Die Eisenbahn in Sachsen und der Sächsischen Schweiz
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  Die Erste Deutsche Ferneisenbahn

Arthur von Mayer schrieb 1891 in seinem Buch "Geschichte und Geographie der Deutschen Eisenbahnen" folgende denkwürdigen Sätze:

Dieselbe ist die erste Eisenbahn des in seinen Naturprodukten und in seiner Industrie so reich gesegneten Königreichs Sachsen gewesen, und wenn sie innerhalb Deutschlands der Zeit der Eröffnung nach auch erst die zweite war, so gebührt ihr gegenüber der nur kleinen Nürnberg-Fürther Eisenbahn mit Rücksicht auf ihre eigene Ausdehnung und Bedeutung der erste Platz, wie sie denn auch das bahnbrechende Eisenbahnunternehmen für ganz Deutschland geworden ist. Sie bildet den Grundstein für den nationalen Wohlstand und gewerblichen Fortschritt ihres engeren Vaterlandes, für den nationalen Wohlstand und kulturgeschichtlichen Aufschwung von ganz Deutschland.

Historische Dokumente vom Beginn der Zugverbindung
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Bereits 1833 vereinigten sich, den Anregungen Friedrich Lists folgend, führende Persönlichkeiten Leipzigs mit der Absicht, eine Eisenbahn als private Gesellschaft nach Dresden zu bauen. Ein entsprechendes Gesuch vom 10.November 1833 wurde von der Staatsregierung bestätigt. Am 3.April 1834 wurde durch zwölf Bürger die "Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie" gegründet. Am 6.Mai 1835 stimmte die Staatsregierung endgültig zu.

Die Baukosten waren auf 1,5 Mio. Taler veranschlagt, stiegen jedoch nach zwei Jahren auf 4,5 Mio. Für die Linienführung lagen mehrere Projekte vor, die zwischen Dresden und Riesa zwei verschiedene Lösungen aufwiesen. Letztendlich entschied man sich für die Trassierung auf der rechten Elbseite nach Überbrückung der Elbe in Riesa.

Im Herbst 1835 begannen die Bauarbeiten mit der Ausführung der Muldebrücke bei Wurzen, am 1.März 1836 die Erdarbeiten zum Einschnitt bei Machern. Schon am 24.April 1837 konnte die erste Teilstrecke zwischen Leipzig und Althen als erste Ferneisenbahn Deutschlands mit 2 Lokomotiven und 8 Personenwagen in Betrieb genommen werden. Schrittweise ergfolgte die Inbetriebnahme der folgenden Streckenabschnitte:

Abschnitt Inbetriebnahme
Leipzig-Althen 24. April 1837
Althen-Gerichshain 12. November 1837
Gerichshain-Machern 11. Mai 1838
Dresden-Dresden(Weintraube) 19. Juli 1838
Machern-Wurzen 31. Juli 1838
Wurzen-Dahlen 16. September 1838
Dresden(Weintraube)-Oberau 16. September 1838
Dahlen-Oschatz 3. November 1838
Oschatz-Riesa 21. November 1838
Riesa-Oberau 7. April 1839
Gesamtstrecke 7. April 1839

Als letzter Abschnitt wurde der Abschnitt Riesa - Oberau mit dem 513 m langen Oberauer Tunnel und damit die ganze Strecke in Betrieb genommen. Freiberger Bergleute stellten ihn als Stollen von vier abgetäuften Schachten aus her. Es handelt sich dabei um den ersten Eisenbahntunnel Deutschlands, der jedoch 1933 auf Grund von zu geringer Breite beseitigt wurde. Ein tiefer Einschnitt und ein Denkmal erinnern heute an den einstigen bergmännischen Kunstbau. Die Bauzeit war vom 1.Februar 1837 bis 1.Oktober 1839 und die Baukosten betrugen 330 750 Taler.

Ein weiteres Meisterwerk der noch jungen Ingenieurbaukunst war die erste deutsche Eisenbahnbrücke bei Riesa. Diese auf 11 steinernen Pfeilern ruhende Holzkonstruktion wurde später durch eine eiserne Gitterbrücke ersetzt. Oberbauleiter der Leipzig-Dresdner Eisenbahn war der geniale vielseitige Ingenieur, Wasserbaudirektor Carl Theodor Kunz. Er übernahm die Leitung des Baues, nachdem er vorher Belgien und England besuchte. Dort sammelte er praktische Erfahrungen und knüpfte Beziehungen zu englischen Fachleuten und Firmen.

 

Denkmal in Leipzig
Denkmal für die Erste
Deutsche Ferneisenbahn
gegenüber dem Leipziger
Hauptbahnhof

Programm zur Eröffnung der Leipzig-Dresdner-Eisenbahn 600x1240
Original-Programm zur Eröffnung
der Leipzig-Dresdner-Eisenbahn

(GIF 75 kByte)

Einschnitt bei Machern
Der Einschnitt bei Machern während der Bauarbeiten 1836
(Modell:Verkehrsmuseum Dresden)



Gedenktafel am Bahnhof Dresden-Neustadt für den Oberbauleiter der Leipzig-Dresdner Eisenbahn Ingenieur und Wasserbaudirektor Carl Theodor Kunz

         
    von Sascha Fritzsche