Stunden-Takt. Hinzu kommen am Wochenende in den Wintermonaten zwischen 25. November und 11. März drei zusätzliche Wintersportzüge zwischen Dresden-Hauptbahnhof und Altenberg. Der Fahrplan der Müglitztalbahn richtet sich zudem nach dem S-Bahn-Verkehr zwischen Dresden und Pirna. Die Busanschlüsse in Glashütte sowie die Fahrzeiten der Regionalbuslinien 360 und 368 von Altenberg nach Zinnwald und Teplitz (Teplice) wurden ebenfalls angepasst. Der VVO rechnet Ringat zufolge in den kommenden Monaten auf dieser Bahnstrecke mit einem Fahrgastzuwachs von mindestens 25 bis 30 Prozent. Genutzt werde die Müglitztalbahn von vielen Schülern, Pendlern, Ausflüglern und Touristen. Mit der Müglitztalbahn - so Ringat - seien jetzt alle Nebenbahnstrecken des VVO auf Stundentakt umgestellt.
(Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten)


Müglitztalbahn fährt im Stundentakt - nur noch 55 Minuten Fahrzeit 23.09.2000

Auf der Müglitztalbahn Heidenau-Altenberg startet am Montag ein neuer Fahrplan mit Stundentakt im Bahnverkehr. Der Einsatz von drei modernen Leichttriebwagen der Baureihe VT 642 ermöglicht für die kurvenreiche Strecke zwischen dem Elbtal und dem Osterzgebirgskamm auch kürzere Fahrzeiten als bisher. Die Reisezeit liegt durch den neuen Regiosprinter unter einer Stunde. Zwischen Juni und September 1999 wurden elf Kilometer Gleis erneuert und eine neue Signal- und Sicherungstechnik installiert. Dadurch konnte die Streckengeschwindigkeit von 50 auf 70 km/h erhöht werden. Vor der Sanierung der Strecke brauchte der Zug 72 Minuten von Heidenau bis Altenberg. Danach waren es zwischen 65 und 68 Minuten. Mit dem RegioSprinter sollen es nur noch 55 Minuten sein. "Es macht keinen Unterschied mehr, ob die Müglitztalbahn bergauf oder bergab fährt. Die Zeit bleibt gleich", erklärt der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Oberelbe, Knut Ringat. Die Sanierung der kurvigen Gebirgsstrecke kostete rund 37 Millionen Mark. Eine vom Verkehrsverbund abgegebene Bestellgarantie von 20 Jahren war Ende 1997 eine wichtige Voraussetzung, um den Streckenausbau zu ermöglichen. Insgesamt hat die Deutsche Bahn AG 150 Leichttriebwagen beim Hersteller Siemens in Krefeld bestellt. In Sachsen kommen davon 46 zum Einsatz. In den komfortablen Fahrgasträumen eines Sprinters finden 123 Reisende einen Sitzplatz. Ein Fahrzeug kostet etwa 3,6 Millionen Mark. Der Freistaat beteiligt sich mit 147 Millionen Mark an der Finanzierung. Zwischen Oktober und Dezember 1999 zählte die Bahn durchschnittlich 1 336 Fahrgäste täglich. "Durch den Stundentakt erhoffen wir uns mindestens 30 Prozent mehr Passagiere. Vor allem Schüler und Berufspendler werden die Müglitztalbahn verstärkt nutzen", sagt Ringat. Ab dem 25. November verkehren am Wochenende bei günstigen Wintersportverhältnissen zwei zusätzliche Züge zwischen dem Elbtal und dem Osterzgebirgskamm. Durch zusätzliche Wagen finden in ihnen jeweils 240 Fahrgäste einen Sitzplatz. Am Montag beginnt auf der Müglitztalbahn ein dreiwöchiger Probebetrieb. Am 15. Oktober wird das Komplettangebot "Im Stundentakt mit neuem Fahrzeug" mit einem Streckenfest feierlich eröffnet.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Neues Video zur Müglitztalbahn zeigt Sonderfahrten und historische Aufnahmen 17.08.2000

Jetzt kann man wieder die Müglitztalbahn in der Wohnstube fahren lassen. Der Förderverein hat in Zusammenarbeit mit der Filmproduktion Krautwurst aus Schmiedeberg das Video "Müglitztalbahn Special" veröffentlicht. Der 42-minütige Film soll eine Ergänzung zu dem Video "Die Müglitztalbahn von Heidenau nach Altenberg/Erzgeb." sein. Er zeigt Ausschnitte von Sonderfahrten auf der Strecke und bisher unveröffentlichte Aufnahmen aus den 50er Jahren. Der Film bietet einen Einblick in mehr als 60 Jahre Bahngeschichte im Müglitztal. Mit einem kurzen Rückblick auf 1968 steigt der Zuschauer in die Welt der Eisenbahn im Müglitztal ein. Damals begann die V-100 Lokbaureihe ihren Dienst, die noch bis Herbst diesen Jahres auf der Strecke fahren wird. Der Zuschauer ist dann hautnah dabei, wenn es durch das grüne Tal mit einem Dampflok-Sonderzug nach Altenberg geht. Diese Aufnahmen entstanden im Mai 1999 zur 60-Jahr-Feier der Normalspurstrecke. Nach mehreren Hochwassern baute die Bahn in den 30er Jahren ein neues Gleisbett an den Talhängen. Dabei wurden auch die Schmalspurschienen ersetzt. Freunden von historischen Zügen schlägt das Herz bei den Aufnahmen vom Februar diesen Jahres höher. Zwei Dampfloks zogen einen Sonderzug von Chemnitz durch das verschneite Erzgebirge zur Bob-Weltmeisterschaft nach Altenberg. Ein Höhepunkt sind Aufnahmen aus den 50er Jahren, die einen Eindruck vermitteln, wie Personen- und Güterzüge durch das enge Tal schnauften, zum Beispiel 1952 als Bärenstein sein 750-jähriges Bestehen feierte. Auch die Arbeit des Fördervereins beleuchtet der Film. So zeigt er einen Leichtbauwagen von 1936/37, der in der Tschechischen Republik aufgestöbert und vom Verein nach Deutschland überführt wurde (SZ berichtete). Von den "Altenberger Wagen" wurden 92 Stück für diese Strecke gebaut. Die Deutsche Bahn verschrottete vor acht Jahren ihre letzten Exemplare. Dieser Wagen wird gegenwärtig in Görlitz restauriert und soll später im Begegnungszentrum in Bärenstein ausgestellt werden, das Förderverein und Stadt betreiben. "Für alle, die an den Sonderfahrten teilgenommen haben, soll das Video eine Erinnerung sein", sagt Jörg Köhler, Vorsitzender des Fördervereins. "Wir wollen auch Fremden einen Eindruck von der Schönheit unserer Gegend vermitteln und sie ins Müglitztal locken." Lange und unkommentierte Ausschnitte von Dampflok-Sonderfahrten im Müglitztal prägen diesen Film. Für Freunde der Eisenbahn und speziell von Dampfloks ist er sicher ein Leckerbissen. Wer auf Informationen zur Strecke oder zu den Zügen hofft, den lässt das Video etwas im Stich. Am Ende liefert es einen interessanten Einblick in die Arbeit des Fördervereins. Das Video ist bei Cornelia Uhlmann, Altenberger Str. 8 in 01768 Glashütte (Fax: 03 50 53 / 4 73 13) und bei der Reiseagentur Uhlmann in Heidenau zum Preis von 35,90 DM erhältlich. Ein Teil vom Erlös unterstützt die Arbeit des Fördervereins.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Stadt Bärenstein im Müglitztal will ihren Bahnhof zum Anziehungspunkt machen 03.08.2000

In den ehemaligen Bahnhof Bärenstein kehrt neues Leben ein. Derzeit baut die Stadt zusammen mit dem Förderverein für die Müglitztalbahn das Gebäude zum Vereins- und Begegnungszentrum um. Vor allem auch Touristen, die mit der Bahn oder dem Auto ankommen, sollen damit gelockt werden, einen kleinen Abstecher zu machen. Denn jetzt fährt jeder, der das Müglitztal hoch in Richtung Geising oder Altenberg unterwegs ist, regelrecht um den Berg herum, auf dem die Stadt Bärenstein liegt. Man muss schon genau hinsehen, um wenigstens das Schloss durch die Bäume zu erspähen. Schlechte Voraussetzungen für eine Stadt, die gerne ein wenig mehr touristisches Leben bei sich hätte. Künftig soll der Bahnhof als Aushängeschild der Stadt dienen. Die Stadt Bärenstein hat das Bahnhofsgebäude von der Deutschen Bahn für 80 000 Mark gekauft. Nun bringen ihre Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit dem Förderverein das Gebäude auf Vordermann. Rund 300 000 Mark kostet die Sanierung voraussichtlich. 240 000 Mark kommen aus einem Topf der Europäischen Union, 60 000 Mark Eigenleistungen müssen die Bärensteiner auf die Beine stellen. "Das wird aber nicht ausreichen, wir werden mehr Arbeit reinstecken", sagt Bürgermeister Hartmut Kohl. Peter Hebler ist im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme eingestellt, um die Arbeiten zu koordinieren und das Konzept für die Begegnungsstätte auszuarbeiten. Momentan schützt eine Plastikplane die Holzverkleidung im früheren Empfangsgebäude. Es ist noch so erhalten wie Anfang der 90er Jahre, als hier die letzten Fahrkarten verkauft wurden. Nur die Toiletten werden neu eingebaut und die Decke muss aufgefrischt werden. Fahrkarten können Touristen hier dann trotzdem nicht erwerben, aber Informationen über die Stadt Bärenstein und ihre Umgebung soll es geben. "Das bietet sich doch an", sagt Jörg Köhler, der Vorsitzende des Fördervereins. "Für Autofahrer haben wir hier ausreichend Parkplätze und die Bahn hält sowieso. Dann erfahren die Gäste, was sie in der Umgebung machen können. Eine schöne Route wäre beispielsweise, über Bärenstein und den Geisingberg nach Altenberg zu wandern. Und mit dem Zug geht es wieder zurück." Und wenn das Wetter einmal nicht so mitspielt, soll der ehemalige Bahnhof selbst zum Anziehungspunkt werden. Die Mitglieder des Fördervereins wollen den ehemaligen Eisenbahner-Dienstraum wieder mit Leben erfüllen. In der Mitte decken Bretter den Schacht ab, der in den darunter liegenden Keller führt. Hier stand früher die so genannte Hebelbank. Bärenstein hatte ein kleines Stellwerk, mit dem beispielsweise die Güterzüge ins ehemalige Sägewerk geleitet wurden oder in Bärenhecke aufs Ladegleis für die Mühle und Bäckerei. Das wurde schon lange abgebaut, aber der Verein hat sich die Technik aus einem anderen Bahnhof gesichert und will sie wieder aufstellen. Andere Einrichtungen sind noch erhalten. So steht der Fernmeldeschrank noch, ein schmaler, hoher, grauer Blechkasten. In einem Schieber liegen sogar die Morsetafeln dazu. In den 30er oder 40er Jahren kamen Meldungen in der Regel noch als Morsestreifen. Im früheren Güterschuppen lagert Baumaterial, hier soll in Zukunft Raum für wechselnde Ausstellungen sein. Und auf dem Freigelände stehen jetzt schon eine alte Lok und zwei Wagen. Derzeit laufen Verhandlungen mit der Bahn über einen Kauf der Nebengleise. Für den Verkehr auf der Müglitztalbahn werden sie seit der Sanierung nicht mehr benötigt. Im Spätherbst soll der erste Raum für Besucher zugänglich werden, sagt Bürgermeister Hartmut Kohl.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Aus Sorge um die Müglitztalbahn - Verein schaut der Bahn auf die Finger 02.08.2000

Jetzt fährt schon der neue Triebwagen im Testbetrieb auf der Müglitztalbahn, die Gleise wurden erneuert und wenn die Bahn genug neue Fahrzeuge hat, dann ist auch der Stundentakt vorgesehen. Viele haben daran mitgearbeitet. Auch die Mitglieder des Fördervereins für die Müglitztalbahn schreiben sich diese Erfolge auf ihre Fahnen. "1997 kam die Diskussion über die Bahnstrecke auf, ob sie nicht stillgelegt werden sollte. Da dachte ich mir, das kann man doch nicht einfach dem Selbstlauf überlassen und stillschweigend hinnehmen. Als erste Aktion starteten wir eine Unterschriftensammlung", erinnert sich Jörg Köhler an die Anfänge des Fördervereins. 800 Menschen unterzeichneten seinerzeit für den Erhalt der Bahnlinie. Der Förderverein wurde offiziell im Januar 1998 gegründet. Eine seiner ersten Aktionen war eine große Informationsveranstaltung im Glashütter Kulturhaus zur Zukunft der Müglitztalbahn. Der Verein begleitet die Aktivitäten der Deutschen Bahn seither. Dabei haben die Aktivitäten zwei Zielrichtungen. Der Verein will die Bahnstrecke weiter entwickeln und Perspektiven aufzeigen, wie Jörg Köhler berichtet. Aber der Verein will auch die Tradition bewahren. Bei Sonderfahrten mit dampfbespannten Zügen genossen dies schon viele Fahr- und Zaungäste. Aber auch in dem geplanten Begegnungs- und Vereinszentrum im ehemaligen Bahnhof Bärenstein soll erstens den Touristen ein Eindruck vom Bahnbetrieb im Müglitztal zu früheren Zeiten vermittelt werden. Zweitens will der Verein hier die Geschichte der Stecke dokumentieren von den ersten Planungen für die Schmalspurbahn im 19. Jahrhundert über den Neubau der Normalspurstrecke in den 30er Jahren bis in die heutige Zeit hinein. Bei den 20 Mitgliedern sind unterschiedliche Gruppen vertreten, Eisenbahner, Fans oder Leute, die sich aus Heimatverbundenheit dafür engagieren. Die meisten leben auch im Müglitztal. Ein Fördermitglied kommt sogar aus Mainz und der Vorsitzende selbst tanzt auch ein wenig aus der Reihe. Der gebürtige Glashütter lernte bei Zinnerz in Altenberg Elektriker und machte an der Ingenieurschule Glashütte eine Ausbildung als Techniker. 1993 ging er zur Bundeswehr. Der Oberleutnant studiert Betriebswirtschaft an der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Derzeit steckt er gerade im Examen. Bisher hatte er beruflich nichts mit der Bahn zu tun. Das wird sich aber voraussichtlich im kommenden Frühjahr ändern. Dann wird Köhler eine Stelle als Verkehrsoffizier in Leipzig antreten. Seine Aufgabe wird der Kontakt zur Bahn sein in allen Fragen, die beispielsweise Truppentransporte in Sachsen anbelangen.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Neue Züge lange erwartet - Triebwagen im Ausbildungsbetrieb auf der Müglitztalbahn 06.07.2000

Die neuen Triebwagen fahren seit gestern auf den Schienen der Müglitztalbahn. Sie rollen zurzeit im Ausbildungsbetrieb, die Lokführer üben, mit der neuen Technik umzugehen. SZ hörte sich gestern im ersten Zug um, der nach Altenberg fuhr. "Die neuen Wagen fahren schnell und ruhig. Das ist sehr angenehm", sagt Alina Hermus aus Lauenstein, die regelmäßig mit dem Zug ins Gymnasium Altenberg fährt. "Aber ich finde es nicht so schön, dass es keine kleinen Abteile mehr gibt, wie in den alten Zügen. So höre ich zum Beispiel den Lärm der Kinder durch den ganzen Wagen und das finde ich nervig." "Besonders schön sind die bequemen Sitze, die Höhe im Innenraum, die hohe Geschwindigkeit und der Stauraum auf den Ablageflächen. Ich habe schon lange auf diese Züge gewartet und bin heute extra deswegen mitgefahren", erzählt Friedmund Vogel, ein begeisterter Wanderer aus Schlottwitz. Mehrere Schülergruppen, die Wandertag hatten, waren mit den Triebwagen unterwegs. Ute Däumichen, Lehrerin am Pestalozzi-Gymnasium in Heidenau, bemängelte: "Bei drei Schulklassen wird es sehr eng in dem Wagen." Der helle Innenraum der Triebwagen ist mit Blautönen, Holzverkleidungen und Metallgestellen gestaltet. Viele Fahrgäste waren darüber begeistert, so auch Monika Kaiser aus Pirna: "Ich finde die Züge klasse. Sie sind sehr komfortabel und innen wie außen schön." In Altenberg wartete schon ein gutes Dutzend Eisenbahnfans mit Fotoapparaten und Videokameras auf die neuen Wagen. Sven Jäpel sagte: "Ich hoffe, dass es jetzt mit den neuen Zügen nicht mehr so viele Pannen gibt und dass sie planmäßig fahren." 123 Sitzplätze gibt es, davon zwölf in der ersten Klasse. Neben dem höheren Komfort bietet der Zug den Fahrgästen vor allem bessere Information. Alle Ziele werden angesagt und zusätzlich an einer Leuchttafel angezeigt. Nach wie vor ist nicht bekannt, wann die Bahn den gesamten Schienenverkehr im Müglitztal auf die neuen Fahrzeuge umstellt. Der ursprünglich vorgesehene Zeitpunkt Ende Juli ist nicht mehr zu halten, wie die Bahn mitteilte. Die Industrie kommt mit den Lieferungen nicht termingerecht nach. Diese und nächste Woche läuft noch die Ausbildung auf der Strecke für zehn Lokführer, im August machen sie eine Prüfung. Wenn sie dann alle die Lizenz haben, mit dem VT 642 fahren zu dürfen, könnte es eigentlich losgehen, wenn denn die Fahrzeuge auch kommen.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Triebwagen im Probebetrieb auf der Müglitztalbahn 04.07.2000

Ab Mittwoch werden sieben Tage lang Triebwagen im Probebetrieb auf der Müglitztalbahn fahren, wie SZ erfuhr. Sie übernehmen die Vormittagsverbindung, die um 8.32 Uhr in Altenberg ankommt und 10.31 Uhr wieder talwärts fährt. Nachmittags kommt der Triebwagen um 13.04 Uhr in Altenberg an und fährt wieder um 13.23 Uhr. Ziel ist, die neuen Fahrzeuge im normalen Betrieb zu testen und das Personal auszubilden, ehe Triebwagen für den gesamten Bahnverkehr im Müglitztal eingesetzt werden. Der Test soll ab 19. Juli wiederholt werden.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Dampflok-Sonderfahrten und Foto-Güterzug auf der Müglitztalbahn zum Jubiläum 07.06.2000

Mit einem Bahnhofsfest, Dampflok-Sonderfahrten und einem Foto-Güterzug feiert der Förderverein für die Müglitztalbahn zu Pfingsten das 110-jährige Bestehen der Verbindung Heidenau-Altenberg. Am 17. November 1890 fuhr auf Schmalspurgleisen der erste Zug zwischen Mügeln (Heidenau) und Geising. Die Verlängerung der Müglitztalbahn bis Altenberg wurde allerdings erst am 10. November 1923 eingeweiht. Die heute 38 Kilometer lange Normalspurlinie, die einen Höhenunterschied von 634 Metern überwindet, gilt als eine der schönsten Bahnstrecken Sachsens. Besonders romantisch ist die Fahrt durch das Tal der Müglitz mit einer historischen Dampflok, wie sie Eisenbahnfreunde am 11. Juni wieder einmal erleben können. Gemütlich schnauft das Ungetüm, das in Bärenstein Wasser nimmt, durch fünf Tunnel und über 92 Brücken oder Durchlässe. Vorbei an Weesenstein, durch die Uhrenstadt Glashütte und die typische Osterzgebirgsstadt Geising. Geradezu atemberaubende Aussichten auf die Landschaft bieten die letzten Kilometer um den Geisingberg herum bis zur Endstation Altenberg. Natürlich wurde die Müglitztalbahn zunächst nicht für den Ausflugsverkehr gebaut. Es waren vielmehr wirtschaftliche Gründe. Mitte des 19. Jahrhunderts setzte im Müglitztal ein industrieller Aufschwung ein. Schon 1865 trafen sich Industrielle und Kaufleute in Glashütte, um den Bau einer Eisenbahn zu erörtern. Aber es sollte noch 25 Jahre dauern, bis der erste Güterzug durch das Tal ratterte. Durch den rasant wachsenden Ausflugsverkehr genügte die Schmalspurbahn den Anforderungen bald nicht mehr. Sie war auch viel zu langsam: Der Omnibus fuhr in 84 Minuten von Dresden nach Altenberg, die Bahn brauchte dafür 147 Minuten. Erst 1939, nach dem Umbau auf Normalspur, war der Zug mit 77 Minuten Fahrzeit wieder schneller als der Bus, Wintersportzüge schafften es ohne Zwischenstopp sogar in weniger als einer Stunde. Letztere waren auch zu DDR-Zeiten beliebt. Der Fortbestand der Müglitztalbahn schien gesichert. Bis zur Wende. Am 1. Januar 1995 stellte die Deutsche Bahn den Güterverkehr auf der Strecke ein. Außer Lauenstein wurden außerdem alle Bahnhöfe für den Personenverkehr geschlossen. Angesichts des maroden Schienennetzes und sinkender Fahrgastzahlen war die Stilllegung so gut wie beschlossen. Dass es die Müglitztalbahn noch gibt, ist engagierten Eisenbahnfreunden zu danken, die 1997 über 8 000 Unterschriften für den Erhalt sammelten. Der Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe gab schließlich eine 20-jährige Bestandsgarantie. Bis Oktober 1999 wurde die Strecke für rund 40 Millionen Mark komplett saniert.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Historischer Waggon der Müglitztalbahn jetzt in Görlitz 23.05.2000

Ja, welcher ist es denn? Die sehen ja alle gleich aus. Der Eisenbahnliebhaber lächelt. Er hat ihn natürlich längst entdeckt: Den C4i-35a. Es ist der letzte von einst 96 Personenwagen des Typs Altenberg-Heidenau, die zwischen 1935 bis 1937 für die Müglitztalbahn gebaut wurden. In Zlonice, tief in der böhmischen Provinz, fristete er fensterlos bis Donnerstag sein Dasein. Nein, ein Schmuckstück ist er wirklich nicht mehr, auch wenn der Heidenauer Reinhard Barthel, Vizechef des Fördervereins Müglitztalbahn, den Zustand "als nicht so tragisch" bezeichnet. Rostbraun ist seine dominierende Farbe, wie überall auf dem Bahnhof am Rande der Stadt auf halbem Wege zwischen Teplice und Prag. Hier befindet sich das Altersheim für ausrangierte Eisenbahnwaggons der Tschechischen Republik. Zumeist sind es die letzten ihrer Art, die aneinandergereiht dahinsiechen. Manche sind mit "Muzeum" beschriftet, was sie aber nicht vor dem Verfall bewahrt. Das ehrenamtliche Eisenbahnmuseum Zlonice betreut die Veteranen. Dem Verein mangelt es jedoch an Geld, eine Restaurierung ist derzeit undenkbar. Langsam aber stetig verwandelt sich deshalb der museale Fuhrpark auf Schienen in einen Schrotthaufen. Was wiederum zum Bahnhofsgebäude passt, das einen ruinösen Eindruck macht, obwohl es noch von einer Vielzahl von Bahnbeamten besetzt ist. Die Art ihrer Tätigkeit bleibt im Halbdunkel ihres Kabuffs verborgen. Nur höchstens fünfmal am Tag hält in Zlonice ein Zug. Selbst die Schienen, zwischen denen der Mohn blüht, sind schon angerostet. In Zlonice tropft die Zeit, sie fließt nicht. Alle Menschen bewegen sich langsamer als gewohnt. Der Hausmeister mäht das Gras in einem Tempo, dass man meint, er sei das Standbild des Zlonicer Sensenmannes. So eingestimmt, wundert es kaum, dass der für 11 bestellte Kran erst nach 12 Uhr eintrifft. Gemächlich schreiten Karel Zedek und Vladimir Soukop das Terrain ab, suchen die beste Position für ihre Maschine. Zumindest tun sie so. Die Deutschen fühlen sich an längst vergangene Zeiten erinnert. Andreas Vogel, dem Fachmann für Spezialtransporte der Menzl GmbH, kribbelt es in den Fingern. Aber er bleibt ruhig und sachlich, will, dass die beiden Tschechen endlich zur Tat schreiten. Sie verstehen nicht. Mit Händen und Fußen zeigt er die gewünschte Bewegungsrichtung des Auslegers, malt "18 t" mit den Fingern in den Kies. Aha, 18 Tonnen wiegt der Waggon ohne Drehgestelle. Sie nicken. Es dauert noch über eine Stunde, bis der Waggon endlich an Ketten und Schlaufen baumelnd über dem Tieflader des Berliner Unternehmens Poppe und Wittrock schwebt. Gerade rechtzeitig trifft die dreiköpfige Zollkommission wieder ein. Geschlagene drei Stunden haben sie in Kladno um eine Unterschrift gerungen: Jörg Köhler, Vorsitzender des Fördervereins Müglitztalbahn, Tomá- Cech, Vorsitzender des Museumsvereins und Dolmetscherin Viera Richter von der Euroregion Elbe/Labe in Pirna. Eine andere Unterschrift unter die Ausfuhrgenehmigung, die des Nationalmuseums in Prag, überreichte Cech bereits am Vormittag in einem beinahe feierlichen Moment vor laufender Fernsehkamera an Köhler. Wegen dieses fehlenden Autogramms war vor vier Wochen der Transport gescheitert. Spediteur Vogel musste von heute auf morgen sieben beteiligten Firmen absagen, darunter zwei tschechischen, und einen neuen Termin koordinieren. Nachdem Köhler mit den Zollbeamten auf tschechischer Seite am Grenzübergang Neugersdorf noch einmal "ein paar nette Worte" reden musste, traf der Konvoi gegen 22 Uhr in Görlitz ein. Seit gestern Vormittag steht der Wagen in der Werkstatt, am Montag beginnt die Sanierung - einer der Zlonicer Waggons wird also überleben.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Alter Waggon für Bärenstein kommt später - Fehlende Unterschrift der tschechischen Behörden 28.04.2000

Die geplante Überführung des wahrscheinlich letzten noch existierenden historischen Personenwagens der Müglitztalbahn von Tschechien nach Deutschland ist vorerst gescheitert. Jörg Köhler, Vorsitzender des Fördervereins Müglitztalbahn, hat am Mittwoch Nachmittag den Transport kurzfristig absagen müssen. Grund dafür ist eine fehlende Unterschrift unter die Genehmigung des Prager Nationalmuseums. Ohne dieses Papier würde der 65 Jahre alte Waggon an der Grenze nicht vom Zoll abgefertigt. Der nicht mehr fahrtaugliche 3. Klasse-Wagen sollte mit einem Tieflader über den Grenzübergang Neugersdorf nach Görlitz gebracht werden. In einer Spezialwerkstatt soll er hier anhand inzwischen aufgefundener alter Bauzeichnungen bis nächstes Jahr originalgetreu restauriert werden, um dann das Schmuckstück der geplanten Ausstellung auf dem Bahnhof Bärenstein zu werden. Auf einem Abstellgleis der tschechischen Staatsbahn hat der Wagen der Baureihe Altenberg die Zeit überdauert,wenn auch nicht unbeschadet. Köhler will nun in zwei Wochen einen erneuten Versuch starten, den 1998 von Vereinsmitgliedern aufgespürten Zeitzeugen der Eisenbahngeschichte nach Deutschland zu ho1en. Eigentümer ist der Verein bereits.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Ausstellung mit Schienenfahrzeugen in Bärenstein an der Müglitztalbahn 08.04.2000

Eine 18 Tonnen schwere Lok schwebt über dem Boden. Langsam, ganz langsam senkt sich das Schmuckstück. Das alte blaue Gefährt mit den farbbeschmierten Wänden diente vor 30, 40 Jahren als Rangierlok im Müglitztal. Jetzt erhält sie ihr neues Domizil - im Vereins- und Begegnungszentrum Bärenstein. Die neue Ausstellung über die Müglitztalbahn befindet sich gerade im Aufbau. Der erste Zug fuhr immerhin schon 1890 von Mügeln, heute Stadtteil von Heidenau, nach Geising-Altenberg. Jörg Köhler aus Glashütte, Eisenbahnfan und Vorsitzender des Fördervereins für die Müglitztalbahn, hatte die Idee für das Museum. Er rettete damit die Lok aus Dresden-Friedrichstadt vor der Verschrottung. Stolz schaut er auf das Exemplar aus alten Zeiten: "Leider weiß ich nicht genau, wann sie gebaut wurde. Die entsprechenden Papiere fehlen. Aber in den 50er, 60er Jahren wurde sie gern eingesetzt, wie in der Peschelmühle in Burkhardtswalde-Maxen." Die Kosten für das Projekt teilen sich der Förderverein und die Stadt Bärenstein. Von beiden Geldgebern schauen sich Vertreter aufmerksam das Szenario an. Hans Rau aus Röhrsdorf, Mitglied im Förderverein, freut sich über die Lok: "Die Müglitztalbahn ist ein Stück Nostalgie, das für die Nachwelt erhalten bleiben muss." "Mit der Ausstellung soll der Tourismus in Bärenstein wieder belebt werden. Die meisten fahren nur durch unseren Ort durch, ohne anzuhalten", sagt Peter Hebler von der Stadtverwaltung Bärenstein. Auch Bärensteins stellvertretender Bürgermeister, Helmut Richter, schaut sich vor Ort um, wirft auch einen Blick auf das Bahnhofsgebäude. "Das steht seit 1994 leer. Über Fördermittel bringt die Stadt das Haus in seinen ursprünglichen Zustand von 1938 zurück. In den Räumen wird die Geschichte der Bahn dokumentiert", erzählt Richter. Gleich ist es geschafft. Andreas Vogel von der Chemnitzer Transportfirma dirigiert die Lok in die richtige Position. Behutsam setzen die Kranführer das historische Stück auf den Boden. Gespannt blicken die Leute auf die Lok, schießen Fotos, filmen das Ereignis. Wieder wird die Lok vorsichtig in die Luft gehoben. Träge hängt sie an Stahlketten über den Schienen. Im Schneckentempo lassen die Kranführer die Ketten tiefer und tiefer sinken. Andreas Vogel und ein paar Helfer schieben und ziehen das Gefährt millimetergenau über die Schienen. Die Lok sinkt immer weiter. Ein Quietschen ist zu hören. Das erste Ausstellungsstück steht auf seinem Platz. Die Zuschauer klatschen spontan. Die Mitarbeiter der Transportfirmen machen sich mit dem Tieflader und einem Kran auf den Weg zum Bahnhof Dohna-Köttewitz. Dort stehen schon seit 30 Jahren zwei alte Waggons ungenutzt herum. Sie stammen aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Alt sehen die Waggons wahrhaftig aus: Die Bretter der Wände sind modrig, der Unterbau ist verrostet, die Dachpappe völlig abgenutzt. Der Spezial-Unimog - ein Fahrzeug, das auf der Straße und auf Schienen fährt - schiebt einen Waggon auf Metallschienen. Über diese soll der auf den Laderaum gelangen. Aber da scheint jemand die acht Tonnen Gewicht unterschätzt zu haben. Unter dem schweren Waggon biegen sich die Schienen wie Gummi. Etwas ratlos stehen die Männer vor der Misére. Aber sie haben ja einen Telekran mit nach Dohna gebracht. Um den Waggon herum bringen die Transportarbeiter zwei breite Seile an. 16 Tonnen kann jedes einzelne Seil halten, ohne zu reißen. Der Kran hebt den Waggon in die Luft. Wieder gibt Andreas Vogel die Richtung an. Ziehen und Schieben, Unterleghölzer platzieren - wenige Minuten später steht der Waggon auf dem Tieflader, wird mit Eisenketten gesichert. Kurze Zeit später wollen die Männer aufbrechen. Aber der Tieflader streikt. Der Reparaturdienst muss her. Die Arbeiter stehen wartend auf dem Bahnhofsgelände. Matthias Oehmichen, der Fahrer des Tiefladers, entpuppt sich als echter Eisenbahnfan: "Ich habe eine ganze Vitrine voller Züge, besuche viele Ausstellungen. Mein Vater war Eisenbahner. Ich habe dort zwei Jahre als Kraftfahrer gearbeitet. Jede Aktion für die Bahn finde ich prima. Nur leider scheitert vieles am Geld." "Ich habe immer gehofft, dass die Waggons noch einmal verwendet werden. An solchen alten Stücken hängt man ganz einfach", sagt Klaus Noack mit funkelnden Augen. Der Mitarbeiter der Chemiefabrik, die den Bahnhof Köttewitz nutzt, übergibt die Waggons gern nach Bärenstein. Nach reichlich zwei Stunden ist der Tieflader wieder fit. Zügig folgt er dem Transporter mit den orangefarbenen Signalleuchten über die Landstraße. An die Bahnbrücke zwischen Glashütte und Bärenhecke fährt Matthias Oehmichen langsam heran. 3,90 Meter ist sein Auto hoch - die Brücke auch. Nur über der Straßenmitte ragt sie etwas höher. Knapp passt der Tieflader hindurch. Wenig später steht der Waggon ebenfalls in Bärenstein auf den Schienen. Am Abend ist das Trio komplett. Zur Eröffnung des Museums werden die drei Zeitzeugen wieder im alten Glanz erstrahlen.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Ab 1.August 2000 mit dem Regiosprinter II (VT 642) durchs Müglitztal 05.04.2000

Ab 1. August startet auf der Müglitztalbahn ein Pilotprojekt. Erstmals in Sachsen kommen die hochmodernen Regiosprinter II zum Einsatz. Das teilt der sächsische Nahverkehrschef der Bahn, Klaus-Dieter Martini, mit. Der Leichttriebwagen bietet den Fahrgästen einen hohen Komfort. Er ist voll klimatisiert, hat behindertengerechte Toiletten und niedrige Einstiege, die mit neugebauten Bahnsteigen auf einer Ebene liegen. Der Vorgänger, der Regiosprinter I, rollte seit 1996 auf der Vogtlandbahn zwischen Zwickau, Plauen und Bad Brambach.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Vermessung der Müglitztalbahn setzt Schlußpunkt unter Gleisbau 22.02.2000

Nach Abschluß der Gleisbauarbeiten an der Müglitztalbahn erfolgt gegenwärtig zwischen Glashütte und Geising eine Schlußvermessung durch Mitarbeiter der Vermessung Dresden. Das heißt, das Gleis wird damit in seiner jetzigen Lage festgehalten und eine permanente Vermarkung geschaffen.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Altenberger Bahnhof wird saniert / Moderne Übergangsstelle für Bus und Bahn soll entstehen 29.11.99

Noch vor wenigen Jahren wäre das als guter Witz durchgegangen: Die Deutsche Bahn mietet im Bahnhof ein Zimmer. In Altenberg ist das schon bald Realität. Seit 10. November ist die Bergstadt Eigentümer des Gebäudes und des dazugehörigen 1 000 Quadratmeter großen Grundstückes am Endpunkt der Müglitztalbahn. Und wenn das "Unternehmen Zukunft" wie bisher sein Personal hier übernachten lassen will, muss es also an den neuen Besitzer Miete zahlen. Aber das dürfte die Bahn AG kaum stören - die paar Mark fallen kaum ins Gewicht. Dafür ist sie einen Kostenfresser los, mit dem sie nichts mehr anfangen konnte (und wollte). Die Stadt will: Sie hat 80 000 Mark für die Immobilie bezahlt, wobei der Bahnhof selbst mit Null bewertet war. "Gern haben wir ihn nicht gekauft", gibt Bürgermeister Thomas Kirsten zu. Nur so aber sei der Verfall aufzuhalten. Kirsten gibt sich jedoch mit der Sanierung allein nicht zufrieden. Er will den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver machen: "Wir können uns nicht immer nur über die Blechlawinen auf den Straßen beschweren, wir müssen auch etwas dagegen tun", sagt er. Gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) soll im und am Bahnhof in den nächsten zwei Jahren eine Übergangsstelle Bus/Bahn/Auto entstehen, die mehr Kraftfahrer zum Umsteigen bewegen könnte. Ein Busbahnhof soll gebaut werden, Parkflächen für Pkw und überdachte Stellplätze für Fahrräder. Außerdem ist dann die Touristen-Information hier. Kirsten hat mit dem VVO für die Umsetzung der Pläne einen wichtigen Partner: "Altenberg gehört zu den ersten der 25 Übergangsstellen, die wir in den nächsten fünf Jahren bauen wollen", sagt Sprecher Axel Bergmann. Der Verbund übernimmt die Planung und beteiligt sich an der Finanzierung. Bergmann beziffert die zu erwartenden Kosten auf etwa zwei Millionen Mark, wobei ein Teil über Fördermittel des Landes beglichen werden könnten. In der Summe ist die Sanierung des Gebäudes nicht enthalten - das ist allein Sache der Stadt. Und die legt ein geradezu atemberaubendes Tempo vor: Kaum war der Vertrag mit der Bahn unter Dach und Fach, begannen auch schon die Arbeiten. Spätestens zur Bob-WM Anfang Februar 2000 soll der Bahnhof wieder nutzbar sein. Rund 350 000 Mark werden bis dahin unter anderem in neue sanitäre Anlagen, eine Heizung für die Warmhalle, neue Fenster und die malermäßige Instandsetzung investiert. "So schnell hatte ich noch nie eine Fördermittelzusage", freut sich Kirsten - 220 000 Mark reichte das Regierungspräsidium aus. Und das Wirtschaftsministerium legte 40 000 Mark drauf. Weitere Zuschüsse hat die Technische Dienste Altenberg GmbH für die Heizung beantragt. Auch die ABS Osterzgebirge zog mit, beantragte eine AB-Maßnahme Bahnhof: Sechs Leute räumen seit 15. November den Schutt aus dem Haus. "Eine tolle Tat", lobt Kirsten das Zusammenspiel und Engagement aller Beteiligten. Und nicht nur die Gäste der Stadt werden ihm beipflichten. Auch die vielen Schüler und Berufspendler, die sich hier sonst bei Wind und Wetter die Beine in den Bauch standen, werden sich über eine warme Wartehalle und ansprechende öffentliche Toiletten freuen.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Kritik an Ausbau Müglitztalbahn wegen geringerer Durchlassfähigkeit der Strecke 13.10.99

Auf der Müglitztalbahn wird zwar viel gebaut. Unterm Strich kommt jedoch nur Mist heraus", meint Frank Hauschild. Der Fahrdienstleiter auf dem Schandauer Bahnhof war jahrelang zwischen Heidenau und Altenberg unterwegs. Zwar wurde die Strecke bisher für 37 Millionen Mark saniert. Er denkt jedoch, dass die Art des Ausbaus modernen Anforderungen nicht entspricht. Auf der 38 Kilometer langen Strecke können entgegenkommende Züge nur auf dem Bahnhof Glashütte ausweichen. "Dadurch ist die Durchlassfähigkeit geringer als früher", schätzt der 38-jährige Eisenbahner ein. Früher war alle sieben Kilometer eine Ausweichstelle. "Es gibt gute Gründe dafür, dass 1938 die Strecke von der Schmalspur zur Normalspurbahn umgebaut wurde." Das ermöglichte eine schnellere Verbindung und bequemeres Reisen zwischen Dresden und Altenberg. Nach dem Umbau 1938 konnten zwölf Züge auf der Strecke gleichzeitig unterwegs sein. Heute ist es nur noch möglich, dass fünf Züge in eine Richtung fahren. "So wird von vornherein ausgeschlossen, dass Güterverkehr auf der Strecke rollt", ärgert sich Hauschild. "Im Endeffekt nimmt der Straßenverkehr immer stärker zu, und die Alternative auf der Schiene fehlt." Sachsens Bahnsprecherin Kerstin Eckstein kann die Kritik überhaupt nicht verstehen. "Man braucht die alten Gleisanlagen wirklich nicht mehr", sagt sie auf SZ-Anfrage. Die Ausweichstelle sei so konzipiert, dass im Winter auch Sonderzüge eingesetzt werden können. Außerdem soll ab dem Fahrplanwechsel im Mai 2000 der schnelle Regiosprinter II im Stundentakt eingesetzt werden. "Ein tolles Angebot auch für die Oma, die im Edeka in Niederschlottwitz einkaufen will", nennt sie ein Beispiel. Dass die Strecke nicht für den Güterverkehr konzipiert ist, bestätigt sie. "Die Straße ist viel billiger", sagt sie. Deshalb gebe es keinen Bedarf für Transporte auf der Schiene. Hauschild hält es jedoch für sinnvoll, wenn Baumaterial für die geplante Talsperre bei Lauenstein auf diesem umweltfreundlichen Verkehrsweg herangebracht würde. Der Bauträger habe sich für die Straße entschieden, hält die Bahn dagegen. Auch Senior Günter Hauschild schüttelt darüber den Kopf. Der frühere Reichsbahnrat war 45 Jahre u. a. als Lokführer und Fahrdienstleiter aktiv. "Die Verantwortung wird immer wieder auf andere abgewälzt. Da die Planung Quatsch ist, kann das Ganze überhaupt nicht funktionieren", ist er überzeugt.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Neue Gleise, aber alte Züge im Müglitztal - Triebwagen und Stundentakt erst im Jahr 2000 08.10.99

Die Schüler, die mit dem Zug auf der Müglitztalbahnstrecke nach Altenberg ans Gymnasium fahren, haben Glück. Früher ruckelten und zuckelten die Wagen, dass man kaum ruhig eine Zeitung halten konnte. Fünf Monate lang mussten sie nun mit dem Bus fahren, weil auf der Bahn Bauarbeiten liefen. Jetzt, nachdem die ganze Schienenstrecke erneuert wurde, ist es ein so ruhiges Fahren, dass man sogar seine Hausaufgaben im Zug machen kann. Das zeigte sich gestern, als ein Sonderzug mit rund 100 Gästen auf der erneuerten Strecke von Heidenau nach Altenberg rollte. Von heute an rollen die Züge wieder fahrplanmäßig. Komplett ist die neue Müglitztalbahn aber noch nicht. Der Fahrplan mit durchgängigem Stundentakt und die Triebwagen kommen erst im nächsten Jahr. Ein Problem, das jetzt noch besteht, wird im kommenden Mai mit dem Fahrplanwechsel gelöst, verspricht Karlheinz Köhler, Fahrplanverantwortlicher beim Verkehrsverbund Oberelbe. Bisher steht ein Frühzug in Glashütte fast eine Dreiviertelstunde herum, ehe er weiter nach Altenberg fährt. Er wartet auf Schüler und kann erst weiter, wenn der Gegenzug durch ist und die Schüler in Richtung Altenberg von den Bussen kommen (SZ berichtete). Wenn im Mai der Stundentakt eingeführt wird, soll diese Warterei aufhören. "Noch vergangenes Jahr stand auf des Messers Schneide, ob die Strecke nicht stillgelegt wird. Jetzt mit der 20-jährigen Bestandsgarantie durch den Verkehrsverbund ist sie gesichert. Das bringt vor allem für den Tourismus hier in der Region Altenberg Gewinn", erklärte Bernd Greif, Landrat des Weißeritzkreises gestern, als er aus dem Sonderzug stieg, der zur Wiedereröffnung der Bahnstrecke fuhr. Jörg Köhler, der Vorsitzende des Fördervereins für die Müglitztalbahn, ist erleichtert: "Unser Hauptziel haben wir mit dem Erhalt der Bahnstrecke erreicht, aber ein großes Stück Arbeit liegt noch vor uns. Wir als Verein müssen in Zusammenarbeit mit anderen die Strecke attraktiv machen." Tagesausflüge, Themenfahrten und anderes schweben ihm vor, um die Bahnstrecke zu vermarkten.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Wegen Bauarbeiten dreieinhalb Monate Schienenersatzverkehr im Müglitztal 17.05.99

Vom 17. Mai bis 7. Oktober 1999 werden nochmals umfangreiche Bauarbeiten an der Strecke durchgeführt. In dieser Zeit kommt deshalb Schienenersatzverkehr zum Einsatz. Ankunfts- und Abfahrtszeiten sind auf die S-Bahn-Anschlüsse in Heidenau ausgerichtet.


Regio-Sprinter auf der Müglitztalbahn 13.01.99
Nach dem Testbetrieb mit dem Triebwagen auf der Müglitztalstrecke von Heidenau nach Altenberg ist die Bahn noch mit der Auswertung beschäftigt. Mit der regulären Einführung dieser Zugart ist aber zu rechnen, wobei eine neue Generation des "Regiosprinters" eventuell schon dieses Jahr zum Einsatz kommen wird. Die Vorteile liegen in den erheblich niedrigeren Kosten gegenüber den derzeitigen Wagen. Die wesentlich wirtschaftlicheren Triebwagen benötigen keinen eigenen Schaffner, der Fahrer übernimmt den Fahrkartenverkauf. Außerdem werden die Gleise geschont, da das Zuggewicht niedriger ist.


Triebwagen fährt hinauf bis Altenberg 10.12.98

Mit dem Triebwagen kommen die Fahrgäste und Wintersportler am Bahnhof Altenberg an. Eine Woche lang wird das 1994 gebaute, eigentlich in Leipzig stationierte Fahrzeug auf der Müglitztalstrecke getestet. Trotz Steigung und Schnee erreichte der Wagen am Montag bei seiner ersten Fahrt mit Passagieren sein Ziel ohne Probleme. Der Test dient der Vorbereitung für den Einsatz des neuentwickelten Regio-Sprinters, der voraussichtlich ab 2000 zwischen Heidenau und Altenberg verkehren soll.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


Triebwagen auf der Müglitztalbahn im Test 05.12.98

Zwischen Heidenau und Altenberg wird in der Woche vom 7. bis 11. Dezember 1998 ein Triebwagen der Baureihe 628 getestet. Man will dessen Fahrverhalten auf der kurvenreichen und teilweise steil ansteigenden Strecke herausfinden. Das Fahrzeug verkehrt als fahrplanmäßige Verbindung und ersetzt dabei die normalen lokbespannten Züge. Montag früh 9.56 Uhr verkehrt der erste Triebwagen von Dresden-Hauptbahnhof nach Altenberg. Er bietet statt der üblichen 240 Sitzplätze jedoch nur 146. Deswegen setzt man ihn nur in verkehrsschwachen Tageszeiten ein. Derzeit wird auf der Strecke noch gebaut. Im kommenden Jahr nach Abschluß der Arbeiten sollen die jetzigen Züge insgesamt durch Triebwagen, sogenannte "RegioSprinter", abgelöst werden. Der Verkehrsverbund Oberelbe und die Bahn AG sind sich darüber einig. Bevor es jedoch so weit ist, muß die gesamte Strecke in Ordnung sein, so daß die Züge mit 60 km/h fahren können. Die Bahn teilte dazu mit, daß die Strecke im nächsten Jahr deshalb noch einmal gesperrt werden muß. Die DB AG hat angekündigt, auf der Müglitztalbahn (als erster Strecke) gegen Ende des Fahrplanjahres 1999/2000 die neuen Triebwagen der BR 642 (Regiosprinter II) einzusetzen. Der Verkehrsverbund Oberelbe will auf der Müglitztalbahn nach Abschluß der Sanierung den Ein-Stunden-Takt einführen. Dies wird damit begründet, daß mit dem ursprünglich angestrebten 90 Minuten-Takt einerseits keine optimale Busanbindung in Glashütte und Altenberg erreicht werden kann (Buslinien des Weißeritzkreises sind auf den Busknoten Dippoldiswalde ausgerichtet) und andererseits die Fernverkehrsanbindung in Dresden nicht gewährleistet werden kann. Diese positive Entwicklung ist das Ergebnis der massiven Proteste seitens der Bevölkerung und einer Analyse den aktuellen Fahrplan betreffend, den der Vorsitzende des Fördervereins der Müglitztalbahn e.V., Jörg Köhler, im Sommer diesen Jahres angefertigt hat.


Bauarbeiten im Müglitz- und Weißeritztal 14.10.98

Im Osterzgebirge fahren zur Zeit keine Züge mehr. Beide Strecken sind im Bau und die Bahn transportiert die Fahrgäste mit dem Bus. Im Müglitztal wird das Gleis zwischen Dohna und Niederschlottwitz sowie zwischen Glashütte und Lauenstein umgebaut. An mehreren Stellen werden Schwellen und Schienen sowie Weichen gewechselt. Das kostet rund 5 Mio DM. Bis 21. November 1998 sollen die Arbeiten größtenteils beendet sein, damit die Wintersportzüge rollen können. Nacharbeiten in den Nachtstunden werden noch bis zum Jahresende andauern. Auf der Weißeritztalbahn (Schmalspurbahn) werden Gleise in den Bahnhöfen Rabenau und Seifersdorf umgebaut. Felsen werden bei Rabenau gesichert und eine Brücke saniert. 380 m Gleis werden erneuert. Bis 13. November 1998 soll alles dauern. Bis 2002 sollen die Schmalspurbahnen im Weißeritztal und von Radebeul nach Radeburg ("Lößnitzdackel") in voller Länge und von Grund auf saniert sein.


Restarbeiten an der Müglitztalbahn 21.08.98

Noch bis zum 22. August laufen Restarbeiten am Gleisbett der Müglitztalbahn. Zwischen Dohna und Glashütte werden u.a. Entwässerungsgräben gezogen und Schotter verladen. Auf einem 3,3 km langen Streckenabschnitt wurden von Mai bis Anfang Juli die Gleise erneuert. Insgesamt kosten die Bauarbeiten 5,5 Mio DM.


Eisenbahnmuseum könnte im Bahnhof Bärenstein entstehen 12.07.98

In den 30er Jahren errichtete die Reichsbahn das Empfangsgebäude des Bahnhofs Bärenstein an der Müglitztalbahn (Heidenau-Altenberg). Die Deutsche Bahn AG hat heute dafür keine Verwendung mehr, da es hier nur noch einen Haltepunkt gibt. Die Immobilienabteilung der Bahn hat nun die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft mit dem Verkauf des denkmalgeschützten Gebäudes beauftragt. 265 000 DM als Preis sind im Gespräch. Zum Bahnhof gehört auch die Gleisanlage. Da die Bahn nur noch ein Hauptgleis benötigt, sollen die Weichen ausgebaut und alle übrigen Schienen abgebaut werden. Der Förderverein für die Müglitztalbahn e.V. unter Vorsitz von Jörg Köhler könnte sich jedoch eine andere Nutzung vorstellen: 2 alte Güterwaggons sollen aufgearbeitet und restauriert werden. Auf dem Bahnhofsgelände könnte ein kleines Freilicht-Eisenbahnmuseum entstehen, wo diese ausgestellt werden. Zum Gelände gehören noch die Ladestraße, ein alter Kohlenschuppen und die Wasserstation. Die Stadt Bärenstein hat grundsätzlich nichts dagegen. Gespräche über eine Finanzierung sollen folgen. Ein Einbindung des Empfangsgebäudes für eine Ausstellung wäre auch denkbar. Dafür müssten jedoch noch Finanziers gefunden werden, da der Verein das Geld selbst noch nicht aufbringen kann.


Züge von Heidenau nach Altenberg fahren wieder - aber langsamer 10.07.98

Seit einer Woche fahren die Züge auf der Strecke wieder, überraschenderweise jedoch langsamer als vor den ersten Bauarbeiten. Laut Bahn AG wurde im ersten Bauabschnitt noch nicht die gesamte Strecke in Ordnung gebracht. Erneuert wurden zunächst zwei Abschnitte zwischen Dohna und Niederschlottwitz, sowie zwischen Oberschlottwitz und Glashütte. Andere Langsamfahrstellen blieben bestehen. Es kamen sogar noch welche hinzu, deshalb auch die längeren Fahrzeiten. Da es dabei nicht bleiben soll, sind im Herbst laut Bahn weitere Bauarbeiten vorgesehen. So auch zwischen Glashütte und Lauenstein. In Glashütte werden auch Weichen ausgewechselt. Für kommendes Jahr sind weitere Baumaßnahmen vorgesehen.


Gleisbau im Müglitztal 12.06.98

Vor einem Tunnel zwischen Schlottwitz und Glashütte werden neue Gleise verlegt. Die Rekonstruktion der Strecke für 5,5 Mio DM hatte am 8. Mai 1998 begonnen, am 3.Juli soll der erste Teil fertig sein. Die Strecke gehört zu den schönsten Sachsens. Auf den 38 km überwindet die Strecke einen Höhenunterschied von 634 m.


Jeden Tag 700 m neues Gleis für die Müglitztalbahn 28.05.98

Mit dem Gleislegekran werden zwischen Schlottwitz und Glashütte neue Gleise verlegt. Jedes der einzelnen Schienensegmente ist 15 m lang und wiegt rund 9 t. Mit 2 km ist dieser Abschnitt der längste, auf dem Gleise und Schwellen komplett ausgetauscht werden. Bei guten Bedingungen kommen die Arbeiter rund 700 m am Tag voran. Auch am Glashütter Tunnel wird gearbeitet. Ebenso an anderen Abschnitten, z.B. auf einer Länge von 1,7 km bei Köttewitz oder auf 360 m bei Bärenstein. Bis 2. Juli sollen die Arbeiten auf der 35 km langen Strecke abgeschlossen sein. Die Kosten der Sanierung werden mit 5,5 Mio. DM beziffert.


Müglitztalbahn Heidenau-Altenberg wird saniert 06.05.98

Seit 8. Mai wird die Strecke der Müglitztalbahn saniert. Bis zum 2. Juli ist die gesamte Strecke deswegen voll gesperrt und es fährt Schienenersatzverkehr. Die komplexe Sanierung wird sich über das Jahr 1999 erstrecken. 30 bis 40 Millionen Mark werden in den nächsten 10 Jahren investiert.


Bahnstrecke Heidenau-Altenberg bleibt erhalten 12.03.98

Die Strecke durch das Müglitztal im Osterzgebirge soll nach Angaben der Deutschen Bahn und des Verkehrsverbundes Oberelbe langfristig erhalten bleiben. Wie Sprecher beider Einrichtungen bestätigten, ist an eine Stillegung der vor allem für den Tourismus bedeutenden Strecke nicht gedacht. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hatte berichtet, die Strecke sei akut von der Stillegung bedroht. Für Anfang nächster Woche werde die langfristige Bestellung der Strecke durch die Landesregierung erwartet.


Förderverein für Müglitztalbahn (Heidenau-Altenberg) gegründet 29.01.98

Im Haltepunkt Weesenstein wurde durch 11 Gründungsmitglieder der Förderverein Müglitztalbahn aus der Taufe gehoben. Vorsitzender wurde der Glashütter Jörg Köhler. Der 27jährige hatte die Gründung des Vereins angeschoben und vorbereitet. Adresse: PF 33, 01766 Glashütte.
(Quelle: Sächsische Zeitung)


8000 Unterschriften für Erhalt der Müglitztalbahn 30.11.97

Jörg Köhler aus Glashütte überreichte sie dem Verkehrsverbund Oberelbe. Der Verkehrsverbunds-Chef Ringat zeigte sich sehr überrascht. Das Ergebnis eines Gespräches klingt hoffnungsvoll. Im Nahverkehrsplan, den der Kreistag des Weißeritzkreises bereits beschlossen hat, sind die beiden Bahnlinien (Heidenau-Altenberg und Freital-Hainsberg) enthalten. Auch der Verkehrsverbund hat diesen Plan für sich bestätigt. Am 8. Dezember ist eine Demonstration in Altenberg für den Erhalt geplant. Die Unterschriftensammler wollen demnächst eine Ausstellung zum Thema aufbauen und auch einen "Förderverein für den Erhalt der Müglitztalbahn" gründen. (Ansprechpartner unter Tel. 0177/2 83 08 22)


Förderverein für Müglitztalbahn in Vorbereitung 22.10.97

Über die Einstellung der Bahn wird schon seit Monaten heftig diskutiert. Eisenbahnfreunde aus der Region, entlang der Strecke von Heidenau nach Altenberg, haben sich nun zusammengetan und wollen einen Förderverein gründen. Ziele sind erstens der Erhalt der Bahnstrecke als Ganzes, zweitens die Entwicklung eines attraktiven Nahverkehrsangebotes und drittens das Weiterbestehen der typischen Eisenbahnarchitektur. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Vereinsgründung. Bis Mitte Dezember soll die Satzung stehen. Man ist sich sicher, daß der Bahnverkehr im Müglitztal wirtschaftlich laufen kann, wenn ersten der Fahrplan bedarfsgerecht ist und zweitens die richtigen Fahrzeuge eingesetzt werden.


Ab Juni 1998 soll Zweckverband Oberelbe Träger der Strecke Heidenau-Altenberg werden 18.09.97

Bis Ende Mai 1998 sind Züge im Müglitztal bestellt. Sollte die Bahn die Strecke aus Sicherheitsgründen nicht mehr befahren können, gibt es Schienenersatzverkehr. Das erklärte die Landesverkehrsgesellschaft. Sie erwägt eine Verlängerung der Bestellung bis 2002. Danach soll der Zweckverbund Oberelbe der Träger werden. Es laufen bereits Verhandlungen, eine frühere Übernahme zu erreichen. Der Zweckverband will aber dafür eine finanzielle Absicherung durch das Wirtschaftsministerium.


Sächsisches Kabinett berät über Bahnstrecken - auch im Müglitztal 17.09.97

Im Oktober wird das sächsische Kabinett über die Bahnstrecken beraten. Dabei soll auch eine Entscheidung über die Müglitztalbahn fallen, teilte Sachsens Wirtschaftsminister Schommer mit. Wenn des Land Position bezogen hat, wissen auch der Weißeritzkreis und der Verkehrsverbund Oberelbe woran sie sind und können langfristig Zugfahrten bestellen oder nicht. Am Schluß der Entscheidungskette steht die Bahn, die gerne auf der Müglitztalstrecke notwendige Reparaturen in Auftrag geben würde. Dazu muß sie aber wissen, ob dort auch in Zukunft noch Züge fahren sollen.


Einstellung des Verkehrs aus Sicherheitsgründen 13.09.97

Die Bahn erwägt, aus Sicherheitsgründen keine Züge mehr auf der Strecke fahren zu lassen. Statt dessen wird es dann nur noch Schienenersatzverkehr mit Bussen geben. Die Gleise sind laut Bahnsprecher so marode, dass ein regulärer Verkehr kaum mehr stattfinden kann. Es sind dringend Investitionen nötig. Die Bahn AG erbringt auf dieser Strecke die Leistungen, die die Landesverkehrsgesellschaft Sachsen bei ihr anfordert. Die Bahn verlangt nun die Garantie, das 10 Jahre und mehr dort Fahrten bestellt werden. Andernfalls würde sich eine Investition in Millionenhöhe nicht lohnen. Bestellt ist momentan nur bis 1998. Bautechnologisch hat die Bahn die Beseitigung aller 18 Langsamfahrstellen der Strecke vorbereitet. Sie weiss jedoch nicht, ob sich der Aufwand lohnt. Der Freistaat Sachsen, der laut Gesetz für den öffentlichen Personennahverkehr nur bis 2002 Träger dieser Bahnstrecke ist, kann eine solche Garantie nicht abgeben. Denn ab 2002 soll die Strecke dem Weißeritzkreis zufallen. Man bemüht sich nun die übergabe der Strecke schon jetzt zu vollziehen. Vom Landrat wurde dies zum jetzigen Zeitpunkt aber abgelehnt. "Es muß vorher klar sein, inwieweit der Freistaat Sachsen finanzielle Unterstützung zusichert."
 

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    von Sascha Fritzsche