Die Eisenbahn in Sachsen und der Sächsischen Schweiz
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Zunächst besaß auch in Dresden jede Fernbahn ihren eigenen Endbahnhof. Von diesen ersten selbständig arbeitenden Privatbahnen war kein Interesse für einen Zentralbahnhof in Dresden zu erwarten. Der damalige Reiseverkehr war gering und hatte nur bescheidene Zugzahlen. Das Publikum mußte sich daher selbst um den Übergang innerhalb der Stadt von einem zum anderen Bahnhof bemühen. Der Leipziger (1837) und Schlesische Bahnhof (1847) lagen auf Dresden-Neustädter Seite dicht nebeneinander. In der Altstadt entstanden der Böhmische Bahnhof (1851), der Bahnhof der Albertbahn (1855) und der Berliner Bahnhof (1875) in Dresden-Friedrichstadt.

1852 wurde die Marienbrücke über die Elbe in Betrieb genommen (Parallelverkehr mit Straße), so daß nun eine Verbindung vom Böhmischen zu den Bahnhöfen auf Neustädter Seite entstanden war. Man dachte an durchgehende Verbindungen von Görlitz nach Chemnitz oder von Leipzig nach Bodenbach. 1869 wurde der Albertbahnhof aufgelöst und die dortigen Züge (Richtung Tharandt/Chemnitz) fuhren von nun an im Böhmischen Bahnhof ab. Der Böhmische Bahnhof lag damals am Rande der Stadt. 1850 begann hier der Bau einer Personenhalle, die mit der Eröffnung der Gesamtstrecke Dresden-Bodenbach am 6. April 1851 eingeweiht wurde.

Nach 14 Jahren ständig zunehmenden Reiseverkehrs genügte die kleine Anlage nicht mehr. Am 1. August 1864 gingen die Arbeiten am neuen, im Renaissancestil errichteten großzügigen Bahnhofsgebäude zu Ende. Die Gleisanlagen waren jedoch bescheiden ausgefallen. 1872 erhielt der Bahnhof Bahnsteighallen. Auch die anderen Dresdener Bahnhöfe wurden im Laufe der Zeit verändert. Der Leipziger und Schlesische 1857, der Berliner 1874.

Der Böhmische Bahnhof von 1864 war kein Projekt auf lange Sicht. 1892 begannen die Bauarbeiten am neuen, heute noch existierenden Dresdner Zentral- oder Hauptbahnhof an der Stelle des Böhmischen Bahnhofes. Er war damals der meistbenutzte Dresdens und wurde deshalb Standort. Im Rahmen weiterer Umbau- und Erweiterungsarbeiten am Bahnknoten Dresden entstand in Dresden-Friedrichstadt ein Güterbahnhof. Sämtliche Eisenbahnlinien der Innenstadt wurden viergleisig ausgebaut, damit der Güter- vom Personenverkehr getrennt werden konnte. Es entstand eine neue Eisenbahnbrücke unmittelbar neben der alten Marienbrücke, so daß hier der Schienenverkehr ungestört 4-gleisig rollen konnte.

Am 19. Juni 1895 fuhr der erste Zug in den neuen noch nicht vollendeten Hauptbahnhof ein. In der Nacht vom 16. zum 17. April 1898 wurde er öffentlich eingeweiht. Die Kopfgleise wurden unten, die der durchgehende Züge wurden oben im Bahnhof angeordnet. Verkehr auf zwei Ebenen sozusagen. Die Gleise im Erdgeschoß erhielten eine 59 m breite, die Hochgleise 2 je 32 m breite Hallenüberdeckungen. 17 000 t Eisen wurden insgesamt für das imposante Bahnhofsgebäude verbraucht. Seinen 100. feierte das Bauwerk 1998.

Im August 2002 richtet das Hochwasser und die Flut der Weißeritz im Dresdner Hauptbahnhof einen Schaden von 42 Millionen Euro an. Die Wassermassen der Weißeritz strömten durch die Bahnhofshalle und das Eingangsgebäude.

Zur Zeit erfolgt ein umfangreicher Umbau des Hauptbahnhofes.

In der Nordhalle wird der Bahnsteig mit den Gleisen 18 und 19 zum reinen S-Bahnsteig mit einer Höhe von 55 Zentimetern umgebaut. Die Treppenaufgänge werden verbreitert und mit Granitplatten, Gepäckförderbändern, Fahrtreppen und einem behindertengerechten Aufzug gestaltet. Der Bahnsteig – wichtigster Ausgangspunkt aller Dresdner S-Bahn-Linien – erhält ein modernes Informations- und Wegeleitsystem und eine moderne Möblierung. Im November 2003 erfolgt die Teilinbetriebnahme. Die komplette Fertigstellung ist für das letzte Quartal 2004 geplant. 2006 beginnt die Sanierung der Mittelhalle und der Bahnsteige außerhalb des Bahnhofs.

 

Dresden Hauptbahnhof

Impressionen Oktober 2004

Umbau Hbf Dresden 2003

Umbauarbeiten 2003

Karte mit den alten Dresdner Bahnhöfen
Die alten Dresdner Bahnhöfe

Karte mit den neuen Dresdner Bahnhöfen
Die Bahnhöfe im Zentrum
heute

Innen Bahnhofshalle

Mittelhalle des Dresdner Hbf
Blick in die Bahnsteighalle


Streckenführung um den
Bahnhof