Die Eisenbahn in Sachsen und der Sächsischen Schweiz
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Dresden-Königsbrück   Die Strecke und ihre Entstehung    

 

       

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Von Dresden bis Königsbrück nördlich der sächsischen Landeshauptstadt fahren heute die Züge. Am Zwischenstopp Dresden-Klotzsche zweigen die Strecken in Richtung Görlitz nach Osten und zum Haltepunkt Grenzstraße am Dresdner Flughafen nach Westen ab. Im Zusammenhang mit den umfangreichen Bauarbeiten am Dresdner Flughafen wird eine neue S-Bahn-Verbindung dorthin gebaut, die vom Dresdner Hauptbahnhof über Dresden-Klotzsche und Dresden-Grenzstraße führen wird.

Erst Schmalspurbahn - später Normalspurbetrieb

Dresden-Klotzsche erhielt seinen ersten Gleisanschluß im Jahr 1845. Damals entstand eine Verbindung zwischen den Städten Dresden(-Neustadt) und Radeberg, wobei Klotzsche eine Unterwegsstation war. Von Radeberg wurde die Strecke bis Görlitz für die Sächsisch-Schlesische Eisenbahn weitergeführt.

Zwischen Klotzsche und Königsbrück nahm am 17. Oktober 1884 eine Schmalspurbahn ihren Betrieb auf. Sie war für die Landwirtschaft um Königsbrück, für die Bewirtschaftung der umgebenden Wälder und für Töpfereien, Glas- und Sägewerke gedacht. Ihre Länge betrug ca. 19,5 km. Nach etwa 9 Jahren zeigte sich, daß die schmalspurigen Anlagen für den stark ansteigenden Verkehr nicht mehr ausreichten. Die erwartete nur langsame industrielle Entwicklung kehrte sich in das Gegenteil um.

Allein in Königsbrück kamen zu der bereits vorhandenen Töpferindustrie ein Emaillewerk, eine Ofenfabrik und ein Elektrizitätswerk. Bei der Schmalspurbahn verdoppelte sich in den 10 Betriebsjahren der Umfang des Güter- und Personenverkehrs. Dafür reichten die schmalspurigen Anlagen im Bahnhof Klotzsche nicht aus. Das galt sowohl für den Umsteigeverkehr bei den Personenzügen als auch für die Umladegleise, -gerüste und Rollbockanlagen des Güterverkehrs.

Die Idee zum Umbau in eine Regelspurstrecke wurde ausgelöst durch einen Antrag, die Strecke um 9 km bis Schwepnitz zu verlängern. Der dortigen Industrie (Glas-, Seifenfabrik und Dampfschneidemühle) sollten dadurch Transportwege geschaffen werden. Der Umbau und die Verlängerung bis Schwepnitz in Regelspur vollzog sich vergleichsweise einfach. Günstige Geländeverhältnisse und eine einfache Streckenführung der alten Schmalspurbahntrasse erleichterten die Bauarbeiten.

Lebhaftes Interesse für die durchgehende Verbindung von Dresden zeigte auch das Militär wegen ihres Infanterieschießplatzes und der Garnision in Königsbrück. Sie forderten in Lausa und Moritzdorf lange Kreuzungsgleise und bei Königsbrück ausgedehnte Ladestellen.

Forderungen für den regelspurigen Ausbau

  • kleinster Radius auf freier Strecke 200 m
  • Weiterverwendung der Kunstbauten
  • eiserne Brücken erhalten stärkere Pfeiler und Widerlager
  • Verwendung von Schienen mit dem Profil IV
  • fahrplanmäßiger Betrieb der Schmalspurbahn während des Umbaus !

So wurde im April 1896 nach dem Auftrag zum Umbau festgelegt, daß die Schmalspurgleise auf regelspurige Schwellen zu verlegen sind. Insgesamt wurden 4 Schienen zentriert zur Gleisachse angebracht, so daß das Schmalspurgleis inmitten des Regelspurgleises lag. Die Schmalspurzüge fuhren den Oberbau im Normalbetrieb fest, was sich für die schnelle Umstellung als günstig erwies. Dabei wurden alle verfügbaren Schmalspurfahrzeuge nach Klotzsche abgezogen, und am 1. April 1897 nach Abfahrt des letzten Schmalspurzuges von Königsbrück zwischen 14 und 15 Uhr wurde der Betriebswechsel eingeleitet.

Der Bau der ca. 9,9 km langen Strecke Königsbrück-Schwepnitz begann im Oktober 1898. Sie wurde am 1. Oktober 1899 dem Betrieb übergeben.

 

 

         
    von Sascha Fritzsche