| Die Eisenbahn in Sachsen und der Sächsischen Schweiz | ||||||||||||
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| Dresden-Görlitz | Langebrück | |||||
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Wenige Jahre nach der Eröffnung des Leipziger Bahnhofes begann man mit dem Bau des Schlesischen Bahnhofs in Dresden (heute Dresden-Neustadt) sowie der Eisenbahnstrecke von dort zunächst bis Radeberg. Der Eisenbahnbau schnitt Langebrück in zwei Teile, 60 Hektar Land wurden den Einwohnern abgekauft. 5000 bis 6000 Arbeiter waren beim Bau beschäftigt, von denen 3000 im Dorfe Langebrück untergebracht wurden. Langebrück hatte damals ungefähr 671 Einwohner. Am Bau waren vor allem Bergleute aus dem Freiberger Revier und dem Erzgebirge beteiligt, denn es mußte die Trasse in den Fels hineingehauen werden. Viele Kräfte waren aber auch mit dem Transport der Steine und des Gerölles beschäftigt. Langebrück mußte ja östlicherseits fast bis zum Bahnhof durch einen erheblichen Damm durch das Tal des Dorfbaches erreichbar gemacht werden. Die starke Konzentration der Arbeiter beim Eisenbahnbau, die Länge der Arbeitszeit von täglich 10 bis 12, oft aber auch 14-16 Stunden harter Arbeit, weiter die ungenügende Unterbringung der Arbeiter in Langebrück führten zu einem Streik der Eisenbahnarbeiter. Am 17. November 1845 fuhr der 1. Zug vom Schlesischen Bahnhof ab und erreichte als nächste Station Langebrück. Es gibt täglich eine zweimalige Fahrgelegenheit nach Dresden und zurück. Der Preis von 50 Pfennigen war wahrhaft luxuriös, denn ein Arbeiter mußte dafür 2 Stundenlöhne aufwenden. Deshalb wurde wohl auch der Fußweg nach Dresden beibehalten. Wer die Stiehlerstraße ostwärts geht, kann heute noch sehen, daß der Boden der südlichen Seite abgetragen und zum Damm der Eisenbahn verwendet wurde. Der Bau der Eisenbahn beunruhigte die Langebrücker Bauern sehr. Zwei Pferdefuhrwerke hatten schon vor dem herannahenden Zug gescheut und waren durchgegangen. Der Gemeinderat beriet dabei ernstlich, was zu tun sei. Es wurde der Vorschlag gebracht, an der Brücke ein Schild aufzuhängen mit der Aufschrift: Achtung! Zug kommt! Das sollte immer vor dem Herannahen eines Zuges heruntergelassen werden. Alles scheiterte nur daran, daß keiner da war, der eben das Schild herunterließ. So blieb alles wie bisher. Die Milch brauchte nun nicht mehr mit Pferden nach Dresden gefahren zu werden, es war ja ein Bahnhof da, aber kein Tunnel, durch den man auf den Bahnsteig gelangen konnte (der Tunnel wurde 1886 gebaut). Also stellten die Pferdefuhrwerke ihre Milchkannen auf den Bahnhofsvorplatz. Wer sie dann zum Versand brachte, ist nicht bekannt. 1847 wurde die Strecke bis Görlitz weitergeführt, 1875 erhält Klotzsche einen Bahnhof. Am 17. Januar 1851 entgleisten 2 Maschinen und 4 Wagen und stürzten den 8 Ellen hohen Damm hinunter. 4 Personen des Personals wurden getötet. Es war ein Postzug. Grund: Achsenbruch. Das geschah auf der Strecke zwischen Langebrück und Klotzsche, ungefähr in Höhe des kleinen Tunnels westlich des Hakenweges. Am 23. August 1869 kam es 14.28 Uhr zu einem weiteren Unglück. Der von Radeberg nach Langebrück fahrende Personenzug entgleiste in Höhe des Grundstücks Stiehlerstraße 6, und die Maschine "Thor", der Tender, 1 Packwagen und 4 Personenwagen stürzten, sich überschlagend, den Damm hinunter und wurden größtenteils zertrümmert. 160 Personen waren im Zug, nur einer Dame wurde der Arm gebrochen und andere teils mehr, teils weniger verletzt. Wenn auch die Mehrzahl der Passagiere mit dem Schrecken davon kam, so können wir das vom Zugpersonal nicht sagen. Es bestand aus 9 Personen, 2 wurden getötet, 1 schwer verletzt. Als Grund führte man die "Verrückung der Schienen" oder infolge großer Fahrgeschwindigkeit oder schlechter Beschaffenheit der Schwellen das "aus dem Gleis geraten" an. Nun begann ein 17 Jahre währender Kampf um eine weitere Verbesserung des Eisenbahnverkehrs in Langebrück. Ein Güterbahnhof sollte gebaut werden. Die Gemeinde verpflichtete sich, die An- und Abfahrtsstraßen zu bauen. Der Spatenstich fand am 26. September 1898 statt. Am 27. August 1898 begann der Bau mit 10 Arbeitern. Es wurden täglich Arbeiter eingestellt, bis die Zahl 50 erreicht war. Der Bau regte viele besitzende Einwohner zum Kauf von Baustellen an. Sie spürten, daß hier eventuell beim späteren Wiederverkauf der Grundstücke ein schöner Gewinn zu machen wäre. Am 1. Oktober 1898 notierte Seelig einen großen Besitzwechsel in der Nähe des Bahnhofs. Für 42000 Mark verkaufte auch Seelig sein Grundstück (Dresdner Straße 2 - Drogerie). Am 16. Oktober 1898 trug er ein, daß auch das Bauernland längs der neuen Güterbahnhofstraße günstig an einen Fleischermeister, einen Baumeister und einen Mühlenbesitzer verkauft wurde. Am 19. Oktober 1898 kaufte auch Seelig sich freies Land als Baustelle am Viebsch (Liegauer Straße 7). Er bezahlte für den Quadratmeter 2,75 Mark. Am 3. Mai 1899 begann der Bau der Gleise, am 15. August 1899 war er beendet. Am 15. Juni brannten die neuen Spiritusgaslaternen zum ersten Mal, am 17. Juli wurde die neue Güterbahnhofsweiche zum ersten Mal befahren. Die Schuppen waren schon Ende Februar fertig. Alles war nun klar, aber am Eröffnungstag waren keinerlei Güter da, die befördert werden sollten. Am 16. August traf der erste Waggon Braunkohlenbriketts für die Kohlenhandlung Hermann Trepte ein. Der Stationsverwalter war Herr Zacharias. Er hatte 1 Assistenten, 1 Aspiranten, 1 Packer, 2 Stationsarbeiter, 4 Hilfsbahnsteigschaffner und 1 Güterbahnhofsarbeiter. Mit 11 Beschäftigten war 1899 derBahnhof Langebrück voll betriebsbereit. (Textquelle: Broschüre "700 Jahre Langebrück 1288-1988", W. Mühlstädt) |
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| von Sascha Fritzsche |