| Die Eisenbahn in Sachsen und der Sächsischen Schweiz | ||||||||||||
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| Sachsen | Geschicht der Eisenbahn im Überblick | |||
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Das erschwerte natürlich Vorhaben, die einen direkten Verkehr zwischen Nordwest- und Südwest-Sachsen vorsahen. Für einzelne Eisenbahnbauten waren deshalb politische Verhandlungen und Staatsverträge notwendig. Große Schwierigkeiten bereiteten daneben auch die natürlichen Gegebenheiten beim Bau der sächsischen Eisenbahnlinien. Außer einem relativ schmalen Flachlandstreifen im Norden steigt die Oberfläche Sachsens fast stetig nach Süden an. Der Kamm des Erzgebirges, mit seinem sehr steilen Abfall nach Süden, erschwerte schon in früheren Zeiten den regen Warenverkehr in Nord-Süd-Richtung. Der tiefste Punkt befindet sich an der preußischen Grenze mit der Elbsohle bei 92 m (ü.N.N.), den höchsten bildet der Fichtelberg mit 1214 m (üNN). Die sächsischen Gebirge gehören zu den deutschen Mittelgebirgen:
Die Landschaft Sachsens ist durch mehrere Flüsse gekennzeichnet:
Steil und tief eingeschnittene Täler, die meist von Süd nach Nord verlaufen, waren vom Fernverkehr fast gänzlich gemieden worden. Selbst die heute bequeme und wichtige Verbindung zwischen Dresden und Prag durch das Elbtal in der Sächsischen Schweiz wurde nur für einen schwachen Schiffsverkehr genutzt. Straßenfuhrwerke der damaligen Zeit umgingen ängstlich das Tal. Der Eisenbahnpionier Friedrich List favorisierte in seinen Entwürfen zu einem deutschen Eisenbahnsystem eine direkte Verbindung zwischen Preußen und Bayern weit im Westen, ohne den Weg durch Sachsen. Für das Königreich Sachsen bildete diese Umgehung im Nord-Süd-Verkehr lange ein Grund zur Sorge. Mißtrauen war gegenüber Preußen angebracht, da Sachsen vom bedeutenden Eisenbahnverkehr abgeschnitten zu werden drohte. Um dem entgegen zu wirken, erklärte Sachsen den Bau von Eisenbahnstrecken quer durch das Königreich zur staatlichen Aufgabe. Entsprechenden Landtagsbeschlüsse erfolgten. Eine Umgehung durch den West-Ost-Verkehr in preußens Flachlandgebieten war durch Sachsens geographische Beschaffenheit jedoch kaum zu vermeiden. Dennoch erreichte Sachsen im Laufe der Geschichte eine gewaltige Eisenbahndichte von 25 km Bahnlänge auf 100 Quadratkilometer Fläche. Zurückzuführen war das auf seine große Siedlungsdichte und die stark entwickelte Industrie. Der Erzbergbau, überwiegend Silber und bereits im Mittelalter entstanden, machte Sachsen zu einem der reichsten Länder mit einer hohen Bevölkerungsdichte. Nach Abflauen des Bergbaus entstanden neue Industriezweige: Textilfabriken und Blechwarenhersteller im Erzgebirge und der Lausitz sowie Maschinenbau-, Holz- und Papierindustrie. Die Eisenbahn mußte diesen Tatsachsen Rechnung tragen. Die erste Fernbahn zwischen den sächsischen Metropolen Dresden und Leipzig entstand als reine Flachlandbahn. Außer den Elbe- und Muldeüberbrückungen bereitete sie kaum Schwierigkeiten. Selbst der Bau des ersten deutschen Eisenbahntunnels auf dieser Strecke bei Oberau stand in keinem Verhältnis zu den Anstrengungen, die die erste Nord-Süd-Verbindung nach Bayern erforderte. Man vermied bei der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn ebenso bei der abzweigenden Vogtländischen Bahn, wie bei den alten Verkehrswegen, weitgehend die engen Flußtäler. So mußten große und teure Kunstbauten wie die Göltzschtal- oder Elstertalbrücke errichtet werden. Erhebliche Geländeschwierigkeiten waren genauso bei der später entstehenden Ost-West-Verbindung Görlitz-Dresden-Hof zu meistern. Mit dieser Strecke konnte wenigstens ein Teil des Verkehrs von Süddeutschland nach Osten über Sachsen geleitet werden. Die bautechnischen Schwierigkeiten, überwiegend enge und dichtbesiedelte Flußtäler, konnten nicht mehr umgangen werden, so daß die Bahnen ihre Linienführung den Gegebenheiten anpassen mußten. Eine erste Glanzleistung war dabei der Bau der Sächsisch-Böhmischen Eisenbahn durch das enge Elbtal. Noch heute ist sie eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung. So verwundert es kaum, daß etwa 75 Prozent der sächsischen Eisenbahnlinien als Neigungsstrecken und etwa 45 Prozent als Krümmungen verliefen. Hinzu kamen eine große Anzahl Brückenbauten. Die Strecke von Leipzig nach Hof führt über das gebirgige Vogtland. Von der 167,6 km langen Bahnlinie verlaufen beispielsweise 57 Prozent als Steigung, 18 Prozent als Gefälle und der Rest im Waagerechten. Lokomotivkonstrukteure und der Maschinendienst der Eisenbahn wurden vor komplizierte Probleme gestellt. Bei der Lokomotiventwicklung mußten deshalb oft Kompromisse eingegangen werden, auch wegen der meist kurzen Bahnstrecken. Die für Sachsen typischen Strecken mit den zahlreichen Krümmungen führte bald zu Konstruktionen mit beweglichen Radsätzen bei Lokomotiven und Wagen. Die ersten Verkehrsschwerpunkte bildeten die Landeshauptstadt Dresden und der seit dem Mittelalter bedeutende Handelsplatz Leipzig. Eine dringende Verbesserung der Transportmöglichkeiten wurde nötig, auch für die Industrie- und Kohlebezirke von Chemnitz und Zwickau. In der Stadt Riesa, auf halbem Wege zwischen Leipzig und Dresden, entwickelte sich neben dem Elbehafen auch stark die Industrie, nachdem hier zuerst die aus England per Schiff heran geschafften Bahnbaumaterialien und Koks für die Lok-Feuerung entladen wurden. Diese Schwerpunkte wiesen die Richtung für die ersten Bahnverbindungen. Als kleiner Staat in zentraler Lage brauchte Sachsen Eisenbahnverbindungen über die Landesgrenzen hinweg. Das Königreich schloß dafür verschiedene Verträge mit den Nachbarstaaten. Schließlich überquerten insgesamt 40 Bahnlinien die 1400 km lange Landesgrenze, 14 davon über die südlichen Gebirgsgrenzen nach Böhmen. Einen starken Anteil an der Entwicklung des Verkehrs an der Südgrenze Sachsens hatten umfangreiche Kohletransporte. Die sich immer stärker entwicklende Industrie in den Erzgebirgsdörfern und -städten mußte nach der Umstellung von Wasserkraft auf Dampfmaschinenantriebe mit böhmischer Braunkohle versorgt werden. Mit dem Beitritt Sachsens zum Zollverein 1833/34 und dank der sich immer weiter ausbreitenden Eisenbahn schritt die Industrialisierung weiter schnell voran. Neben dem Aufschwung in der Textilindustrie entstand in Freital die Friedrich-August-Hütte, in Uebigau bei Dresden der Maschinenbauverein und in Riesa ein Stahlwerk. In Cainsdorf bei Zwickau stellte die Königin-Marien-Hütte Eisenbahnschienen her. Chemnitz wurde Stadt des Maschinenbaus. Im unteren Erzgebirge, im Vogtland und in der Oberlausitz entwickelten sich viele Standorte der Textilindustrie. Der sächsische Steinkohlenbergbau konzentrierte sich auf 3 Gebiete: das Dresdener, Zwickauer und Lugau-Oelsnitzer Becken. Etwa ab dem Jahre 1870 wurde Braunkohle südlich von Leipzig und in Ostsachsen bei Zittau abgebaut. Der Kohletransport war wichtigste Aufgabe im Güterverkehr der Sächsischen Staatsbahn. Sandstein für Häuser und Kunstbauten lieferten viele Brüche im Elbsandsteingebirge (Sächsische Schweiz). Da die eigene Landwirtschaft für die Ernährung der starken Bevölkerung von rund 3,5 Mio 1890 nicht ausreichte, war Sachsen auf Importe angewiesen. Leipzig als Messe-, Buch- und Industriestadt mit 625 000 Einwohnern 1913 war Welthandelsplatz. Die Residenzstadt Dresden war Stadt der Kunst, Musik und Wissenschaft und machte besonders die Leichtindustrie ansässig. Sachsen war erst ab 1806 Königreich. 1918 wurde Sachsen Republik und nannte sich Freistaat. Das Sächsische Parlament bildete der Landtag. Er setzte sich aus 2 Kammern zusammen. Zu jeder Eisenbahnstrecke bedurfte es der Zustimmung des Landtages.
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| von Sascha Fritzsche |