Die Eisenbahn in Sachsen und der Sächsischen Schweiz
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Bad Schandau-Bautzen   Sanierung und Erhalt der Strecke    

 

       

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Sanierung 1998

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  Sächsische Schweiz-Ring bald komplett saniert (10.12.1999)

Der Verkehrsverbund Oberelbe will weiter kräftig investiert. Ganz oben steht der Sächsische-Schweiz-Ring Pirna-Dürrröhrsdorf-Neustadt-Bad Schandau. Für 21 Millionen Mark wurde die Verbindung Dürrröhrsdorf-Neustadt 1999 wieder flott gemacht so daß jetzt wieder Züge rollen. Bis der Sächsische-Schweiz-Ring wirklich attraktiv wird, sind jedoch noch einige Arbeiten und Anstrengungen notwendig. Der VVO hat sich vorgenommen, einen Drei-Stufen-Plan umzusetzen. Den segnete kürzlich auch die Verbandsversammlung ab. Die erste Veränderung wird es ab 28. Mai 2000 geben. Dann rollen die Züge zwischen Pirna und Neustadt mit bis zu 80 km/h im Stundentakt. Durch dieses Angebot soll die Verbindung für Fahrgäste attraktiver werden. Vor der Sanierung fuhren täglich gerade mal rund 500 Leute mit. Drastisch erhöht hat sich der Andrang der Fahrgäste auch nach der Sanierung noch nicht, belegen die neuesten Statistiken des VVO. Auf etwa 700 pro Tag hat sich deren Zahl seit der Wieder-Inbetriebnahme erhöht. Richtig rentabel wird die Strecke, wenn etwa 2 000 Leute täglich mitfahren. Als nächster Abschnitt kommt Neustadt-Sebnitz an die Reihe. Das Wirtschaftsministerium habe einen Baukosten-Zuschuss von 2,8 Millionen Mark zugesichert. Der VVO stellt in Aussicht, daß die Strecke zum Fahrplanwechsel im Mai 2001 saniert sein wird. Dann kann auch dort der Stundentakt eingeführt werden. Die Züge aus Richtung Pirna und Bautzen werden abwechselnd fahren. Noch in der Luft hängt die dritte Stufe der VVO-Pläne. Die betrifft den schönsten Abschnitt der Rings, die sächsische Semmeringbahn zwischen Sebnitz und Bad Schandau. Ziel des Verkehrsverbundes ist nicht nur die weitere Sanierung, sondern auch die Wieder-Inbetriebnahme des Eisenbahn-Grenzübergangs Dolni Poustevna (Niedereinsiedel). Denn dann würde diese Verbindung wesentlich attraktiver. Bisherige Gespräche über die Finanzierung führten jedoch zu keinem Ergebnis. Ein weiteres Vorhaben ist, das Umsteigen vom Bus auf die Züge zu erleichtern. Ab 28. Mai wird es zusätzliche Verbindungen zu den Bahnhöfen Lohmen, Dürrröhrsdorf, Neustadt und Sebnitz geben. Vorgesehen ist auch, die Fahrzeiten besser abzustimmen. Außerdem ist der Bau von zwei weiteren Haltepunkten vorgesehen. Der am Copitzer Berufsschulzentrum soll 2001 in Betrieb gehen. Die Planungen laufen bereits. Danach wird der Haltepunkt Neustadt-West in Angriff genommen. So werden vor allem das Neubaugebiet an der Engels-Straße und das Erlebnisbad in Neustadt mit dem Zug wesentlich besser erreichbar sein.


Die Sebnitztalbahn scheint gerettet / Sächsische-Schweiz-Ring bleibt erhalten (5./6. September 1998)
Quelle: Sächsische Zeitung (Lokalteil Pirna) Peter Hilbert

"Ohne die Semmeringbahn (Sebnitztalbahn, S.F.) würde die Region absterben." Dessen ist sich Ingo von Oertzen sicher. Der Geschäftsführer des Sebnitzer Kinder- und Jugenderholungszentrums "An der Grenzbaude" war kürzlich völlig von den Socken, als er erfuhr, daß ab 1. November 1998 die reizvolle Traditionsstrecke gesperrt wird. Bis zu 12000 junge Leute kommen jährlich zur Grenzbaude. Und das zum Großteil per Schiene. "Wenn wir die Bahn nicht haben, können wir unsere Einrichtung zumachen. Es müßte hier jeder wegen der Schließung Terror machen, ob Einwohner, Hotelier oder Ladenbesitzer." Total perplex war von den kürzlich bekanntgewordenen Stillegungsplänen der Deutschen Bahn AG nicht nur der Sebnitzer Heimchef.

Immerhin hatte sich der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) Ende 1997 den Hut für die Bahn-Nebenstrecken im Kreis aufgesetzt, um sie zu erhalten. Knackpunkt: Diese sind teilweise so marode, daß die Sanierung längst überfällig ist. Zum 120. Jubiläum wurde deshalb die Strecke Dürrröhrsdorf-Neustadt (Sa.) im Juni 1997 dichtgemacht. Hartnäckig hielt sich die Befürchtung, das die Semmeringbahn folgt.

Der Sächsische-Schweiz-Ring
Der Sächsische-Schweiz-Ring
(Pirna-Dürrröhrsdorf-Neustadt(Sa.)-Sebnitz-Bad Schandau)

Zumindest für die Müglitztalbahn Heidenau-Altenberg fand der VVO schnell eine Lösung in Form von Sanierungsmillionen. Die ersten Arbeiten begannen im Mai. Sorgenkind blieb der Sächsische-Schweiz-Ring Pirna-Dürrröhrsdorf-Neustadt-Bad Schandau. Die Strecke nutzen täglich knapp 500 Fahrgäste, weiß Knut Ringat, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes. Völlig unrentabel. Ziel des VVO: Einsatz moderner Triebwagen Regiosprinter II und Fahrten im Stundentakt. So will Ringat die tägliche Auslastung auf 2000 Fahrgäste steigern.

Für die Sanierung des Ringes klaffte im Juli laut VVO-Berechnungen allerdings noch ein Finanzloch. Nach heftigen Debatten entschied sich der Kreistag trotzdem für den VVO-Beitritt. Eine der vordringlichsten Bedingung: Erhalt des Sächsische-Schweiz-Ringes. "Wichtig ist, daß es zu keiner Streckenstillegung kommt und wir im politischen Rahmen ein Zeichen setzen", sagte VVO-Chef Ringat auf SZ-Anfrage. Und das scheint jetzt erreicht. Am 29. August fanden VVO, Kreis, Wirtschaftsminsterium und Bahn eine Lösung. Der Verband hat laut Ringat eine 20jährige Bestellgarantie für die Verkehrsleistung auf dem Ring abgegeben. Dadurch brauch der Freistaat für den Abschnitt Pirna-Neustadt keinen Baukostenzuschuß zahlen, der bisher ein Knackpunkt war. "Die Finanzierung ist jetzt schlicht und ergreifend gesichert", sagt er.

Dieses und nächstes Jahr soll die Verbindung Pirna-Neustadt (Sa.) grundhaft saniert werden. Auf der Semmeringbahn sind Ringat zufolge solche Instandsetzungen vorgesehen, damit Züge weiterrollen können. Die Deutsche Bahn AG prüft derzeit, unter welchen Bedingungen der weitere Betrieb möglich ist, teilt Sprecherin Birgit Röher mit. Ganz wollte sie eine Sperrung ab 1. November 1998 aus technischen Gründen aber nicht ausschließen. Darüber, wie Millionen für eine grundlegende Lösung für diese Strecke aufgetrieben werden, laufen Ringat zufolge Verhandlungen. Auch ansonsten sieht er keine Probleme mehr für den Beitritt des Kreises zum VVO. Am 6. Oktober 1998 entscheidet die Verbandsversammlung darüber.

"Für den Erhalt des Sächsische-Schweiz-Ringes ist es jetzt dringend nötig, ein sinnvolles Konzept zu beschließen." Das sagte Bernhard Lehmann, Chef der Kreis-Stabsstelle auf SZ-Anfrage. Dabei komme es darauf an, den Nahverkehr auf Schiene und Straße stärker zu koordinieren, um Parallelfahrten zu vermeiden. "Vorrang ist der Schiene zu geben." Damit könnten gut 5 Prozent der Busfahrten eingespart werden - etwa 250 000 km jährlich. "Sicherlich wird es Widerstände von Busunternehmern geben", erwartet Lehmann Gegenwind. Aber für ihn hat die Wirtschaft Priorität. Dafür wird die Strecke dringend gebraucht, weiß Stabschef Lehmann.

So für Case Harvesting Systems Neustadt und das Dachziegelwerk Langburkersdorf. "Zum Erntemaschinen-Produzenten Case rollen wöchentlich etwa 10 Waggons", sagt Werkleiter Dr. Gerd Schröder. Material und Baugruppen werden geliefert. Mit Schneidwerken, Schwadmähern oder Ballenpressen verlassen die Züge wieder das moderne Werk mit 500 Beschäftigten. "Für uns ist dieser Anschluß dringend nötig", weiß Schröder. Per Bahn rollt Technik aus Neustadt (Sa.) in alle Himmelsrichtungen, bis hin in die GUS-Staaten. Noch 1999 läuft die Mähdrescherproduktion an. Dann wird die Schiene noch mehr gefragt sein, u.a. für die Lieferung von Mähdrescher-Baugruppen aus Singwitz. "Das ist für uns eine zukunftsträchtige Verbindung", freut sich Schröder über den Erhalt des Sächsische-Schweiz-Ringes.

Dem kann sich der Sebnitzer Grenzbauden-Chef von Oertzen nur anschließen:

"Die sieben Tunnel zwischen Bad Schandau und Sebnitz sind nicht nur Nadelöhre, sondern auch Tore, die Leben in die Region bringen."



Ab Mai 1999 wieder freie Fahrt nach Neustadt (Sa.)

Ab Mai 1999 sollen die Züge von Pirna wieder über Dürrröhrsdorf nach Neustadt rollen. Darüber informierte Landrat Michael Geisler (CDU). Dieses Jahr beginnen Sanierungsarbeiten auf der Strecke. Froh ist Geisler auch darüber, daß die drohende Stillegung der "Sächsischen Semmeringbahn" vom Tisch ist. Eine Million Mark sollen eingesetzt werden, um Langsamfahrstellen zu beseitigen. Mit diesen Entscheidungen rückt laut Geisler nunmehr der Bau des Haltepunktes am Pirna-Copitzer Berufsschulzentrum Technik in greifbare Nähe. Eine "Probefahrt" auf einem seit Juni 1997 stillgelegten Streckenabschnitt gab es am Wochenende vom 19. zum 20. September 1998. Zwischen Neustadt und Stolpen fuhr ein Sonderzug.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 9.9.1998

Mehr Informationen vom 20. Februar 1999 zur Strecke Dürrröhrsdorf-Neustadt(Sa.)

 

 

 

         
    von Sascha Fritzsche