| Die Eisenbahn in Sachsen und der Sächsischen Schweiz | ||||||||||||
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| Dresden-Riesa-Leipzig | Neubau City-Tunnel
Leipzig zwischen Hauptbahnhof und Bayerischem Bahnhof |
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Bauherr: S-Bahn Tunnel Leipzig GmbH Über eine ca. 3 km lange unterirdische Verbindung zwischen dem Leipziger Hauptbahnhof und dem Bayerischen Bahnhof soll die Leipziger Innenstadt an das bestehende S-Bahn Netz angeschlossen werden. Dabei wird das neu errichtete Dienstleistungszentrum des Leipziger Hauptbahnhofes komplett unterfahren. Zwei weitere unterirdisch gelegene Haltestellen, am Markt und am Wilhelm-Leuschner-Platz sowie eine oberirdische Haltestelle Semmelweisstraße, erleichtern den Zugang zum ÖPNV. Über Kreuzungs- und Verzweigungsbauwerke bindet der Tunnel in den Bestand des Leipziger Hauptbahnhofes ein. Aus diesem Grund wurde durch den Freistaat Sachsen, die Stadt Leipzig, die Deutsche Bahn AG und die Leipziger Messe GmbH im Jahr 1996 die "S-Bahn Tunnel Leipzig GmbH" (SBTL) gegründet. Ihr Ziel ist die Planung, Mittelbereitstellung und die Vorbereitung zur Durchführung des Projektes. Mit der nun vorliegenden Entwurfsplanung und dem Planfeststellungsbeschluss ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung erreicht. Für die nächste Phase sind wesentliche Voraussetzungen für die Rahmenfinanzierungsvereinbarung, die Ausführungsplanung und die Baudurchführung zu schaffen. Insbesondere die Umsetzung der Chancen durch Optimierung der Streckenführung im südlichen Abschnitt und die Einleitung von Planänderungsverfahren sind wesentliche Aufgaben.
2002 9.Juli 2003
(Leipzig, den 9. Juli 2003) Heute begannen die ersten Bauarbeiten für den City-Tunnel Leipzig. Gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Dr. Manfred Stolpe drückten Sachsens Ministerpräsident Prof. Dr. Georg Milbradt, der Oberbürgermeister von Leipzig, Wolfgang Tiefensee, und der Marketing-Vorstand der Deutschen Bahn AG, Klaus Daubertshäuser, heute den roten Knopf und lösten damit die erste Bohrung für den City-Tunnel aus. "Jetzt geht es los! Dieses gewaltige Vorhaben ist für Sachsen enorm wichtig, denn der Südwesten des Landes wird jetzt direkt an Leipzigs Innenstadt angebunden", sagte Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt beim feierlichen Baubeginn mitten im Herzen der Messestadt. "Für den Schienenverkehr der Stadt als neues Zentrum der Automobilindustrie, der Medien und des Weltsports ist der Tunnel von zentraler Bedeutung", so Milbradt. Das rund vier Kilometer lange Bauwerk soll den Hauptbahnhof und den im Süden Leipzigs gelegenen Bayerischen Bahnhof verbinden. Damit kann der Schienenpersonennahverkehr im Großraum Leipzig völlig neu geknüpft werden. Geplant ist, dass die ersten Züge Ende 2009 durch die zwei Röhren rollen. "Der City-Tunnel misst nur wenige Kilometer, aber er wirkt verkehrs- und wirtschaftspolitisch als Achse in das 21. Jahrhundert. Er bringt städtische, regionale und überregionale Effekte", versicherte Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee anlässlich des Baubeginns in der Leipziger City. "Ohne Fahrtrichtungswechsel am Knotenpunkt Leipziger Hauptbahnhof können schon in wenigen Jahren durchgängige und schnelle Zugverbindungen auf der Strecke Berlin-Leipzig-München angeboten werden. Der City-Tunnel verbindet sächsische und anhaltinische Wirtschaftsregionen und optimiert den innerstädtischen S-Bahn-Nahverkehr. Der City-Tunnel Leipzig - das ist bestens angelegtes Geld. Mit diesem Projekt baut Leipzig seinen Anspruch im Wettbewerb der Städte und Regionen weiter aus", so Tiefensee. "Der Tunnel wird die Schlagader des Schienenpersonenverkehrs in der Region Leipzig", sagte Bahn-Vorstand Daubertshäuser. Die volle Kraft könne jedoch nur entfaltet werden über die Netz-Wirkung weiterer Bahnprojekte. Dazu zählen die am 30. Juni in Betrieb genommene Neubaustrecke vom Leipziger Hauptbahnhof über den Flughafen Leipzig/Halle bis nach Gröbers. Dazu zählen die Sachsenmagistrale mit ihren beiden Ästen und Fernverbindungen nach Berlin, Erfurt und Dresden, aber auch die Sanierung wichtiger Nahverkehrsstrecken. "Zusammen mit dem Umbau des Eisenbahnknotens Halle/Leipzig wird bis Ende dieses Jahrzehnts ein leistungsfähiges Bahnsystem im Herzen Mitteldeutschlands entstehen", versprach Daubertshäuser. Neue Wege werden bei der Realisierung des Projektes beschritten. Sachsen ist in Abstimmung mit der Deutschen Bahn AG Bauherr sämtlicher Rohbauarbeiten an Tunnelröhre und Stationen. Die bahnspezifischen Arbeiten bleiben in der Hand der Deutschen Bahn AG: die Installation der Gleise als so genannte "Feste Fahrbahn", die Ausrüstung mit Signal- und Sicherungstechnik sowie der Anschluss an das Netz der Bahn. Der Tunnelbau fügt sich als Teil eines Gesamtkonzeptes in den laufenden Umbau des Bahnknotens Halle/Leipzig und die Einbindung der verschiedenen Neu- und Ausbauprojekte in den Knoten ein. Alle Bauabläufe und technischen Konzeptionen sind von Anfang an aufeinander abgestimmt. Bereits jetzt laufen im Gleisfeld des Hauptbahnhofs die Vorbereitungen, um hier 2005 die Baufreiheit für die Tunnelbaustelle zu gewährleisten. Auch bei der Projektsteuerung betritt der Freistaat Sachsen Neuland. Mit dieser Aufgabe wurde in Abstimmung mit dem Bund und der Bahn die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und Bau GmbH (DEGES) betraut. Sie bringt jahrelange Erfahrung bei den "Verkehrsprojekten Deutsche Einheit" mit ein. Spezielle Tunnelerfahrung sammelte die DEGES unter anderem beim "Thüringer Rennsteigtunnel". Die Kosten für den Tunnel belaufen sich auf rund 572 Mio. Euro, davon trägt der Freistaat 182 Mio. Euro. Der Löwenanteil in Höhe von 360 Mio. Euro stammt aus EU- und Bundesmitteln. Die weiteren Kosten tragen die Stadt Leipzig und die Bahn.
Ursprünglich wurde das Planfeststellungsverfahren für die Neubaustrecke eingeleitet, damit noch im Jahr 2000 mit dem Bau begonnen werden konnte. Bahn AG und Freistaat sagten ihre Unterstützung für das Projekt zu. Nach zweijähriger Untersuchung kam man zu folgenden Ergebnissen: Das Tunnel-Projekt hat ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von 2,7 , womit eine Förderung möglich ist. Auch die exakte Kostenschätzung liegt nun vor: der Bau der 3000 m langen und 8,80 m dicken Tunnel-Röhren soll 500 Mio DM kosten. Für die Anpassung an das vorhandene Schienennetz werden 295 Mio DM veranschlagt. Rund 120 Mio DM sind dann noch für Verbesserungen im gesamten S-Bahn-Netz erforderlich. Da Leipzig im nächsten Jahr ohnehin über den weiteren Ausbau des Stadtbahnnetzes mit den S-Bahn-Verbindungen entscheiden müsse, könnte der neue City-Tunnel viele Verkehrsprobleme besser lösen. Leipzigs S-Bahn könnte so 30 000 Fahrgäste mehr pro Tag erreichen. Besucher von außerhalb könnten bis zum Leipziger Markt durchfahren und dort zum Einkaufen aussteigen. Die Bahn AG würde ebenfalls stärker als erwartet von dem Tunnel profitieren. Die Nord-Süd-Verbindungen könnten so zusammengefaßt und hindurch geleitet werden. Der Bau der Sachsenmagistrale von Hof über Zwickau nach Leipzig würde ebenfalls erheblich preisgünstiger. Viele Umbauten von Gleisanlagen am Leipziger Hauptbahnhof könnten entfallen. So würde die Bahn 100 Mio DM sparen, die nun für den Tunnel zur Verfügung stehen. Die Industrie- und Handwerkskammer hob die konjunkturpolitische Bedeutung des Projektes hervor: man hofft auf viele Arbeitsplätze für Leipziger Firmen. Leipzig kann für das Projekt maximal 5 Prozent der Gesamtbausumme aufbringen. Die Vorgeschichte Schon seit 1890 wird in Leipzig über einen Eisenbahn-Tunnel durch die Innenstadt diskutiert. 1915 bereits wurde beim Bau des Leipziger Hauptbahnhofs (Kopfbahnhof) eine unterirdische Verbindung durch den Bahnhofsvorplatz berücksichtigt. So baute man den Tunnelbeginn schon in den Bahnhof mit U-Bahnsteig ein (2-gleisig). Eine Weiterführung des Baus scheiterte jedoch an den 2 Weltkriegen. So geriet das Projekt langsam in Vergessenheit. Zwischenzeitlich nutzte man den U-Bahnsteig für Kinovorführungen.
Mit dem Umbau das Leipziger Hauptbahnhofes zum Einkaufszentrum plus Gleisanschluß wurde das erste Tunnelstück auf der Bahnhofs-Ostseite wieder zurückgebaut. Ein zukünftige unterirdische Verbindung quer durch die Stadt wurde beim Umbau aber wiederum berücksichtigt. Um das Projekt endlich zur
Vollendung zu bringen gründete man 1996 die S-Bahn-Tunnel GmbH. Seit
Juli 1996 laufen die Voruntersuchungen zur Realisier- und Finanzierbarkeit
des Baues. Ermittelt wurde ein Finanzbedarf von 805 Millionen DM. Der
Tunnelbau soll geschlossen erfolgen, also ohne Eröffnung der Erdoberfläche.
So werden die Kosten etwas geringer gehalten. Nur für die 4 neuen
U-/S-Bahn-Stationen soll in offenen Baugruben gearbeitet werden. - Gesamtlänge einschließlich Rampen 3.900 m
Theresienstraße Leipzig Hauptbahnhof (unterirdisch) Markt (unterirdisch) Wilhelm-Leuschner-Platz
(unterirdisch) Bayerischer Bahnhof (unterirdisch) Semmelweisstraße Die 4 unterirdischen Stationen entstehen in offener Bauweise.
Leipzig-Stötteritz – Gaschwitz
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Baufortschritt im März 2006 Bauvorbereitung im
Im Januar und Februar 1998 erfolgten an der zukünftigen Trasse Probebohrungen:
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| von Sascha Fritzsche |