Die Eisenbahn auf dem Darß
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Barth-Prerow (Darßbahn)   Die Ende der Bahnstrecke    

 

       
Der Wunsch
Schwieriger Weg
Der Bahnbau
Meiningenbrücke
Eröffnung
Die ersten Jahre
1918 bis 1945
Das Ende der Bahn

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Es kam das Jahr 1945 und die Geschichte der Darßbahn näherte sich ihrem Ende. In Barth befand sich das Kriegsgefangenenlager "Stalag-Luft I" mit annähernd 9000 amerikanischen und britischen Fliegern. Ende April kamen die Truppen der Roten Armee über Stralsund in das Gebiet um die Boddenkette. In Ribnitz befreiten mutige Bürger eine Häftlingskolonne aus dem KZ Barth. Am 1.Mai ergaben sich die Bürger in Ribnitz und Barth kampflos. Der Weg der sowjetischen Soldaten zum Zingst und Darß führte über die Meiningenbrücke. Mutige Zingster hatten die geplante Sprengung der Meiningenbrücke verhindert und Zingst kampflos übergeben. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges mußte Deutschland entsprechend dem Potsdamer Abkommen Reparationen an die UdSSR leisten. So wurde auch die Darßbahnstrecke demontiert. 1947 wurde die endgültige Einstellung des Bahnbetriebes gemeldet.

Die Meiningenbrücke wurde am 1.1.1964 der Straßenverwaltung übergeben. Heute führen die Gleise von Barth bis Bresewitz, ihr Endpunkt liegt nördlich der Kloerbrücke. Auf der Strecke verkehren keine Personenzüge, sie dient speziellen Transportaufgaben. Was die Verkehrsplaner 1929 "für die nächste Zukunft" erhofft und als "geradezu ideale Verbindung zwischen den Badeorten" gepriesen hatten, nahm erst später Gestalt an: 1952 erhielt die Straße Prerow-Zingst eine Asphaltdecke. 1959 wurde die Chaussee Ahrenshoop-Born dem Verkehr übergeben und damit eine durchgehende feste Straßenverbindung zwischen der Kreisstadt Ribnitz-Damgarten und Barth über Dändorf, Dierhagen, Wustrow, Ahrenshoop, Born, Wieck, Prerow, Zingst, Bresewitz und Pruchten geschaffen. Es folgten der Bau der Umgehungsstraßen bei Dierhagen, Born, Wieck und Prerow sowie durch das Freesenbruch bei Zingst.

Ein Nadelöhr ist und bleibt die Meiningenbrücke, die als einspurige Straßenverkehrsbrücke einem ständig wachsenden Kraftverkehr ausgesetzt ist. Bereits in den 50er Jahren wurde der Gedanke der Wiederaufnahme der Darßbahn erwogen und fand Eingang in die Planung. Aber mit der Konzentration auf den Ausbau des Straßennetzes für die Halbinselkette Fischland-Darß-Zingst und der Bildung des Kreises Ribnitz-Damgarten (1952) wurde das Projekt aufgegeben. In den 60er Jahren wurde nach gründlicher Untersuchung, örtlicher Besichtigung und Beratung das Urteil gefällt und beschlossen, einen Wiederaufbau der Darßbahn nicht vorzunehmen.

Es entstand die Kraftverkehrslinie A 210; Ribnitz-Damgarten - Ostseebad Ahrenshoop - Born - Barth und zurück. Ihr Fahrplan wurde nach den territorialen Verkehrserfordernissen flexibel gestaltet. Die ständig wachsende Zahl von Urlaubern, die mit eigenem PKW anreisen, hat den Linienbusverkehr in den Jahren spürbar entlastet aber den Verkehrsdruck auf das Küsten- und Boddengebiet vor allem in der gesamten Saison ebenso spürbar erhöht.

Die Meiningenbrücke wurde deshalb grundlegend rekonstruiert. Als Übergangslösung erbauten Pioniere des NVA-Truppenteils "Bruno Schramm" eine 105 m lange Behelfsbrücke und eine 135 m lange Schwimmbrücke mit einer Tragfähigkeit von 60 t, die am 15.Mai 1980 übergeben wurde.

Quelle: "Eisenbahn zwischen Meer und Bodden", Ein Beitrag zur Geschichte der Darßbahn Barth-Prerow von G. Jonas und F. Schulz, Hrsg. Deutscher Kleinbahnverein Barth, Panzig'sche Buchdruckerei Greifswald

 

Alter Bahndamm in Zingst

Alter Bahndamm in Zingst
Der alte Bahndamm verlief
rechts neben der Straße

         
    von Sascha Fritzsche