| Die Eisenbahn in Sachsen und der Sächsischen Schweiz | ||||||||||||
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| Dresden-Pirna-Schöna | Die Rollende Landstraße von Dresden-Friedrichstadt nach Lovosice (Böhmen) ist seit 2004 Geschichte | |||
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Die Auslastung lag in der Anfangszeit zwischen 60 und 70 Prozent. Der Freistaat wollte die Alternative zu den überlasteten Straßen über das Erzgebirge in die Tschechische Republik noch mindestens bis zum Jahre 2002 fördern. Bis Ende 1995 bezuschußte Sachsen das Verkehrsprojekt mit 19,5 Millionen DM. In den folgenden Jahren wurden dafür im Landeshaushalt jährlich rund 15 Millionen DM geplant. 1996 fuhren nach Tschechien insgesamt 43 941 LKW und zurück 43 632. Die Subventionen betrugen 1996 12 Millionen DM, für 1997 sind 15 Millionen bereitgestellt worden. 32 244 Laster passierten auf der Rollenden Landstraße in den ersten 5 Monaten 1997 die Grenze in beiden Richtungen. Die Zahl der Aus- und Einfahrten war dabei laut Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt etwa gleich. Im Vergleich zum Vorjahr war die Fahrt-Nutzung ab Dresden-Friedrichstadt leicht zurück gegangen. Bis Oktober 1998 benutzten zirka 330 000 LKWs die Schiene. Sachsens Wirtschaftsminister Schommer (CDU) und der tschechische Vizeverkehrsminister Vrana würdigten zu diesem Zeitpunkt den Erfolg dieses Projektes. Die RoLa sei derzeit zu mehr als 80 Prozent ausgelastet, sagte damals Schommer. Der Transport von Lastern mit der Bahn sollte mindestens bis zur Verkehrsfreigabe der Autobahn A 17 Dresden-Prag, die damals noch für 2002/03 geplant war, weitergeführt werden. Danach sollte entschieden werden, in welcher Form, in welchem Umfang und unter welchen Bedingungen das Projekt fortgesetzt werden könne. Zu einer Zäsur beim Bahnverkehr im Obere Elbtal kam es durch das Jahrhunderthochwasser der Elbe im August 2002. Der Höchstpegelstand der Elbe betrug in Bad Schandau ca. 12 Meter, was dazu führte, das der gesamte Bahndamm im Elbtal unter Wasser stand. Es kam zur völligen Einstellung des grenzüberschreitenden Zugverkehrs einschließlich der Rollenden Landstraße. Die Wiedereröffnung des Schienenverkehrs war zunächst wegen massiver Schäden an den Bahndämmen noch nicht abzusehen. Ein Versuch, die Züge für den Lastwagentransport über Ebersbach umzuleiten, scheiterte an zu niedrigen Brücken auf dem Gebiet der Tschechischen Staatsbahn (CD). Doch auf tschechischer Seite war eine Wiederaufnahme des Verkehrs von Prag Richtung Dresden inzwischen wieder möglich. Die Strecke war Anfang September 2002 soweit repariert, dass auch die „Rola“ wieder ihre Fahrt aufnehmen konnte. Nach rund fünfwöchiger Pause wurden die Fahrten der Rollenden Landstraße von Sachsen nach Tschechien und umgekehrt wieder aufgenommen. Zunächst fuhren täglich sechs Züge mit je 23 LKW in beide Richtungen. Bis Mitte August 2002 verkehrten noch doppelt so viele "Rola"-Züge auf der Schiene im Elbtal. Der Güterverkehr konnte im Oktober 2002 sein Angebot weiter ausweiten. 24 Züge je Tag und Richtung konnten wieder im internationalen Verkehr fahren, durchschnittlich neun weniger als vor dem Hochwasser. Acht der 24 Trassen waren der Rollenden Landstraße vorbehalten, die damit zwei Mal öfter als bislang fahren konnte, zwölf Fahrten je Tag und Richtung waren es vor der Flut. Somit konnten seitdem zwischen Dresden und Lovosice (Tschechische Republik) maximal 360 Lkw Huckepack auf Zügen durch das Elbtal gefahren werden. 2002 legten insgesamt rund 72 000 Lkw die Strecke zurück. Im August 2003 werden erste Stilllegungsgerüchte laut. Nach der Fertigstellung der Autobahn A 17 von Dresden nach Prag müsse überlegt werden, ob es noch eine Rechtfertigung für das Schienenprojekt gebe, sagte damals die Staatssekretärin im sächsischen Wirtschaftsministerium, Andrea Fischer. Die Rollende Landstraße sei ein teures Unternehmen, begründete sie. Eine Entscheidung war aber noch nicht gefallen. Die "Rollende Landstraße" zwischen Dresden und Lovosice wollte die Bahn so lange weiter betreiben, wie es Bestellungen gäbe. Seit September 1994 bis August 2003 wurden auf dem Schienenweg etwa 770 000 Lastkraftwagen über die Grenze transportiert. Auf einer deutsch-tschechischen Konferenz im November 2003 wurde das Schicksal der Rollenden Landstraße diskutiert. Bernd Rohde vom sächsischen Wirtschaftsministerium war sich mit seinen tschechischen Kollegen einig, dass die RoLa nicht vor dem Ende des Autobahnbaus 2006 eingestellt werden könne. Dennoch gab er zu bedenken, dass der auf Schienen fahrende Lkw-Transporter zurzeit nur mit 80 Prozent ausgelastet ist. Das Parlament musste jedes Jahr zustimmen, dass 4,5 Millionen Euro als Subventionen gezahlt würden. Das war zu hoch, deshalb suchte man nach Alternativen. Mehr Wagen oder mehr Zugpaare wäre eine Variante aber das würde mehr Kosten verursachen und wäre deshalb nicht durchsetzbar. Entsprechend der Forderung der Bürgerinitiative "Lebenswertes Erzgebirge" regte man an, die RoLa auch nach Fertigstellung der Autobahn 2006 weiter zu betreiben und über Dresden und Lovosice hinaus zu erweitern. In ihrer bisherigen Form wäre das kaum möglich sein, räumte damals Rohde ein, dennoch lag in seinem Haus ein Konzept zur Zukunft der RoLa vor. Anstatt Lkws aufzuladen, sollten nach 2006 Container über die Schiene nach Tschechien rollen. Im Mai 2004 war dann von einem auf den anderen Tag das Schicksal der Verbindung besiegelt. Während Anfang Mai im sächsisch-tschechischen Grenzgebiet noch kräftig der EU-Beitritt des Nachbarlandes gefeiert wurde, vollzog sich anderswo ein fataler Spurwechsel. Die hochsubventionierte Rollende Landstraße zwischen Dresden und Prag war plötzlich nicht mehr gefragt. Bislang wurden die Brummifahrer neben den kalkulierbaren Transportzeiten vor allem durch ein unkompliziertes und verhältnismäßig einfaches Prüfverfahren auf die Schiene gelockt. Doch mit dem Wegfall der Zollkontrollen war dieser Anreize weg und somit auch die LKWs. Die neue Situation stellte Sachsens Verkehrsplaner vor eine Flut von Problemen. So wurde die chronisch defizitäre Zugstrecke, die vor dem EU-Beitritt immerhin zu 70 Prozent ausgelastet war, endgültig zum Millionengrab. Bereits in der ersten Mai-Woche sank die Auslastung der Züge laut Sächsischem Wirtschaftsministerium auf unter zehn Prozent. Gleichzeitig verschärfte sich ein Problem, das die Rollende Landstraße eigentlich lösen sollte. So wichen die Lkws auf die Bundesstraße 170 aus und damit auf die traditionelle Strecke in Richtung Tschechien. Die Belastung durch hohes Verkehrsaufkommen wurde schlagartig schlimmer. Um das zu verhindern war ein Nachtfahrverbot im Gespräch, doch das Wirtschaftsministerium sah darin keine Möglichkeit, weil eine Alternativstrecke fehlt, die zur Sperrung einer Bundes- und Europastraße nötig wäre. Andernfalls drohten Schadenersatzansprüche der Spediteure. Mitte Mai 2004 verständigten sich dann Vertreter der Tschechisch-sächsischen RoLa-Kommission im Prager Verkehrsministerium auf eine schnellstmögliche Einstellung. Hintergrund der Entscheidung war die Tatsache, dass die Auslastung der Züge seit der EU-Osterweiterung am 1. Mai von rund 70 Prozent auf weniger als zehn Prozent gefallen war. Ausschlaggebend für das Aus des Huckepack-Verkehrs von und nach Tschechien seien finanzielle Gründe, teilte das Sächsische Wirtschaftsministerium mit. Danach hätte der Betrieb der RoLa künftig nur mit höheren Zuschüssen fortgesetzt werden können. Bislang kostete der Betrieb Sachsen jährlich fünf Millionen Euro und Tschechien 2,5 Millionen Euro. 6,5 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr über RoLa-Fahrkarten eingenommen. Die Kommission habe keine Perspektive für eine Erhöhung der Auslastung in nächster Zeit gesehen. Die Alternative mit der Inbetriebnahme der neuen Autobahn A17 Dresden-Prag war durch die entstandene zeitliche Lücke noch keine Alternative. Die A17 war noch nicht fertig. Das Wirtschaftsministerium kündigte dann an, die Zahl der täglichen RoLa-Fahrten werde schrittweise verringert und der Fahrpreis gesenkt. Drei Monaten, nachdem die Kündigungsfrist für die RoLa-Verträge abgelaufen ist, werde der Verkehr dann eingestellt. Das Ministerium kündigte noch eine Studie zum Container-Verkehr zwischen Sachsen und Tschechien an, die eine Nachfolgelösung für den Huckepack-Verkehr auf der RoLa sein sollte. Ein kurzfristiger aber leider vergeblicher Versuch der Rettung kam Ende Mai 2004 aus Tschechien. Man wolle das beschlossene Aus für die Rollende Landstraße rückgängig machen. Vor dem Hintergrund massiver Proteste der Bevölkerung in Sachsen und Nordböhmen gegen den ausufernden Lkw-Verkehr auf der Bundesstraße 170 (E 55) warb Vize-Verkehrsminister Jiri Kubinek dafür, die Rola weiter zu betreiben. Man müsse über eine "Pflichtverlagerung" von Gefahrguttransporten von der Straße auf die Schiene nachdenken, wie sie von den Anliegergemeinden gefordert werde. Kubinek wollte mit Vertretern der Grenzregion zusammenkommen. Der Minister erinnerte daran, dass Sachsen die Rola zu großen Teilen finanziere. Tschechien habe aber Finanzreserven für diese Form des kombinierten Verkehrs. Sachsens Wirtschaftsministerium teilte daraufhin jedoch mit, man halte am vereinbarten Einstellungsbeschluss fest. Letztendlich einigten sich die Verkehrsministerien der beiden Länder auf den 19. Juni als Tag der Einstellung des Betriebs der Rollenden Landstraße. Zunächst sprach man noch von einer möglichen Nachfolgelösung. Bis Ende Juli 2004 sollte eine Studie zum Containerverkehr vorliegen. Diese sehe vor, nicht mehr die Lastkraftwagen, sondern nur noch die Fracht per Zug zu transportieren. Nach zehn Jahren kam das Aus für die Rollende Landstraße. Trotz sinkender Preise sank auch die Nachfrage und damit die Auslastung der Strecke. Seit der Erweiterung der Europäischen Union lag diese nur noch bei rund zehn Prozent. Auch die seit Mitte Mai 2004 kräftig gesenkten Fahrpreise hatten nichts daran ändern können. Wegen der sinkenden Nachfrage kostete eine Einzel-Fahrt zwischen Dresden und dem nordböhmischen Lovosice (Lobositz) inzwischen 50 statt 83 Euro. Für Sachsen und Tschechien bedeutet dies höhere Zuschüsse, die beide Staaten nicht dauerhaft aufbringen wollen. Die Rollende Landstraße war 1994 gestartet worden, um den Verkehr auf der Bundesstraße 170 durch das Osterzgebirge zu entlasten. Die Lastkraftwagen sollten ursprünglich bis zur Fertigstellung der Autobahn 17 und der tschechischen D 8 von Dresden nach Prag auf der Schiene transportiert werden. Auf tschechischer Seite wird die Autobahn aber erst 2007 oder 2008 fertig. Links zum Neubau der Autobahn 17 |
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