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Die Vorgeschichte
Mitte
des 19. Jahrhunderts setzte im Müglitztal ein industrieller
Aufschwung ein, der ständig nach größeren Transportkapazitäten
für Rohstoffe und Produkte suchte. Zwar verbesserte die von 1846
bis 1864 erbaute Müglitztalstraße zunächst die Transportmöglichkeiten;
doch reichte die Geschwindigkeit und die Kapazität der Pferdefuhrwerke
schon bald nicht mehr aus.
Bereits 1865 trafen sich Industrielle und Kaufleute in Glashütte
im Hotel zur Post, um den Bau einer Eisenbahn durch das Müglitztal
nach Böhmen zu erörtern. Doch erst am 7. Dezember 1887,
als bereits einige Schmalspurbahnen in Sachsen gebaut wurden, erteilte
die Ständekammer die Genehmigung zum Bau einer schmalspurigen
Sekundäreisenbahn von Mügeln (heute Heidenau) bei Pirna
nach Geising.
Im Frühjahr begannen die Bauarbeiten. Es mußten erhebliche
Schwierigkeiten gemeistert werden, stellte das enge und windungsreiche
Tal doch höchste Ansprüche an die Ingenieure. Die Gesamtstrecke
belief sich auf 36,10 km. Davon lagen 31,05 km (86 %) in Steigung.
Der kleinste Krümmungshalbmesser betrug 80 m, bei Anschlußgleisen
sogar noch weniger. |
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Industrieller
Aufschwung im 19. Jhd. im Müglitztal
Müglitztalstraße entsteht 1846-64
1865 beraten Industrielle über den Bau einer Eisenbahn
Genehmigung einer Schmalspurbahn am
7. Dezember 1887

Die Schmalspurstrecke im Eisenbahnnetz
36 km Gesamtstrecke |
Die Schmalspurbahn
Am 17. November 1890 wurde die Müglitztalbahn feierlich eröffnet.
Der Festzug wurde von 2 Lokomotiven der sächsischen Gattung I
K gezogen. Die Stadt Altenberg bekam vorerst keinen Anschluß
an das sächsische Eisenbahnnetz. Statt dessen erhielt Geising
den Doppelnamen Geising-Altenberg. Bis 1895 waren 14 industrielle
Anlagen durch Zweiggleise mit der Müglitztalbahn verbunden.
Anfangs fuhren meist
gemischte Züge, da sich der Personenverkehr nur langsam entwickelte.
Durch die ständig steigenden Güterverkehrsleistungen war
jedoch der Einsatz reiner Personenzüge erforderlich, da die
eingesetzten Schmalspurlokomotiven der Gattung I K und III
K auf der windungs- und steigungsreichen Strecke sehr schnell ihre
Leistungsgrenze erreicht. Bis zum Jahreswechsel 1895/96 wurden die
schwachen Maschinen durch die neue Lokomotivgattung IV K abgelöst.
Die hauptsächlichsten Frachtgüter waren Braunkohle, Holzstoff,
Stroh, Papier, Strohstoff, Kaolinerde, Lumpen, Schnittholz und Ziegel.
Um die Jahrhundertwende entdeckten die Dresdner Bürger das
Müglitztal und die Höhen des Osterzgebirges als Wander-
und Ausflugsziel. Besonders im Winter kamen Hunderte, später
Tausende mit der Bahn, um Wintersport zu treiben. Seit dieser
Zeit werden auf der Müglitztalbahn regelmäßig Sonderzüge
eingesetzt.
Doch auch die IV K wurde den Anforderungen nicht gerecht. Deshalb
ließ die Königlich Sächsische Staatseisenbahn eigens
für die Müglitztalbahn eine neue Lokomotive, die
V K entwickeln und beschaffte von 1901 bis 1908 neun Maschinen dieser
Gattung (Bauart Dn2vt). In den ersten 20 Jahren nahm der Güterverkehr,
besonders im unteren Teil der Strecke enorm zu.
Es gab Überlegungen,
die Bahn zwischen Mügeln und Weesenstein auszubauen.
Dabei wurde sowohl der Umbau dieses Abschnittes auf Regelspur mit
der Errichtung eines Übergangsbahnhofes bei Köttewitz
als auch der Bau eines zweiten Schmalspurgleises mit Trennung von
Personen- und Güterverkehr erörtert. Nach langer Prüfung
entschied sich die Generaldirektion der Königlich Sächsischen
Staatseisenbahn für das zweite Schmalspurgleis. Der Ausbruch
des 1. Weltkrieges verhinderte jedoch die Realisierung dieses interessanten
Projektes.
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Feierliche
Eröffnung am 17. November 1890
1895 haben 14 Fabriken Gleisanschluß

Das Profil der Schmalspurbahn
1896 kommen neue Lokomotiven der Gattung IV K zum Einsatz
Anfang 20. Jhd. steigt Zahl der Touristen
Sonderzüge befördern Wintersportler auf Müglitztalbahn
Güterverkehr nimmt in den ersten 20 Jahren zu
Überlegungen zu Erweiterungsbauten
Ausbruch des
1. Weltkrieges verhindert Bau eines zweiten Schmalspurgleises |
Der Weiterbau von Geising nach Altenberg
Nach langem Ringen wurde 1914 der Weiterbau der Linie von Geising
nach Altenberg unter Umfahrung des Geisingberges genehmigt.
Doch auch hier verhinderte der 1. Weltkrieg zunächst die Ausführung.
Nachdem die Stadt Altenberg in einem Brief an das Finanzministerium
auf ihre schlechte wirtschaftlich Lage hingewiesen hatte, wurde im
November 1916 mit den schriftlichen Arbeiten für die 5,4 km lange
Strecke begonnen. Der eigentliche Fortsetzungsbau wurde nach Kriegsende
als Notstandsarbeit ausgeführt. Wegen fehlendem Baumaterial und
Geldentwertung zogen sich die Arbeiten über 4 Jahre hin. Am 10.
November 1923 fuhr der Eröffnungszug von Geising nach Altenberg.
Das Osterzgebirge ist nur schwach bewaldet. Fallen hier plötzlich
heftige Gewittergüsse, kann der Boden die Wassermassen nicht
aufnehmen und sie fließen unvermittelt wieder ab, dabei Bäche
und Flüßchen zu reißenden Gewässern auffüllend.
1897 und 1927 wurde das Müglitztal von solch schweren Gewittern
heimgesucht; es kam zu Zerstörungen der Bahnanlagen, die
den Betrieb für mehrere Monate unterbrachen.
Besonders schlimm traf es die Bewohner des Müglitztales in der
Nacht vom 8. zum 9. Juli 1927. Mehrere Gewitter entluden sich über
dem Osterzgebirge. Die Wassermassen konnten vom Boden nicht mehr aufgenommen
werden, stürzten zu Tal und rissen alles mit, was sich ihnen
in den Weg stellte. Zwischen Köttewitz und Lauenstein wurden
insgesamt 24 Brücken zerstört, Schlamm und Geröll
machten erhalten gebliebene Abschnitte unpassierbar.
In den folgenden 6 Monaten
wurde die Müglitztalbahn auf der alten Trasse vollkommen
neu wieder aufgebaut. Der durchgehende Bahnverkehr
ruhte bis zum 1. Dezember 1927. Während dieser Zeit übernahmen
der Kraftverkehr und die Weißeritztalbahn den Transport, doch
konnten sie den Verlust der Müglitztalbahn nicht ersetzen.
Kein Wunder, daß am 30. November 1927, als der Eröffnungszug
auf der wiederhergestellten Strecke fuhr, das gesamte Tal festlich
geschmückt war.
Obwohl die Müglitztalbahn eine der wirtschaftlichsten Strecken
im sächsischen Schmalspurnetz war und immer wieder Investitionen
erfolgten, hatte sie um 1930 ihre Leistungsgrenze erreicht.
Sie war dem stark angestiegenen Personen- und Güterverkehr
nicht mehr gewachsen, was sich besonders in der Wintersportsaison
schmerzhaft auswirkte.
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1914
wird Weiterbau nach Altenberg genehmigt

Streckenverlauf
in Geising
Nach 4 Jahren: Eröffnung der 5,4 km-Strecke am
10. November 1923 nach Altenberg
1897 und 1927 verwüsten Unwetter das Müglitztal
1927 Neuaufbau der zerstörten Strecke in 6 Monaten
Wiedereröffnung am
30. November 1927 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung
1930 erreicht die Strecke ihre Leistungsgrenze |
Umbau der Strecke auf Normalspur
Seit
dem Hochwasser 1927 mehrten sich die Stimmen, die eine Umstellung
auf Normalspur forderten; vor allem unter dem Aspekt der Hochwassersicherheit.
Doch scheiterten alle Pläne an den fehlenden finanziellen Mitteln.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde die
Müglitztalstraße zur Reichsstraße I. Ordnung erklärt.
Jetzt waren die zahlreichen Unfälle an den 266 schienengleichen
und ungesicherten Wegübergängen, davon allein 25 mit der
Reichsstraße, nicht mehr tragbar.
1934 plante die Reichsbahndirektion Dresden in einer Denkschrift,
die gesamte Strecke auf Normalspur umzustellen. Neben der Beseitigung
der meisten Wegübergänge und der Beachtung des Hochwasserschutzes
mußte immer stärker die Konkurrenz des Personenkraftverkehrs
in die Überlegungen einbezogen werden. Zu dieser Zeit fuhr die
Kraftverkehrsgesellschaft Sachsen ihre Busse von Dresden nach Altenberg
(über Dippoldiswalde) in 84 min, der Eisenbahnreisende benötigte
einschließlich des Umsteigens in Heidenau 147 min.
Im Herbst 1934 wurde der Umbau vorbehaltlich der Finanzierung
durch das Reichsverkehrsministerium bewilligt. Bei der Entscheidung
spielte die Möglichkeit der Arbeitsbeschaffung neben der Verbesserung
des Straßen- und Eisenbahnverkehrs eine große Rolle, bot
sich doch der Umbau zur Demonstration der Innenpolitik Hitlers an.
Die geplante Linienführung sollte in der Nähe des bekannten
Schloß' Weesenstein einen Tunnel durchqueren. Das führte
zu massiven Protesten des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz
und der sächsischen Regierung. Im Frühjahr 1935 erfuhr das
Projekt eine eingehende Neubearbeitung, die auch unter der Forderung
des Ausbaus der Müglitztalstraße auf 6 m Breite stand.
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Umbau auf Normalspur wird diskutiert
1934 plant Reichsbahndirektion Dresden Umbau auf Normalspur
Busreise von Dresden nach Altenberg dauert 84 min - mit Eisenbahn
über Heidenau 147 min
Umbau auf Normalgleis wird im Herbst 1934 genehmigt |
Die
Normalspurlinie ist 38 km lang und überwindet einen Höhenunterschied
von 634 m. Dafür mußte die Müglitztalbahn teilweise
neu trassiert werden. 92 Brücken und Durchlässe mit
einer Gesamtlänge von ca. 1500 m sowie 5 Tunnel über insgesamt
1507 m wurden dafür errichtet. Am 24. Dezember 1934 begannen
die Bauarbeiten in Bärenstein und Geising.
Die Schmalspurbahn sollte ihren Betrieb solange wie möglich aufrechterhalten,
um Baustoffe heranzufahren. Manche Bauabschnitte konnten dadurch allerdings
erst nach Einstellung des Schmalspurverkehrs fertiggestellt werden.
Im Lokomotivpark der Deutschen Reichsbahn fehlte bis zum Jahr
1935 eine Lokomotive für Gebirgsbahnen mit langen Steigungen
und scharfen Krümmungen. Der kleinste Krümmungshalbmesser
der umgebauten Strecke beträgt 140 m.
Die Müglitztalbahn sollte in den hochwertigen Vorortverkehr von
Dresden eingebunden werden, ja sogar direkte Wintersportzüge
aus Berlin und Leipzig waren vorgesehen. Deshalb wurde eigens für
die Müglitztalbahn eine neue fünffachgekuppelte Tenderlokomotive,
die BR 84, entwickelt. Die Voruntersuchungen führten zu 2
grundsätzlichen Lösungen: 1E1 (h3) - Tenderlokomotive mit
Schwartzkopf-Eckhardt-Gestell an beiden Seiten, 1E1 (h2) - Tenderlokomotive
mit Lutter-Möller-Antrieb.
Von jeder der beiden
Formen wurden zunächst 2 Stück gebaut und im Betrieb erprobt.
Die Entscheidung fiel auf die 1E1 (h3) der Berliner Maschinenbau
A.G., die 1937 noch 8 weitere Maschinen lieferte. Um den Anforderungen
des Reiseverkehrs und insbesondere dem Ausflugsverkehr gerecht zu
werden, beschaffte die Deutsche Reichsbahn 96 neuartige Mitteleinstiegswagen
der Bauart "Altenberg" (32 BC4i-35a und 64 C4i-35a) von der
Breslauer Wagenbauanstalt Linke-Hoffmann-Werke. Der C4i-Wagen besaß
einen größeren Endraum, in dem die Skier in speziellen
Halterungen aufbewahrt werden konnten.
Vor der Eröffnung der umgebauten Strecke wurden die Wagen im
Dresdner Vorortverkehr erprobt. 1936 verkehrten sogar Altenberger
Wagen anläßlich der XI. Olympischen Sommerspiele
zwischen Dresden und Berlin. Die Bauarbeiten waren Mitte 1938 soweit
fortgeschritten, daß die notwendige Betriebspause nicht länger
hinaus gezögert werden konnte.
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Normalspurlinie
wird
38 km lang und überwindet 634 m
Baubeginn ist der
24. Dezember 1934

Das Profil der
Normalspurstrecke
Neue Lokomotive der BR 84 wird für Bedingungen der Müglitztalbahn
entwickelt
96 Personenwagen der Bauart "Altenberg" werden beschafft
1936 verkehren Altenberger Wagen zwischen Dresden und Berlin |
Ab
15. August wurde die Beförderung von Personen, Gepäck und
Expressgut zwischen Lauenstein und Altenberg eingestellt. Der letzte
Schmalspurzug war am vorhergehenden Abend um 20.26 Uhr von Altenberg
abgefahren. Die Beförderung übernahmen Kraftomnibusse der
Reichsbahn. Nun konnte der Gleiskörper, der hier weitestgehend
auf der alten Schmalspurtrasse verläuft, bis zum Endpunkt der
Bahn fertiggestellt werden.
Am 19. September erfolgte die Stillegung der Reststrecke. Die Fahrt
der beiden letzten Schmalspurzüge war ein großes Ereignis.
Lokomotiven und Wagen waren festlich geschmückt. Die Eröffnung
der umgebauten Strecke war für den 22. Dezember 1938 geplant.
Doch 14 Tage vorher machte ein Felssturz in der Nähe von Oberschlottwitz
dies zunichte. Nach der Beräumung der Unfallstelle brachte man
einige Lokomotiven und Wagen nach dem oberhalb der Rutschstelle gelegenen
Abschnitt Glashütte-Altenberg. Dadurch konnte die Müglitztalbahn,
wenn auch nur mit Schienenersatzverkehr zwischen Niederschlottwitz
und Glashütte doch noch am 23. Dezember 1938 in Betrieb gehen.
Die Sicherungsarbeiten an der Unfallstelle zogen sich bis zum nächsten
Frühjahr hin. Am 26. April 1939 wurde der durchgängige Betrieb
auf der Linie Dresden-Heidenau-Altenberg aufgenommen. Laut Sommerfahrplan
1939 benötigte ein Zug für die 48,7 km von Dresden nach
Altenberg ca. 77 min. Die Wintersportzüge, die ohne Halt durchfuhren,
benötigten 58 min. Damit hatte die Müglitztalbahn ihre Feuertaufe
bestanden und war eine echte Alternative zur Konkurrenz des aufstrebenden
Kraftverkehrs geworden.
Die folgenden Kriegsjahre führten auch auf der Müglitztalbahn
zu Einschränkungen. Der Fahrplan 1944, der bis auf weiteres gelten
sollte, sah täglich nur noch 3 Zugpaare vor. Mit zunehmender
Bombardierung deutscher Städte wurden Lokomotiven und Wagen aus
Dresden nach Altenberg gebracht, um sie vor Luftangriffen zu schützen.
So wurden 2 SVT der Bauart Hamburg, 2 der Bauart Leipzig und mindestens
3 der Bauart Ruhr in Altenberg gerettet. Ebenfalls soll der Henschel-Wegmann-Zug
und Kruckenbergs Schienenzeppelin in Altenberg gestanden haben.
Als sich im Frühjahr 1945 Teile der deutschen Wehrmacht über
das Erzgebirge nach Böhmen zurückzogen, wurde die Müglitztalbahn
in den letzten Kriegstagen noch Ziel von Luftangriffen. Dabei
wurde der Bahnhof Altenberg völlig zerstört. An anderen
Bahnanlagen entstanden leichtere Schäden. Trotzdem gestaltete
sich die Wiederaufnahme des Betriebes nach dem Krieg äußerst
schwierig. |
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Letzter Schmalspurzug fuhr am 14. August
1938 von Altenberg
Am 19. September wird die Reststrecke der Schmalspurbahn endgültig
stillgelegt
Felssturz verzögert Wiedereröffnung im Dezember 1938
Am 26. April 1939 beginnt der durchgehende Betrieb Dresden-Heidenau-
Altenberg
1939 Fahrzeit zwischen Dresden und Altenberg verkürzt
auf 77 min - 58 min ohne Halt
1944 verkehren nur noch 3 Zugpaare am Tag
Müglitztal dient der Auslagerung von Schienenfahrzeugen aus Dresden
zum Schutz vor Luftangriffen
Zerstörung des Bahnhofs Altenberg 1945 |
Mühsamer Neubeginn nach
dem Krieg
Die
40 verbliebenen Altenberger Wagen wurden im Schnellzugdienst auf der
Strecke Plauen-Görlitz/Zittau eingesetzt. Die meisten Lokomotiven
der BR 84 waren beschädigt. Behelfswagen und zweiachsige
Abteilwagen prägten das Bild in dieser Zeit. 1947 kamen die 84er
wieder zur Müglitztalbahn, doch bereits 2 Jahre später verließen
sie die Strecke wieder. Sie wurden der Reserve der Sowjetischen Militäradministration
(SMAD) unterstellt und zogen schwere Uranerzzüge auf der Strecke
Aue-Schwarzenberg-Johanngeorgenstadt.
Bereits Mitte der 50er Jahre wurden die meisten Maschinen abgestellt
und dienten nur noch als Heizlok und Dampfspender. 1968 wurde die
letzte Lokomotive der Baureihe 84 verschrottet. Seit dem Winter
1954/55 fuhren auch die Wintersportzüge "auf besondere Ansage
bei günstigem Wintersportwetter" wieder.
Die Altenberger Wagen kehrten auf die Müglitztalbahn zurück,
sehr zur Freude der Wintersportler. Nun bestand die typische Zuggarnitur
wieder aus diesen Wagen, allerdings gezogen von Lokomotiven der Baureihe
86. Später befuhr auch die BR 50 diese Strecke. In den 60er Jahren
wurden teilweise Doppelstockwagen eingesetzt.
Ende 1967 begann schrittweise der Traktionswechsel; die neue V 100
löste die Dampflokomotiven ab. Ab 1968 kamen Reko-Wagen vom Typ
Bghwe zum Einsatz. Ab 1972 fuhr die BR 118, später die BR 119
vor den Wintersportzügen.
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40
Altenberger Wagen fahren andere Strecken
1949 beordert SMAD Lokomotiven BR 84 nach Aue
1968 geht die letzte BR 84 außer Dienst
Im Winter 1954/55 verkehren wieder Wintersportzüge
Lokomotiven der Baureihe 86 und 50 fahren die Strecke
Doppelstockwagen verkehren in den 60er Jahren
V 100, BR 118 und BR 119 übernehmen den Dienst |
Die 90er Jahre
Im
Juli 1990 wurde das 100jährige Jubiläum der Streckeneröffnung
gefeiert. Heute ist es ruhiger um die Müglitztalbahn geworden.
Der Wegfall vieler Arbeitsplätze führte zu einem Rückgang
der Fahrgastzahlen. Die Deutsche Reichsbahn führte 1991 einen
ersten Taktfahrplan ein, der 10 Zugpaare im 90-min-Takt vorsah. 1995
stellte die Deutsche Bahn AG den Güterverkehr ein. Aufgrund
der unsicheren Zukunft wurde in den letzten Jahren nicht mehr investiert,
sondern nur noch auf Verschleiß gefahren. Im Zuge der Regionalisierung
des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) in Sachsen gab es auch Stimmen,
welche die Müglitztalbahn ganz stillegen wollten. Doch das Votum
des Zweckverbandes "Verkehrsverbund Oberelbe" und das engagierte Eintreten
der Bevölkerung sicherte ihr weiteres Bestehen.
Am 24. Januar 1998 wurde der "Förderverein für die Müglitztalbahn"
gegründet. Die Mitglieder wollen durch ihre Arbeit die Bahn wieder
bekannter und attraktiver machen um so die Fahrgastzahlen zu steigern.
Darüber hinaus soll die Geschichte der Bahn genauer erforscht
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1991 führte die DR Taktfahrplan mit 10 Zugpaaren
aller 90 min ein
1995 stellt die DB AG den Güterverkehr ein
Am 24. Januar 1998 wird der Förderverein gegründet
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| © Copyright "Förderverein
für die Müglitztalbahn" |
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