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Dresden-Pirna-Schöna   Umbau des Hauptbahnhof Dresden 2002-2006    

 

       
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Gespräch mit Bahnhofsmanager Heiko Klaffenbach im Amtsblatt der Stadt Dresden vom 28.4.2005:

Die Kuppelhalle des Dresdner Hauptbahnhofes soll in diesem Jahr fertig saniert sein. Wann genau?
Die Kuppelhalle ist die zentrale Empfangshalle des Hauptbahnhofes. Hier werden nach der Totalsanierung und dem Wiederaufbau zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember die ersten Geschäfte eröffnen, darunter das neue DB Reisezentrum.

Wann wird das gesamte Gebäude komplett saniert sein?
Nach der Sanierung des Daches und der Beseitigung der Hochwasserschäden gehen die Bauarbeiten im Gebäude in den nächsten Monaten und auch 2006 weiter. Einschränkungen im Bahnbetrieb soll es dann nur noch im Bereich der Südhalle geben. Hier werden die Hochgleistragwerke komplett saniert.

Im Gebäude ist unweit der Gleise metertief gebaggert worden. Wird es eine unterirdische Einkaufspassage ähnlich wie im Leipziger Hauptbahnhof geben?
Eine Einkaufspassage in den Ausmaßen des Leipziger Bahnhofes wird es in Dresden nicht geben. Die Bahn plant ein Angebot an Handels- und Serviceflächen, jedoch nicht so großzügig wie in Leipzig. In Dresden wird es einen guten Mix unter anderem aus Artikeln für den Reisebedarf, Blumen, Zeitungen und Gastronomie geben. Der Bahnhof bekommt auch eine DB Lounge, einen Aufenthaltsraum für BahnCard-Kunden.

Wie wird der Historismus-Bau dann in das Ensemble von Glas- und Kugelhaus, Wiener Platz und Prager Straße passen?
Das Konzept für die Sanierung des über 100 Jahre alten Bahnhofs orientiert sich unter anderem an Grundplänen und an denkmalschutzrechtlichen Forderungen. Einen modernen Akzent setzt das Membrandach nach Plänen das renommierten Architekten Sir Lord Norman Foster. Der Hauptbahnhof ist ein wichtiger und attraktiver Bestandteil des Ensembles Wiener Platz - er dominiert diesen Platz.

Der Bahnhof war im Krieg schwer zerstört worden. Wie groß war der Schaden?
Der Bahnhof erlitt mit den Bombenangriffen einen Totalschaden. Er musste komplett wieder aufgebaut werden. Die Bilder gehören mit zu den schlimmsten von der Zerstörung im Jahr 1945.

Böse Zungen behaupten, zu DDRZeiten sei wenig am Bahnhof gemacht worden.
In den Jahren nach dem Krieg wurde der Bahnhof wieder aufgebaut - unter unendlichen Mühen und mit den zur Verfügung stehenden Materialien. Das waren zum Teil eben Holz und Wellplaste. Gerade Sachsen ist mit Bahnhöfen reich gesegnet; da waren also auch andernorts viele Bedürfnisse da. Die Mammutaufgabe einer Generalsanierung und Modernisierung der Verkehrsstation Hauptbahnhof wurde mit der deutschen Einheit fortgeführt.

Bundesweit bekannt geworden sein dürfte der Hauptbahnhof jedoch mit den Hochwasserbildern vom August 2002.
Vor allem an den Medien, also der Wasserver- und -entsorgung und der Elektrizität, wurden große Schäden verursacht. Hier musste zunächst improvisiert werden, beispielsweise mit Notstromaggregaten. Bereits nach wenigen Tagen und umfangreichen Aufräumarbeiten konnte der Bahnbetrieb wieder aufgenommen werden. Die Reparaturen im Keller und im Empfangsgebäude werden jetzt im Zuge der Inbetriebnahme im Dezember im Wesentlichen abgeschlossen.

Der Bau kostete damals, Ende des 19. Jahrhunderts, 35 Millionen Mark. Was wird jetzt für die Sanierung gebraucht - und wer bezahlt es?
Für die Sanierung von Verkehrsstation und Empfangsgebäude werden insgesamt über 200 Millionen Euro aufgewendet. Den Löwenanteil der Mittel stellt der Bund zur Verfügung, über sechs Millionen Euro der Freistaat Sachsen für die Dachsanierung nach den Foster-Plänen, und natürlich trägt auch die Bahn einen erheblichen Teil der Aufwendungen.
(Quelle: Dresdner Amtsblatt vom 28.4.2005)

Etappen des Umbaugeschehens

Der erste Schritt beim Umbau bestand darin, unter den Gleisen des Dresdner Hauptbahnhofes den Kanal mit der gesamten Steuerungstechnik vom Signal bis zur Telefonleitung von der Bahnhofsvorderseite ins Innere zu verlegen. Der alte Kanal war den Spuntwänden für eine neue Tiefgarage am Wiener Platz neben dem Bahnhof im Wege.

Die Kellerräume des Hauptbahnhofes ähnelten Katakomben von denen einige seit fast 50 Jahren nicht mehr betreten wurden. In der unterirdischen Enge waren 25 Arbeiter am Bau beteiligt. In einigen Räumen war es fürchterlich heiß, da es stellenweise keine Isolierung mehr an den alten Heizungsrohren gibt. Auch die ganze Heizungsanlage wird dabei erneuert.

Daneben wurden im Hauptbahnhof die Fundamente verstärkt, so daß sie den Lasten beim Vollzug des Umbaus gewachsen sind. Diese Vorarbeiten verschlingen 2 Millionen DM.

Die Gesamtumbaukosten werden 400-500 Millionen DM betragen. Die Deutsche Bahn AG beauftragte den britischen Stararchitekt Sir Norman Foster mit den Vorplanungen für den Umbau. Er befaßt sich mit der Sanierung und der Neugestaltung des bestehenden Empfangsgebäudes sowie der Bahnhofshallen, einschließlich der Flächen unter den Hochgleisen.

Auch die frühere Kuppel soll wieder erstehen. Für den ICE-Verkehr wird der Bahnhof in Richtung Osten auf Bahnsteiglänge erweitert. Auch der Ostteil soll bebaut werden. 6 bis 8 Monate beansprucht die Planung. Vorgestellt wurde bisher ein Modell. Mehr Licht und Luft werden in dem 100jährigen Bahnhof erwartet. Mit dem Umbau soll er seine Funktion als Reisezentrum noch verstärken. Zahlreiche attraktive Geschäfte sind geplant. Die Finanzierung erfolgt wie beim Leipziger Bahnhofsumbau größtenteils mit privatem Kapital.

Saniert wird auch der Königspavillion an der Südwestseite des Bahnhofs. Die Zukunft des dortigen Programmkinos ist jedoch ungewiß. Die alte Verbindung zwischen Wiener Platz und Bayrischer Straße, der Strohbach-Tunnel, soll ebenfalls wieder geöffnet werden.

Sanierungsbeginn in der Nordhalle des Dresdner Hauptbahnhofs war im Februar 2002. Seit 3. Februar fuhren alle Nah- und Fernverkehrszüge nur noch von den Gleisen 1 bis 14. Das marode Hochgleis-Tragwerk musste komplett erneuert werden. 128 einzelne Brücken werden durch eine Rahmenkonstruktion – bestehend aus drei Brücken – ersetzt. Die Wiedereröffnung erfolgte am 12. November 2003.

Erneuerung des Bahnhofsdaches seit 2003

Die ersten Bahnen einer textilen Membran werden im Mai 2003 über das Dach des Dresdner Hauptbahnhofs gespannt. Auf 25.000 Quadratmetern werden sie wellenförmig die drei Hallen überspannen. Das entspricht zweieinhalb Fußballfeldern. Die Glasfaser-Teflon-Membran ersetzt komplett die alte Dachhaut, die zuletzt stark reparaturbedürftig war. Das Material aus Polytetrafluorethylen (PTFE) beschichtetem Glasfasergewebe hat viele Eigenschaften: Es lässt einen großen Teil des Lichtes passieren und sorgt somit für eine lichte Atmosphäre, es ist nicht brennbar und selbstreinigend. Durch die glatte Oberfläche wird die Membrane bei jedem Regenguss sauber gespült.

In die Dacherneuerung fließen rund 77 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Bundes und aus Eigenmitteln der Deutschen Bahn. 6,6 Millionen Euro steuert der Freistaat Sachsen bei. Der Entwurf für das Dach stammt von dem britischen Architekten Lord Foster of Thames Bank, der auch für die Kuppel des Berliner Reichstages verantwortlich zeichnet. Die Deutsche Bahn strebt die Sanierung und Modernisierung der Nord-, Süd- und Empfangshalle sowie des Dachs bis zum 800. Stadtjubiläum 2006 an.

Im August 2003 wurde der Eisenbahnknoten Dresden 80 Stunden lang komplett gesperrt, um mehrere Großprojekte zu bündeln und komplex abzuarbeiten. Dazu gehörten die Inbetriebnahme der neuen S-Bahn-Gleise bis Dresden-Reick sowie Vorbereitungsarbeiten zur Wiederinbetriebnahme der Nordhalle des Hauptbahnhofs und zur Inbetriebnahme des ESTW Dresden-Reick.


Infos zum neuen Dach gibt es auf diesen externen Websites:

http://www.das-neue-dresden.de/hauptbahnhof.html
http://www.fosterandpartners.com/

 

 

Fotos 2006

Fotos 2005

Fotos 2003 und 2004

 













 

         
    von Sascha Fritzsche