Ab 1901 verband die Heidekrautbahn den Kreis Niederbarnim mit dem Großraum Berlin und transportierte fortan Arbeitskräfte, Ausflügler und Güter in der Region. Nach Überstehen der Wirtschaftskrise der 20er-/30er-Jahre kam 1934 der erste, zweiachsige Dieseltriebwagen zum Einsatz. Nachdem die Kampfhandlungen des 2. Weltkrieges den Verkehr zunächst lahmgelegt hatten, konnte er bereits im Oktober 1945 in Gänze wieder aufgenommen werden. Erstaunlicherweise wurde die Niederbarnimer Eisenbahn Betriebsgesellschaft mbH 1950 in der neugegründeten DDR nie verstaatlicht, sondern es gingen nur deren Verwaltung und Nutzung an die Reichsbahn über. Der Vertrag enthielt zudem einen Passus, daß nach einer Wiedervereinigung die Lage neu zu verhandeln sei - Glück im Unglück. Zunächst aber wurden nach dem Mauerbau 1961 auch die NEB-Bahnverbindungen nach Westberlin gekappt, die Verbindung nach Berlin-Wilhelmsruh entfiel zugunsten des neuen Endpunktes Berlin-Karow.
Das Jahr 1989 bescherte schließlich der NEB ebenfalls eine Wende, wenn auch verspätet: Zum 01.09.1998 erfolgte die vollständige Rückgabe der Eisenbahn-Infrastruktur an die NEB. Dazu hat die Gesellschaft inzwischen weitere Streckenabschnitte erworben, so Karow-Schönweide und Wensickendorf-Schmachtenhagen.
Einzelne Kurse der Linie RB27 verkehren sogar von und nach Berlin-Gesundbrunnen, doch am 29.12.2014 steht der vereiste Triebwagen VT643 20 (643 411-1, 943 411-8 und 643 911-0) in Groß-Schönebeck zur Rückfahrt "nur" nach Berlin-Karow bereit.
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Nach dem Ergebnis der Verkehrsausschreibung und Übernahme einiger Strecken von der ODEG bedient die NEB seit dem 15.12.2014 im ganzen folgende Relationen:
  • Lichtenberg-Ahrensfelde-Werneuchen (RB25)
  • Lichtenberg-Küstrin (RB26)
  • Gesundbrunnen/Karow-Groß-Schönebeck/Schmachtenhagen (RB27)
  • Fürstenwalde(Spree)-Bad Saarow Klinikum (RB35)
  • Königs Wusterhausen-Beeskow-Frankfurt(Oder) (RB36)
  • (Gesundbrunnen)-Eberswalde-Wrietzen-Frankfurt(Oder) (RB60)
  • Angermünde-Schwedt(Oder) (RB61)
  • Prenzlau-Angermünde-(Eberswalde) (RB62)
  • Eberswalde-Joachimsthal (RB63)

  • Auf dem Bild steht Triebwagen VT012 (650 544-9) am selbigen Tag in Eberswalde als RB60 zur Abfahrt durchs Oderbruch nach Frankfurt(Oder) bereit.
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    Zur Verstärkung hat die NEB elf Fahrzeuge des Typs Pesa Link in Dienst gestellt. Durch den Kauf dieser wahlweise ein- bis vierteiligen Fahrzeuge (Baureihen 631-634) mit etwas grimmigem Design öffnet sich der Markt nach längerer Zeit wieder für Schienenfahrzeuge ausländischer Produktion. Auch die DB hat inzwischen welche von den in Bromberg gefertigten Fahrzeuge erworben (Foto: Berlin-Lichtenberg, 22.07.2018).
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    Die NEB hat im Juni 2021 den Zuschlag für das Netz Ostbrandenburg 2 ab Dezember 2024 erhalten, für das sie sich mit neuen, batterieelektrischen Fahrzeugen vom Typ Siemens Mireo Plus B an der Ausschreibung beteiligte. Man least die Fahrzeuge von Alpha Trains, das Netz umfaßt insgesamt zehn Regionalbahnlinien im Norden und Osten Brandenburgs, die (mit Ausnahme der RB26) zukünftig mit diesen Tw betrieben werden sollen. Die DB Regio AG und die NEB haben derweil einen gemeinsamen Vertrag über die Instandhaltung der neuen NEB-Fahrzeugflotte geschlossen. Damit werden ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024 die Batterie-Hybrid-Triebzüge in der DB Regio-Werkstatt Berlin-Lichtenberg gewartet und repariert.

    Hier noch ein interessanter Verweis auf das Heidekrautbahn-Museum.